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Tarifvertrag für Höfer Metall Technik

IG Metaller stimmen für Übergangsregelung und mehr Geld

+++ Tarifparteien erzielen zweiten Schritt im Tarif-Einstieg für Höfer Metall Technik
+++ Nach intensiver Diskussion: IG Metall Mitglieder nehmen Abschluss an
+++ Entgeltsteigerung: bis zu 11 Prozent Plus in acht Monaten
Zweieinhalb Stunden Diskussion brauchte es, doch letztlich kamen die IG Metall Mitglieder bei Höfer Metall Technik in Hettstedt (HMT) auf der Gewerkschaftsversammlung am 14. Mai zu dem einstimmigen Entschluss: „Es ist die unterste Schmerzgrenze beim Entgelt, doch auf den Einstieg ins Tarifsystem kommt es an“, fasst ein Mitglied der Tarifkommission die Stimmung der Gewerkschafter*innen zusammen.
Bisher gilt in dem aluminiumverarbeitenden Betrieb eine im letzten Jahr vereinbarte tarifliche Regelung zwischen Arbeitgeber und der zuständigen Gewerkschaft IG Metall. Planmäßig kamen die Tarifpartner vor Ablauf der Vereinbarung schon im Februar 2022 zusammen, um über weitere tarifliche Schritte zu verhandeln. Anders als vereinbart, lieferte die Geschäftsführung jedoch in der neuen Tarifrunde keinen ganzheitlichen Vorschlag für eine mögliche Heranführung an den Flächentarifvertrag. Allerdings stellten sie Vorschläge für Stellenbeschreibungen und für ein Eingruppierungssystem vor. Erst beim zweiten Termin war die Arbeitgeberseite zu einem Entgelt-Angebot bereit und schlug ein Plus von je 30 Cent beim Stundenlohn im Juni 2022 und im Januar 2023 vor.
„Der Verhandlungsbeginn verlief enttäuschend. Die Stimmung war zäh und das Entgelt-Angebot der Geschäftsführung war ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich hier Tag für Tag für die Unternehmensgewinne krumm machen“, resümiert ein Mitglied der Tarifkommission.
Nach drei Verhandlungstagen erzielten Arbeitgeber und IG Metall schließlich einen Kompromiss. Der Tarifabschluss beinhaltet eine Erhöhung der Stundenentgelte um bis zu 11 Prozent für die untersten Entgelte. Diese liegen zum Teil noch unter dem zukünftigen Mindestlohn von 12€/Stunde. Zum 01.06.2022 erfolgt daher zunächst eine Anhebung auf mindestens 12€/ Stunde, weitere Erhöhungen folgen zum 01.07.2022 (+50 Cent), zum 01.11.2022 (+20 Cent) sowie zum 01.01.2023 (+30 Cent). Ebenfalls vorgesehen sind zwei Einmalzahlungen à 200€ sowie ein zusätzlicher Urlaubstag.
„Mit der Regelung ist es uns gelungen, den Tarif-Einstieg fortzuschreiben. Die Kolleg*innen sehen darin eine Perspektive für die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Für 2023 ist klar: Beim Entgelt ist der Druck nach wie vor hoch, andere Arbeitgeber sind da schon weiter“, bewertet Almut Kapper-Leibe, Verhandlungsführerin und Erste Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle Halle Dessau, das Ergebnis.
Die Zeit bis zum Ende der Laufzeit am 30.06.2023 wollen die Tarifparteien für eine gründliche Analyse, die Entwicklung der Stellenbeschreibungen und möglicher tariflicher Eingruppierungen nutzen. Ab Mai 2023 soll über eine weitere Regelung verhandelt werden.

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