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IG Metall Hagen - Frauenratssitzung

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Frauenratssitzung 08.03.2015 im Hagener Rathaus

„Was wird aus Hagen? Frauen fragen!“

Unter dieser Überschrift veranstalteten die Hagener Gewerkschaftsfrauen am Internationalen Frauentag die erste alternative Ratssitzung. Auch wenn viel über Gleichberechtigung von Frauen und Männern geredet wird, ist und bleibt die gesellschaftliche, politische und betriebliche Durchsetzung eine Mammutaufgabe. Ein Beispiel dafür ist der Hagener Rat, dessen Frauenanteil unter 25% liegt.

Am 8. März allerdings fand im Rathaus die Ratssitzung mit 100%iger Frauenbesetzung statt.

Rednerin

Die stellvertretende DGB Stadtverbandsvorsitzende Ruth Schäfer eröffnete die Sitzung und verwies mit einem „Yes we can“ auf die oft ungenutzten Potentiale der Frauen. Danach durfte der Oberbürgermeister Erik O. Schulz als einziger Mann ans Mikro. Er ermutigte die Frauen ihren Kampf um die Gleichberechtigung weiter fortzusetzen. „Das Wahlrecht (1919), die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne Erlaubnis des Ehemannes (1957), die Erlangung der Führerscheinerlaubnis (1958) und die eigenständige Kontoführung (1969) habt ihr schon, aber die Führungspositionen in Politik und Wirtschaft werden wir Männer nicht freiwillig hergeben.“ Der fast tagesaktuelle Beschluss des Bundestages zur 30%igen Frauenbesetzung in den Vorständen der DAX-Unternehmen ist ein zaghafter Einstieg in die männlich dominierten Positionen.

Doch die Frauen wollen mehr.

Die anschließende „Ratsdebatte“ unter der Moderation von Anja Buschjost um die Frauenquote machte dies deutlich. Keine möchte als „Quotenfrau“ die Karriereleiter erklimmen, aber alle waren sich in der Abstimmung einig, dass die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: „Ohne Quote geht es nicht! Trotz besserer Abschlüsse der Mädchen und Frauen bekommen immer Hans und Helmut vor der Hilde den Posten.“

Im Anschluss diskutierten die Frauen aus Betrieben, Gewerkschaften, Politik und Netzwerken in Ansätzen über eine qualitative Quartiersentwicklung. Frauen wünschen sich in ihren Stadtvierteln Plätze der Begegnung und Kommunikation. Der Wunsch nach Entschleunigung und verstärktem Umweltbewusstsein in unserer hektischen Gesellschaft prägte zwar die ausgeglichene Abstimmung über einem autofreien Sonntag im Monat, allerdings steht dieser Idee der ausgedünnte und in Hagen vollkommen unzureichende öffentliche Nahverkehr im Wege.

Diskussion

Den Abschluss in dieser kurzweiligen und straff gehaltenen Ratssitzung bildete die Debatte um einen „Maxilohn“. Auch an diesem Punkt entzündete sich eine differenzierte Diskussion um Lohn- und Verteilungsungerechtigkeiten, die auf diesem Wege nicht beseitigt werden. Dabei stand weniger eine Neiddebatte im Vordergrund, sondern eher die Erkenntnis, dass ein Einkommen in Millionenhöhe im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten niemand wirklich verdient. Nach dem Mindestlohn, der eine schwache Grenze nach unten bildet, braucht es auch eine Grenze nach oben, wohlwissend, dass damit die Gewinne der Vermögenden gar nicht berührt werden und es deshalb einer anderen Besteuerung bedarf, die die Vorrausetzung für ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit ist.

Bevor es zum Kaffee, Kuchen und „Klönen“ ging, betonten auch die Frauen dieser Stadt, dass sie sich für ein vielfältiges, tolerantes Hagen und gegen aufkommenden Rechtspopulismus einsetzen. Dafür stellten sich hinter das Banner „Hagen ist bunt“ und verschickten mit Ballons einen Gruß aus Hagen. „Frauen wollen nicht viel, sie wollen nur die Hälfte dieser Welt und vor allem wollen sie darüber mitentscheiden! – Damit wird nicht alles zwangsläufig besser, aber anders und darin liegt die Chance!“

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