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IG Metall Amberg 1 - 2020-04-16KM-KuA

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Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie

Das steckt drin in dem "Corona-Tarifvertrag"


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Streit um Kurzarbeit bei Kennametal

Auch tarifliche Schlichtung bringt keine Lösung des Konflikts

Dass die Aufstockung von Kurzarbeitergeld durch den Arbeitgeber nicht vom Himmel fällt, zeigt der Fall Kennametal. Obwohl der Konzern über viele Jahre hinweg hervorragende Ergebnisse eingefahren hat, ist die Geschäftsleitung nicht bereit, das Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten aufzustocken. Und das obwohl die Arbeitgeber in der Krise bei Kurzarbeit vom Staat entlastet werden: ihnen werden die gesamten Sozialversicherungsbeiträge erlassen, auch der Anteil der Beschäftigten. Da wäre es nur fair, einen Teil dieser Entlastung an die Beschäftigten weiter zu geben. Denn für diese bedeutet Kurzarbeit auch immer empfindliche Einkommenseinbußen.

Fairness in der Arbeitswelt ist auch in der Krise keine Selbstverständlichkeit, sondern muss meist hart erarbeitet und erstritten werden. In den meisten Betrieben im Bereich unserer Geschäftsstelle, haben die Betriebsräte bei der Einführung von Kurzarbeit als Gegenzug für eine verkürzte Ankündigungsfrist eine Aufstockung für die Beschäftigten durchgesetzt.

Nur Kennametal ist nach wie vor unnachgiebig. Nachdem die Einführung von Kurzarbeit am strikten Nein der Geschäftsleitung zur Aufstockung gescheitert ist, wurde die tarifliche Schlichtungsstelle angerufen. Doch auch hier blieb Kennametal bei seiner Blockadehaltung, auch sehr zum Unverständnis des Schlichters. Vorerst kann im Monat April Kurzarbeit eingeführt werden. Sollte diese allerdings weiter notwendig sein, ist die nächste Schlichtung vorprogrammiert. Denn wir werden nicht locker lassen und alles tun, damit das Unternehmen die Kosten der Krise nicht allein auf die Kolleginnen und Kollegen abwälzt.

Text: U.Fechtner/A.Enßner