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IG Metall Hagen - BBiG Röspel

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Berufsbildungsgesetz (BBiG) - Novellierung jetzt! in Hagen - Gespräch unseres Ortsjugendausschusses mit den Bundestagsabgeordneten Röspel & Kapschack

Der Ortsjugendausschuss der IG Metall in Hagen hat Politiker aus der näheren Umgebung zum Austausch eingeladen. Am 22.05.2019 sind Herr René Röspel und Herr Ralf Kapschack dieser Einladung gefolgt. Sie diskutierten die anstehende Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), insbesondere mit Blick auf die bisherige Positionierungen des Bundestages. Die IG Metall Jugend möchte Ausbildung besser machen und das für Alle. Auch für Auszubildenden, die bislang nicht in den Bereich ihrer geltenden Tarifverträge fallen. Am vergangenen Mittwoch hat sich der Ortsjugendausschuss - rund 15 ArbeitnehmerInnen aus den verschiedenen Industrieunternehmen in Hagen - mit den Berufspolitikern zu wichtigen Fragen der Beruflichen Bildung ausgetauscht. Den jungen ArbeitnehmerInnen war es wichtig den Politikern ihre Arbeitswelt und Ausbildungsrealität näher zu bringen. Ein großes Thema war die Mindestausbildungsvergütung, die auch bundesweit ein großes Thema ist. Wir sind froh, dass wir die gleiche Meinung wie Herr Röspel und Herr Kapschack teilen, denn die Mindestausbildungsvergütung ist schon lange überfällig und auf ein Meilenstein in die richtige Richtung, doch sehen wir weiterhin Potential zur Verbesserung und können den Worten von Herrn Kapschak nur zustimmen. Dieser vergleicht die MiAV mit dem Mindestlohn, der "auch kein guter Lohn ist".

Der Ortsjugendausschuss der Hagener IG Metall und die Bundestagsabgeordneten René Röspel & Ralf Kapschack

Eine weitere Forderung ist die gesetzliche Gleichstellung der Dual Studierenden mit Auszubildenden. Die IG Metall Jugend fordert diese Gleichstellung, da dieses Ausbildungsmodell gerade bei jungen Menschen, aber auch bei Arbeitgebern immer attraktiver wird. Junge Menschen werden in kürzester Zeit sehr gut ausgebildet und haben neben dem IHK-Abschluss, der vor allem die praktischen Tätigkeiten vermittelt, wird ebenfalls nach kurzer Zeit einen Bachelor-Abschluss, der es erlaubt hochqualifizierten Tätigkeiten nachzugehen, abgeschlossen. Zurzeit befindet sich diese junge ArbeitnehmerInnengruppe in einem rechtsfreien Raum, da sie nicht in dem, gerade für die Ausbildung relevanten, BBiG berücksichtigt werden. Herr Röspel und Herr Kapschack verstehen die Dringlichkeit dieses Themas und werden dieses in ihren Ausschüssen anbringen. Sie können sich nicht vorstellen, welchen Grund es geben sollte, die Dual Studierenden nicht ins BBiG aufzunehmen. Die Lehr- und Lernmittelfreiheit wurde ebenfalls thematisiert. Bei diesem Thema sind alle Berufsgruppen betroffen, aber gerade das Handwerk hat dabei die größten Probleme. Hier ist es der IG Metall wichtig, sich auch mit Branchen zu solidarisieren, die keiner Tarifbindung unterliegen und somit meist individuell Ihre Rechte und den Rahmen für eine Qualifizierte Ausbildung durchsetzen müssen. Die IG Metall Jugend fordert, dass ArbeitgeberInnen ihre Auszubildenden unterstützen und zum Beispiel einer Friseurin das passende Arbeitsmaterial, wie einem Scherenset, das mehrere hundert Euro kostet, zur Verfügung stellt. Solch ein Set ist als Auszubildende selbst bei der oben angesprochenen Mindestausbildungsvergütung finanziell nicht leistbar, wenn man gleichzeitig noch einen eigene Haushalt finanzieren muss. Zu dem Thema "Übernahme" wird neben der Forderung der unbefristeten Übernahme auch die Ankündigung der Übernahme angesprochen. Für junge Menschen ist eine zukunftssichernde Perspektive unabdingbar. Sie möchten mit der Ausbildung eine Grundlage schaffen, auf die sie ihre Zukunft aufbauen können, was sich aber als schwierig gestaltet, wenn man sich in einem befristeten Arbeitsvertrag befindet. Junge ArbeitnehmerInnen haben nicht die Freiheit weiter als 3 bis 3 1/2 Jahre vorauszuplanen und müssen bis zum letzten Tag der Ausbildung darauf hoffen, eine weitere Anstellung zu haben. Um Gewissheit während des letzten Jahres der Ausbildung zu haben, fordern wir die Betriebe auf, ihren Auszubildenden mindestens 3 Monate vor Ausbildungsende mitzuteilen, ob sie sich eine weitere Zukunft mit den angehenden Jungfacharbeitern vorstellen können. Denn falls nicht, haben Auszubildende genug Zeit um sich anderweitig zu bewerben und sich rechtzeitig beim Arbeitsamt als arbeitssuchend zu melden ohne Kürzungen der Leistungen zu erwarten, die man befürchten muss, wenn man sich zu spät meldet. Auch hier können Herr Röspel und Herr Kapschack die Notwendigkeit nachvollziehen und teilen die Einschätzung der IG Metall Jugend. Herr Röspel und Herr Kapschack unterstrichen immer wieder die Bedeutung der Tarifautonomie. Sie berichten aus der Vergangenheit, in der oft von Gewerkschaften gefordert worden ist, nicht alles gesetzlich zu regeln, damit Gewerkschaften weiterhin einen freien Raum haben, um Forderungen für ihre Mitglieder zu formulieren. In einigen Bereichen, die wir angesprochen haben bzw. Fordern, sehen die zwei Herren ebenfalls Potential für Tarifforderungen. Ihnen ist wichtig, dass Gewerkschaften weiterhin attraktiv für ArbeitnehmerInnen bleiben. Diese Attraktivität könnte schwinden, wenn man alle Forderungen gesetzlich regeln und somit die Tarifflucht der ArbeitgeberInnen fördern würde. Vielen Dank an alle Mitwirkenden, insbesondere Herrn Röspel und Herrn Kapschack selbst,für ihre Zeit und ihr Interesse. Wir halten Euch auf dem Laufenden.