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Tarifabschluss: Fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte in Bleistiftindustrie


Fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte in Bleistiftindustrie 100 Euro Einmalzahlung – Beschäftigte in unteren Lohngruppen profitieren überproportional – Horn: Beschäftigte haben Abschluss mit ihren Warnstreiks selbst erkämpft

Die Beschäftigten in der Bleistiftindustrie erhalten in zwei Stufen monatlich fünf Prozent mehr Geld, mindestens aber 125 Euro. Auch die Ausbildungsvergütungen steigen in zwei Stufen um fünf Prozent. Zudem bekommen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 100 Euro, Azubis 50 Euro. Darauf haben sich die IG Metall und die Arbeitgeber in der Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie gestern in Nürnberg mit ihrem Tarifabschluss geeinigt. Die Tarifkommission der IG Metall hat dem Verhandlungsergebnis bereits einstimmig zugestimmt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Mit diesem Abschluss haben die Beschäftigten ein ordentliches Reallohnplus in der Tasche. Sie haben sich diesen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe mit ihren Warnstreiks selbst erkämpft.“ Anfang Juni hatten die Beschäftigten der Bleistiftindustrie erstmals überhaupt Warnstreiks durchgeführt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Für den Mai 2019 erhalten die Beschäftigten zunächst die Einmalzahlung von 100 Euro, Azubis 50 Euro. In der ersten Stufe steigen die Vergütungen zum 1. Juni 2019 um 3,0 Prozent, mindestens aber um 75 Euro. In der zweiten Stufe steigen sie zum 1. Mai 2020 um weitere 2,0 Prozent, mindestens aber um 50 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. April 2021.

Carsten Kuttnik, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern, sagt: „Durch die Mindesterhöhungen profitieren die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen überproportional von der Tariferhöhung. Das ist auch Ausdruck einer größeren Wertschätzung, die diese Beschäftigten längst verdient haben.“

Zur Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie gehören die Stiftehersteller Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra mit zusammen rund 3.400 Beschäftigten. Der Schwerpunkt liegt in der Metropolregion Nürnberg. Schwan Stabilo hat zwei Standorte in Heroldsberg und Weißenburg mit ca. 2.200 Beschäftigten. Faber Castell hat zwei Standorte in Stein und Geroldsgrün mit rund 1.100 Beschäftigten. Lyra hat einen Standort in Nürnberg mit knapp 100 Beschäftigten.