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IG Metall Bochum - Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

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Miteinander für Morgen! 6 % mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung sowie Wahloptionen für kürzere Arbeitszeiten

Am Donnerstag, dem 16.11. haben ca. 700 Metallerinnen und Metaller vor dem Verhandlungsort der 1. Verhandlung in der Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie im Signal-Iduna-Park in Dortmund ihren Forderungen lautstark Nachdruck verliehen... Die nächste Verhandlung wird am 14. Dezember in Wuppertal stattfinden.

Längere Arbeitszeiten statt kürzere! Beim Auftakt der Metalltarifrunde in Dortmund stellten die Arbeitgeber die 35-Stunden-Woche in Frage. "Ich freu mich kaputt", ruft Ulrike Kletzeka am Donnerstagnachmittag, 16. November, von der Bühne den Kundgebungsteilnehmern zu. Die 2. Bevollmächtigte der IG Metall Dortmund meint die 700 Metallerinnen und Metaller vor sich, die aus acht IG Metall-Geschäftsstellen zum BVB-Stadion gekommen sind: aus Recklinghausen, Bochum-Herne, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen, Hamm-Lippstadt, Paderborn und Siegen. Kletezka ist BVB-Fan; sie schenkt dem IG Metall-Verhandlungsführer und bekennenden Schalke-Fan Knut Giesler ein gelb-schwarzes Trikot mit der Aufschrift "Knut" und der Rückennummer 1. "Warum geht ein Schalker nach Dortmund", fragt Giesler sich laut. "Dafür kann es nur einen Grund geben: Letztlich zählt unsere gemeinsame Solidarität!"

Im Stadion beginnt wenige Minuten später die Verhandlung. Dass die Wirtschaftslage hervorragend ist, ist zwischen den Tarifparteien unstrittig. Von Arbeitgeberseite heißt es: "Die Daten sind wie sie sind." Die Wirtschaft wächst 2017 zum achten Mal in Folge! Erst kurz vor Ende der Verhandlung verschärft sich der Ton: Die Arbeitgeber fordern mehr statt weniger Arbeitszeit: Die Begrenzung der 40 Wochenstunden auf 18 Prozent der Belegschaft müsse fällen, Sogenannte Flexibilisierungshemmnisse wie Zuschläge müssten beseitigt werden. Ruhezeiten sollten gekürzt und Höchstarbeitszeiten ausgeweitet werden.

Wir wollen mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit für alle Beschäftigten erreichen. Bisher geht die Flexibilisierung der Arbeitszeit in den Betrieben einseitig zu Lasten der Beschäftigten. Damit wollen wir Schluss machen. Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein“, sagte Eva Kerkemeier, 1. Bevollmächtigte, IG Metall Bochum-Herne.

Die Arbeitgeber gehen "mit der Kettensäge durch den Tarifvertrag" empört sich Andreas Papke, Betriebsratsvorsitzender von Eaton Germany in Lohmar. Die Ansage der Arbeitgeber sei "ein Weckruf".

Die Wahloption auf kürzere Arbeitszeit ist auch für Unternehmen gut, weil sie dadurch attraktiver werden – etwa für Arbeitnehmer, die Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen haben“, betont Eva Kerkemeier 1. Bevollmächtigte. „Wer sich heute als Arbeitgeber modernen Arbeitszeitinstrumenten verweigert, der wird morgen ohne Fachkräfte dastehen. Daher ist es wichtig, tariflich geregelte Ansprüche auf flexible Arbeitszeiten anzubieten, die sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebensphasen der Beschäftigten orientieren.“

Auch in NRW gibt es einen Zuwachs der Produktion „Zur Zurückhaltung gibt es angesichts dieser Prognosen keinen Grund. Im Gegenteil: Die Wirtschaftsdaten sind eine gute Grundlage, um Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten durchzusetzen“, erklärt Eva Kerkemeier, 1. Bevollmächtigte in Bochum-Herne. „Mit unserer Forderung nach 6 Prozent setzen wir unsere verlässliche Tarifpolitik fort.“

Fotos: Thomas Range