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IG Metall Amberg 1 - 2019-03-18AbschlussStahl

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Stahlwerker bekommen deutlich mehr Geld

Die Beschäftigten in der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie erhalten 3,7 Prozent mehr Geld und eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1000 Euro. Diese Vergütung kann in freie Tage umgewandelt werden.

Die 72 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhalten deutlich mehr Lohn - und ein zusätzliches Urlaubsgeld, das in freie Tage umgewandelt werden kann. Darauf haben sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband Stahl in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Düsseldorf geeinigt – nach 16-stündiger Verhandlung.

Für Januar und Februar 2019 gibt es einmalig 100 Euro. Rückwirkend ab März steigen die Löhne und Gehälter um 3,7 Prozent. Die Auszubildenden erhalten in zwei Stufen je nach Ausbildungsjahr eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung von 88 bis 188 Euro; das entspricht einer Erhöhung um 9,9 bis 18,7 Prozent.

Beschäftigte können Vergütung in freie Tage umwandeln

Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche Urlaubsvergütung von 1000 Euro, die im Juli ausgezahlt wird. Sie ist tarifdynamisch, das heißt sie wird regelmäßig erhöht. Die Beschäftigten können diese Vergütung in freie Tage umwandeln. Es sind bis zu fünf freie Tage möglich. Ihre Anzahl bestimmt sich nach der Gesamtmenge der Anträge in einem Betrieb. Es gilt das Prinzip der kommunizierenden Röhren: Bei vielen Anträgen reduzieren sich die freien Tage für den Einzelnen. Können nicht alle gewünschten freien Tage genommen werden, werden diese ausbezahlt.

Die Tarifverträge zu Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen werden verlängert. Außerdem wurde eine Verhandlungsverpflichtung zur tariflichen Absicherung der Dual Studierenden vereinbart.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 26 Monaten und gilt bis Februar 2021.

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, betonte: "Die Beschäftigten erhalten eine deutliche Erhöhung ihrer Realeinkommen. Zudem schafft die Möglichkeit, die zusätzliche tarifliche Vergütung von 1.000 Euro in freie Tage umwandeln zu können, mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit und eine Entlastung bei der belastenden Schichtarbeit." Hofmann sagte weiter: "Damit ist uns nach dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie auch in der Stahlindustrie ein wichtiger Schritt für mehr Arbeitszeitsouveränität gelungen. Mit der überproportionalen Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sichern wir außerdem die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlunternehmen um junge Fachkräfte in Zeiten des Wandels."

Der nordrhein-westfälische IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler sagte: "Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir haben eine ordentliche Entgelterhöhung durchgesetzt. Gerade die unteren Entgeltgruppen profitieren besonders von den 1000 Euro zusätzlicher tariflicher Vergütung. Damit hat der Tarifvertrag eine starke soziale Komponente."

Giesler zeigte sich auch mit den Ergebnissen für Auszubildende und Dual Studierende zufrieden: "Die Erhöhung der Ausbildungsvergütung ist deutlich überproportional. Das kommt den jungen Leuten genauso zugute wie den Stahlunternehmen im Wettbewerb um die Fachkräfte der Zukunft." Das gelte auch für die Verhandlungsverpflichtung zur tariflichen Absicherung der Dual Studierenden.

Großer Rückhalt der Beschäftigten

Möglich wurde das Ergebnis in der nordwestdeutschen Stahlindustrie durch den enormen Druck der Beschäftigten. Insgesamt 26 000 Stahlarbeiter hatten die Forderungen der IG Metall mit Warnstreiks unterstützt. "Dafür möchte ich allen herzlich danken“, sagte Giesler. "Ohne diesen großen Rückhalt hätten wir dieses große Tarifpaket nicht schnüren können."

Der Tarifabschluss im Detail

Entgelt

  • Insgesamt 100 Euro für die Monate Januar und Februar 2019
  • Ab März 2019 3,7 Prozent Entgelterhöhung

Zusätzliche tarifliche Vergütung

  • Ab 31. Juli 2020 jährlich eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1.000 Euro für alle
  • Diese Vergütung ist tarifdynamisch

Umwandlung in freie Tage

  • Die zusätzliche tarifliche Vergütung kann von jedem Beschäftigten in freie Tage umgewandelt werden.
  • Der Antrag auf Freistellung für das folgende Kalenderjahr ist bis spätestens zum 31. August des Vorjahres zu stellen.

Die Anzahl der umwandelbaren Freistellungstage ist abhängig von der Gesamtzahl der eingegangenen Anträge und ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

Anträge Tage Vergütung 1 Tage Vergütung 2
Lohngruppe 1-9 Gehaltgruppe K/T 1-4 Lohngruppe 1-9 Gehaltgruppe K/T 1-4 Gehaltgruppe K/T 5-6, Meister M2 – M4 Gehaltgruppe K/T 5-6, Meister M2 – M4
Unter 20% 5 0 Euro 4 0 Euro
20 bis 40% 4 200 Euro 4 0 Euro
40 bis 60% 3 400 Euro 3 250 Euro
60 bis 80% 2 600 Euro 2 500 Euro
Mehr als 80% 1 800 Euro 1 750 Euro
  • Kann der Freistellungsanspruch aus personenbedingten Gründen nicht oder nicht vollständig im Kalenderjahr genommen werden, tritt der entsprechende Vergütungsanspruch in Kraft.


Auszubildende

Ab 1. Januar 2019

  • im ersten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 44 Euro
  • im zweiten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 58 Euro
  • im dritten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 73 Euro
  • im vierten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 94 Euro


Ab 1. März 2020

  • im ersten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 44 Euro
  • im zweiten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 57 Euro
  • im dritten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 73 Euro
  • im vierten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 94 Euro
Bild + Text: extranet.igmetall.de - https://extranet.igmetall.de/view_102080.htm