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IG Metall Amberg 1 - 100jFrauenWahlrecht

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Seit 100 Jahren – Frauen dürfen wählen und gewählt werden

Der 12. November gilt als Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland. In Bayern war es schon kurz zuvor mit dem Freistaat Bayern ausgerufen worden. Der Sozialdemokrat Kurt Eisner verkündet in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für Männer und Frauen. Ein Meilenstein! Frauen dürfen wählen und gewählt werden! In den Reichstag, den Landtag und in die Stadträte. Das Frauenwahlrecht ist hart erkämpft – seit Mitte des 19. Jahrhunderts von Frauen- und Arbeitervereinen, der Stimmrechtsbewegung und mit Petitionen. Mit dem Frauenwahlrecht von 1918 erhielten die Frauen dann erstmals Zugang zur politischen Teilhabe.

Viele erste Male und Errungenschaften zu mehr Selbstbestimmung sollten darauf folgen. Viele sind sicher überrascht, was in den letzten 100 Jahren alles z. T. noch möglich war und dass Vieles noch gar nicht so weit in der Vergangenheit liegt, wie es sich anfühlt. Hier nur ein paar Beispiele:

  • Am 19.1.1919 beteiligten sich erstmals Frauen als Wählerinnen und Gewählte bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung.
  • 1949 wurde die Aufnahme des Satzes im Grundgesetz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" erstritten.
  • In Bayern mussten Lehrerinnen zölibatär leben wie Priester – heirateten sie, mussten sie ihren Beruf aufgeben.
  • Seit 1952 schützt das Mutterschutzgesetz erwerbstätige Mütter. Die erste Fassung wurde im Nachgang in Stufen verbessert.
  • Bis 1958 hatte der Ehemann auch das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder inne. Auch wenn er seiner Frau erlaubte zu arbeiten, verwaltete er ihren Lohn. Das änderte sich erst schrittweise.
  • Bis 1. Juli 1958 hatte der Mann, wenn es ihm beliebte, den Anstellungsvertrag der Frau nach eigenem Ermessen und ohne deren Zustimmung fristlos kündigen können.
  • Ohne Zustimmung des Mannes durften Frauen kein eigenes Bankkonto eröffnen, noch bis 1962.
  • 1961 gab es mit Elisabeth Schwarzhaupt das erste Mal eine Frau als Bundesministerin.
  • Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen.
  • Wollte eine Frau arbeiten, musste das ihr Ehemann erlauben. Erst 1977 wurde das Gesetz geändert.
  • Erst seit 1997 können Frauen, die sexuelle Gewalt in der Ehe erleiden, dies auch strafrechtlich als Vergewaltigung verfolgen lassen.

Zum Glück hat die Frauenbewegung schon viel, auch mit Hilfe von Männern, bewegt. Dennoch ist eine vollständige Gleichberechtigung noch lange nicht umgesetzt. Deshalb ist es wichtig, durch unser Handeln keine Rückschritte zuzulassen und stattdessen weiter voran zu gehen.

Nur eine Richtung, nach vorne und nach oben Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. "Wir sind die Nutznießerinnen von vielen Vorkämpferinnen, wir sollten es ihnen mit unserem Handeln gleichtun", erklärte dazu Christiane Benner, bei einer Diskussionsveranstaltung der IG Metall in Salzgitter-Peine. Die Zweite Vorsitzende der IG Metall warnte in der "Salzgitter-Zeitung" allerdings auch: "Rechtspopulisten wollen uns in die Vergangenheit zurück katapultieren, frauenpolitisch gibt es aber nur eine Richtung, nach vorne und nach oben."

Text: S. Feige, Bild: wikimedia (cc)

Plakatserie der IG Metall zum Frauenwahlrecht (pdf, 726 KB)