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IG Metall Gelsenkirchen - Fachkräfte fallen nicht vom Himmel

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Fachkräfte fallen nicht vom Himmel

Der Arbeitgeberverband Emscher-Lippe stellt sich laut Einschätzung der IG Metall zum wiederholten Mal innerhalb kurzer Zeit ins gesellschaftliche Abseits: Nachdem sie sich vor kurzem gegen einen Mindestlohn ausgesprochen haben, wollen die Arbeitgeber nun auch noch verhindern, dass endlich die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten in der Metallindustrie zur Regel wird, wie das in der Stahlindustrie von IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl gerade vereinbart wurde.

„Die jungen Menschen brauchen eine sichere Perspektive für ihr künftiges Leben. Es ist ein Skandal, dass von den Menschen, die unter 35 Jahre alt sind, 70 % nie einen festen Arbeitsplatz bekommen haben. Wie sollen sie denn unter solchen Umständen eine Familie aufbauen können? Billigjobs, Leiharbeit, Befristung, „Praktikum“ statt bezahlter Arbeit – das trifft vor allem junge Menschen. Und das in einem Land, wo von Facharbeitermangel gesprochen wird. Auch die Firmen sollten ein Interesse daran haben, junge Menschen mit guten Angeboten an sich zu binden. Wo ältere Menschen die Betriebe verlassen, müssen junge nachrücken. Diese einfache Wahrheit sollte in einer vernünftigen Personalplanung berücksichtigt sein.

Deswegen wissen die Unternehmen auch ihren langfristigen Personalbedarf einzuschätzen. Nicht-Übernahme nach der Ausbildung ist dann Personalabbau.“

Ein ganz anderer Fall liegt für die IG Metall dann vor, wenn die Ausbildung von Anfang an tatsächlich „über Bedarf“ vorgenommen wurde. In diesem Fall wird nicht die unbefristete Übernahme verlangt.

„Die Behauptung des Arbeitgeberverbandes, durch die Übernahme der erfolgreich ausgebildeten jungen Menschen würde die Zahl der Ausbildungsplätze zurückgehen, ist völlig aus der Luft gegriffen“, sagt Robert Sadowsky, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gelsenkirchen. „Viel mehr sollte daran gedacht werden, dass durch das Angebot einer planbaren Zukunft junge, qualifizierte Menschen in den Betrieben unserer Region gehalten werden können.

Die Firmeneigner müssen endlich aufhören, darauf zu vertrauen, dass der Nachbarbetrieb schon ausbilden wird. Fachkräfte fallen nicht vom Himmel und wettbewerbsfähige Betriebe brauchen qualifizierte und motivierte Beschäftigte. Die muss man erst ausbilden und dann auch ordentlich behan-deln und angemessen bezahlen. Deswegen braucht gerade unsere Emscher-Lippe-Region die Übernahme der Ausgebildeten für eine planbare Zukunft und auch den Mindestlohn, um das weitere Sinken der Reallöhne zu stoppen. Der Arbeitgeberverband täte gut daran, wenn er sich endlich von seinen neoliberalen „Geiz ist geil“-Strategien verabschieden würde und seine Mitgliedsunternehmen stattdessen bei einer Personal- und Qua-lifizierungsplanung beraten würde.“