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IG Metall Detmold - OHS

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Svend Newger:"Was hier passiert, ist eine ganz große Unverschämtheit!"

Böse weihnachtliche Überraschung für die Mitarbeiter der OHS Kunststoff
Geschäftsführung versucht heimliche Betriebsschließung

In einer „Nacht und Nebel Aktion“ hat die Geschäftsführung der Bad Salzufler Firma OHS Kunststoffverarbeitungs GmbH & Co. KG versucht, den Arbeitnehmern über das Weihnachtsfest den Stuhl vor die Tür zu stellen. Mit beherztem Handeln haben die IG Metall gemeinsam mit den Arbeitnehmern dies zunächst verhindert.

Die Beschäftigten der Firma OHS Kunststoffverarbeitungs GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen staunten nicht schlecht, als sie am vergangenen Sonntag feststellen mussten, dass ihr Geschäftsführer die Weihnachtsferien nutzen wollte, den Betrieb zu schließen und die Arbeitnehmer im kommenden Jahr vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Die Firma OHS Kunststoffverarbeitungs GmbH & Co. KG gehört zur SEG Unter-nehmensgruppe mit Sitz in Hörstel bei Osnabrück. In Bad Salzuflen werden ca. 25 Arbeitnehmer beschäftigt. Hier werden Kunststoffspritzgussteile hergestellt, vornehmlich für die eigene Unternehmensgruppe und das ebenfalls in Bad Salzuflen ansässige Unternehmen Ninkaplast.

Am vergangenen Donnerstag war der letzte Arbeitstag im Betrieb. Nach dem Weihnachtsurlaub sollte der Betrieb am 04. Januar 2010 wieder anlaufen. Allerdings war Mitgliedern des Betriebsrates am Wochenende zugetragen worden, dass trotz des Weihnachtsurlaubs im Betrieb gearbeitet würde. Um der Sache auf den Grund zu gehen, verabredete man sich für den vergangenen Sonntag mit dem zuständigen Gewerkschaftssekretär Svend Newger von der Gewerkschaft IG Metall. Vor Ort stellten die Arbeitnehmer dann fest, dass der Weihnachtsurlaub tatsächlich genutzt wurde, um alle Maschinen außer Betrieb zu nehmen, abzubauen und abzutransportieren. Ein Teil der betrieblich notwendigen Werkzeuge war bereits abtransportiert. Ein größerer Teil der Maschinen war außer Betrieb gesetzt. Durch das Eingreifen der IG Metall und der Arbeitnehmer konnte der weitere Abtransport von Maschinen zunächst beendet werden. Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall einigten sich zunächst noch am Sonntag darauf, in Verhandlungen einzutreten.

Da die Geschäftsführung aber weiterhin darauf besteht, sofort die Auslagerung weiter voranzutreiben, ohne vorher, wie es das Gesetz vorsieht, in Verhandlungen zu treten, mussten IG Metall, Betriebsrat und Arbeitnehmer handeln.

Dazu Svend Newger, zuständiger Sekretär der IG Metall Verwaltungsstelle Detmold:
„Was hier passiert, ist eine ganz große Unverschämtheit. Während die Arbeitnehmer zuhause Weihnachten feiern, will die Geschäftsleitung ganz still und heimlich den Betrieb schließen. Eine größere Geschmacklosigkeit kann ich mir im Moment nicht vorstellen. So darf man mit seinen Mitarbeitern nicht umgehen, das zeugt von über-haupt keinem Gewissen oder Verantwortungsgefühl. Wir werden so lange vor dem Tor ausharren, bis die Geschäftsleitung zu wirklichen Verhandlungen bereit ist!“