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IG Metall Amberg 1 - 2020-11-20Digideli

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Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie

Das steckt drin in dem "Corona-Tarifvertrag"


Info zu Corona

Delegierte der IG Metall Amberg treffen sich zum ersten Mal digital

Themen gibt es derzeit viele: Tarifrunden, Beschäftigtenbefragung, der Umgang mit Corona und Corona-Leugnern. „Aber in der momentanen Situation 78 Delegierte aus vier Landkreisen zusammen zu holen ist schlicht unmöglich“, so Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg. Also wurden Datum und Uhrzeit der letzten Delegiertenversammlung in diesem Jahr belassen und der Ort in den digitalen Raum verlegt. Nur Revision und Mandatsprüfungskommission waren persönlich anwesend.

„Spannend war das schon, eine Veranstaltung von dieser Größe mit Einlasskontrolle und Abstimmungen als Videokonferenz durchzuführen. Viele Betriebe arbeiten seit dem ersten Lockdown mit diesen Technologien. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie für alle Beschäftigten zum Alltag gehören.“ Trotzdem hat alles gut geklappt: Mit über 70 Teilnehmenden konnte die Beschlussfähigkeit festgestellt und die Geschäftsführung einstimmig entlastet werden. Mitgliederzahlen und Finanzen sind trotz der Corona-Pandemie stabil. Zwar konnten durch den Lockdown Anfang des Jahres weniger Menschen für die Gewerkschaft geworben werden, aber auch die Abgänge sind auf niedrigem Niveau. „Das zeigt, dass den Beschäftigten bewusst ist, dass die IG Metall in der Krise ein verlässlicher Partner ist.“, erklärt Horst Ott. „Und bei der Ansprache von Kolleginnen und Kollegen, die noch keine Gewerkschaftsmitglieder sind, holen wir zum Jahresende hin auch auf. Auch da wurde viel auf digital umgestellt. Ich bin froh, dass wir heute die Möglichkeit haben, auf Online-Veranstaltungen auszuweichen. Sie sind gerade in der derzeitigen Situation eine sinnvolle Ergänzung. Aber sie können persönliche Treffen nicht ersetzen.“

Schwerpunkt der Veranstaltung waren die anstehenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie sowie der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie. Die Forderungen wurden erstellt und die entsprechenden Tarifverträge gekündigt. In die heiße Phase geht es nach Ende der Friedenspflicht Anfang März 2021. Die IG Metall Amberg sieht sich für die Auseinandersetzung gut gerüstet. „Mit unserer bayerischen Aktionswoche im Oktober haben wir gezeigt, dass wir kreativ mit den Kontaktbeschränkungen umgehen und alternative Aktionsformen auf die Beine stellen können. Und die Beschäftigtenbefragung hat gezeigt, dass die Mehrheit der Beschäftigten hinter den Forderungen steht.“, ist sich Udo Fechtner sicher. Der 2. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg ist nicht vor Ort, sondern von zu Hause zugeschalten.

Und noch ein Thema beschäftigt die Metallerinnen und Metaller: Der Bürgermeister von Neustadt Waldnaab, Sebastian Dippold, wird derzeit anonym bedroht. Grund dafür ist seine klare Positionierung gegen Rechts bei einer Querdenkerdemonstration. Das wollen die Gewerkschafter in ihrer Region nicht hinnehmen. Nicht nur aus Solidarität mit einem demokratischen Mandatsträger. Sebastian Dippold hat sich bei der letzten Delegiertenversammlung im September auch als Gewerkschaftsmitglied zu erkennen gegeben. Da ist die Botschaft klar: „Wer sich mit einem von uns anlegt, legt sich mit uns allen an! Wir stehen zusammen ein für Respekt und gegen rechte Hetze. Wir können solche feigen Drohungen nicht verhindern. Aber wir können ein Zeichen setzen, dass wir hinter unserem Kollegen Sebastian Dippold stehen.“ In diesem Sinne wird der Ortsvorstand der IG Metall Amberg dem Neustädter Bürgermeister am 2. Dezember eine Respekt-Tafel überreichen, die in der Amberger Luitpoldhütte gegossen wurde.

Hier geht's zum Artikel im Onetz.

Bilder: S. Feige; A.Enßner; Text: A. Enßner

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