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IG Metall Bielefeld - Timken will nur hohe Rendite

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Aktiv aus der Krise
Frankfurter Appell und Aktionsplan
Die IG Metall appelliert an Wirtschaft und Politik, Verantwortung zu übernehmen und stellt ihren Aktionsplan vor.


Entlassungen keine Basis
Unbezahlte Mehrarbeit, die Kürzung der Akkordlöhne und eine Streichung von Urlaubs und Weihnachtsgeld bedürfen der Vereinbarung mit der IG Metall. Für Harry Domnik, Erster Bevollmächtigter, sind Entlassungen keine Basis für entsprechende Verhandlungen.

Timken will nur hohe Rendite

Bielefeld im Mai 2009

Wenn das Unternehmen seine Hausaufgaben nicht erledigt, sind Arbeitsplätze in Gefahr.

Der Arbeitgeber will 150 Beschäftigte entlassen und tarifliche Ansprüche streichen. Betriebsrat und Vertrauensleute fordern Qualifizierung und ein schlüssiges Konzept zur Standortsicherung.

Das ist nur die eine Seite der Medaille: zu den ganz großen Wälzlagerherstellern zu zählen, weltweit der wohl bedeutendste Kegellagerproduzent zu sein und mit 700 Beschäftigten in Halle-Künsebeck / Westfalen mit seiner Nadellagerfertigung zu den großen Arbeitgebern der Stadt zu zählen.

Früher arbeiteten in Künsebeck sogar 2000 im Werk. Früher, da war hier noch einiges anders, »natürlich auch nicht immer medaillenverdächtig, aber besser«, sind sich Betriebsratsvorsitzender Manfred Aust und Jens Engelbrecht, Vorsitzender des IG Metall-Vetrauenskörpers, einig.


Jens Engelbrecht, VK-Vorsitzender und Manfred Aust, Betriebsratsvorsitzender
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metallzeitung: Jetzt aber sorgt Euer Arbeitgeber mit der Ankündigung, 150 der 570 Beschäftigten in der Fertigung zu entlassen, nur zumal er mit der Forderung nach unbezahlter Mehrarbeit, drastischer Kürzung von Akkordlöhnen und dem Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld zusätzlich an´s tariflich Eingemachte will.

Manfred Aust: Richtig, und darüber sind bei uns alle sehr empört, denn wir haben bereits von 2005 bis 2008 mit unserem Ergänzungstarifvertrag auf 5,6 Millionen Euro Tarifansprüche verzichtet, um eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2009 durchzusetzen und um Investitionen am Standort sicherzustellen.

Jens Engelbrecht: Die sind aber nicht in vollem Umfang erfolgt. Statt seine Hausaufgaben zu erledigen, hat das Management unrealistische Renditeerwartungen, denen unsere Arbeitsplätze und Besitzstände geopfert werden sollen. Das erschüttert Vertrauen und Motivation der Belegschaft.

metallzeitung: Was sind Eure wesentlichen Forderungen?

Aust: Entlassungen vermeiden, Kurzarbeit ausschöpfen und währenddessen Beschäftigten-Qualifikation durchführen.

Engelbrecht: Außerdem gehören die Produkt- und Preispolitik dringend auf den Prüfstand.