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IG Metall Erlangen - Erster Mai 2020

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„Solidarisch ist man nicht alleine!“ – Gewerkschaften feiern Tag der Arbeit im Netz

„Wir müssen jetzt mehr denn je für unsere Rechte streiten, uns einmischen und weiterhin solidarisch agieren!“, sagt DGB-Regionsgeschäftsführer Stephan Doll.

Angesichts der Corona-Pandemie können in diesem Jahr erstmals seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Jahr 1949 keine öffentlichen Maikundgebungen stattfinden. Aus diesem Grund geht der DGB neue Wege: Unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ findet der Tag der Arbeit 2020 im Netz statt.
Hierzu Stephan Doll, DGB-Chef in Mittelfranken: „Natürlich wären wir auch in diesem Jahr gerne gemeinsam auf die Straße gegangen. Aber die Gesundheit hat Vorrang. Es muss alles getan werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Hierzu wollen wir unseren Teil beitragen. Das diesjährige Mai-Motto könnte daher nicht passender sein. Der Begriff ‚Solidarität‘ ist in Zeiten von Corona allgegenwärtig. Dieser Begriff muss aber auch mit Leben gefüllt werden. Viele Menschen fürchten gerade um ihre Existenz. Gleichzeitig werden unter dem Deckmantel der Pandemie soziale Errungenschaften angegriffen, etwa durch die vorübergehende Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Das entspricht nicht unserem Verständnis von Solidarität. Daher müssen wir jetzt mehr denn je für unsere Rechte streiten, uns einmischen und weiterhin solidarisch agieren. Hierfür ist der 1. Mai ein unverzichtbarer Bestandteil – wenn auch in diesem Jahr in veränderter Form.“
So startet am 1. Mai ab 11 Uhr ein Livestream auf der Website des DGB (www.dgb.de/erstermai) mit Live-Acts von Künstler*innen, mit Talks und Interviews sowie mit Solidaritätsbotschaften aus ganz Deutschland. Außerdem werden bayernweit zahlreiche Aktionen in den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram stattfinden: „Die DGB-Region Mittelfranken hat ein buntes und vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Ab Freitag, den 24. April werden bis zum 1. Mai Videobotschaften über die sozialen Medien und mittelfranken.dgb.de gesendet. Diese Statements stehen unter dem Motto „Orte der Arbeit und der Solidarität“. Gestartet ist bereits die Aktion „Solidarität bedeutet für mich …“ Diese kreative Fotoaktionen greift das Motto des diesjährigen 1. Mai als Mitmachaktion auf. So wird es uns auch in diesem Jahr gelingen, unsere Forderungen deutlich zu machen“, betont Doll.
Dass die Forderungen der Gewerkschaften nach wie vor Gehör finden, zeige sich Doll zufolge in den neuen Beschlüssen der Großen Koalition zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes: „Die aktuelle Krise hat massive Auswirkungen auf Beschäftigte. Hunderttausende sind mittlerweile in Kurzarbeit – für die meisten von ihnen dürften 60 beziehungsweise 67 Prozent des vorherigen Nettolohns nicht zum Leben reichen. Daher begrüßen wir grundsätzlich die beschlossene Anhebung des Kurzarbeitergeldes für die Beschäftigten, deren Arbeitszeit aktuell um mindestens 50 Prozent reduziert ist.“ Problematisch sieht Doll allerdings, dass die Erhöhungen erst ab dem vierten (70/77 Prozent) beziehungsweise dem siebten Monat (80/87 Prozent) vorgesehen sind: „Es ist fraglich, ob gerade Beschäftigte im Niedriglohnbereicht so lange auf die dringend benötigte Unterstützung warten können. Hier wäre eine sofortige Erhöhung auf 80 Prozent angebracht.“
Positiv sieht DGB-Chef Doll dagegen die aktuelle Debatte um die sogenannten „Helden des Alltags“ aus den systemrelevanten Berufen: „Was die Gewerkschaften schon lange fordern, scheint nun endlich einen breiten Konsens in der Gesellschaft zu finden. Für Menschen, die etwa in Pflegeberufen oder im Handel tätig sind, brauchen wir langfristig eine bessere materielle Absicherung. Solidarität ist mehr als nur Applaus“, so Doll abschließend.
Der 1. Mai der DGB Jugend Mittelfranken steht dieses Jahr unter dem Motto „Who Cares? They don’t… We do!“. Sie fordert die sofortige Aufwertung von privater und beruflicher Carearbeit. Ab 14.30 Uhr ruft die DGB Jugend Mittelfranken zur Online-Demo bei den sozialen Medien auf.