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IG Metall Bielefeld - Mehr Zeit statt Geld

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IG Metall-Umfrage zur Umsetzung des Tarifergebnisses in der Metall- und Elektroindustrie: Großes Interesse an freien Tagen

Über 2000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie im Bereich der IG Metall Bielefeld wollen mehr freie Zeit statt Geld.

Arbeitgeber sind verpflichtet, betriebliche Lösungen zu finden.

Bielefeld - Mehr Geld oder mehr Zeit? Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie, die Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder Schicht arbeiten, haben die Wahlmöglichkeit, im nächsten Jahr acht zusätzliche freie Tage statt mehr Geld in Anspruch nehmen. Mehr als 2000 Beschäftigte im Bereich der IG Metall Bielefeld wollen lieber die acht Tage. Das zeigen erste Ergebnisse einer aktuellen Befragung der IG Metall unter Betriebsräten in 30 Unternehmen der Branche. Diese Wahlmöglichkeit eröffnet ihnen der Tarifabschluss vom Februar 2018. „Wir freuen uns, dass die neue tarifliche Regelung von den Beschäftig-ten so gut angenommen wird“, sagte Ute Herkströter, Erste Bevoll-mächtigte der IG Metall Bielefeld. „Ganz offensichtlich entsprechen die neuen Möglichkeiten zur Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit den konkreten Bedürfnissen der Beschäftigten. Wir haben damit den Nerv der Zeit getroffen.“

Aus der Umfrage sind bisher folgende Trends erkennbar: ca. 25 % Antragssteller wollen die neue Regelung nutzen, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Rund 10 % der Antragsteller, die Angehörige pfle-gen, suchen Entlastung mithilfe der acht zusätzlichen freien Tage.

Die meisten Anträge auf Umwandlung von Geld in Zeit wurden von Schichtarbeitern gestellt – das sind 65 % aller Anträge im Bereich der IG Metall Bielefeld. „Das hohe Interesse der Schichtarbeiter an zusätz-lichen freien Tagen wundert uns nicht. Gerade in den Bereichen mit starren Schichtsystemen sind die Belastungen durch Mehrarbeit und Sonderschichten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend mehr zeitliche Freiräume – auch zum Erhalt ihrer Gesundheit“, betonte Ute Herkströter.

Laut Tarifvertrag sind Arbeitgeber verpflichtet, bis Ende des Jahres gemeinsam mit den Betriebsräten Lösungen für eine praktikable Umsetzung zu finden. Der Tarifvertrag bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die ausfallende Arbeitszeit auszugleichen, etwa die Nutzung von Ar-beitszeitkonten oder die Qualifizierung und Förderung von Beschäftigten. Dies setze jedoch eine vorausschauende Personalplanung voraus, sagte Ute Herkströter. „Wer ein attraktiver Arbeitgeber für Fachkräfte sein will, der muss Arbeitszeiten bieten, die zum Leben passen - so, wie wir es im Tarifvertrag vereinbart haben. Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein. Wer heute Anträge der Beschäftigten auf mehr freie Zeit ablehnt, darf nicht damit rechnen, dass die Kolleginnen und Kollegen morgen zur Sonderschicht erscheinen.“

Neben der Wahloption auf acht freie Tage wurde in den Tarifverträgen zudem für alle Beschäftigten der Anspruch festgeschrieben, ihre wöchentliche Arbeitszeit befristet auf bis zu 28 Stunden reduzieren zu können. Von dieser „kurzen Vollzeit“ wollen nach den bisherigen Umfrageergebnissen im Bereich der IG Metall Bielefeld im nächsten Jahr rund 50 Beschäftigte Gebrauch machen.

„Für diejenigen, die berufliche und familiäre Verpflichtungen unter einen Hut bringen müssen, haben wir mit den neuen tariflichen Rege-lungen ein attraktives Angebot geschaffen“, erklärte Ute Herkströter. Auch die verkürzte Vollzeit ist für viele Beschäftigte ein geeigneter Weg zu einer besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Leben – trotz des fehlenden Entgeltausgleichs. Wichtig ist, dass sie dabei die Sicherheit haben, später beruflich wieder voll einsteigen zu können.“