Verdacht: Hat die Geschäftsführung die Belegschaft belogen?

Am vergangenen Freitagmorgen wurde den 115 Beschäftigten der Firmen Torwegge und Weeke, in Löhne- Gohfeld von einem Vorstandsmitglied der Homag AG mitgeteilt, dass ihr Betrieb geschlossen werden soll.
In der Betriebsversammlung, die daraufhin einberufen wurde, machten die Beschäftigten ihrem Unmut Luft. Sie fühlen sich von den Geschäftsführern Beuse und Kosok betrogen und hinter's Licht geführt.
Peter Kleint, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Herford: Von Umstrukturierungen war die Rede. Die konkrete Frage auf Standortschließung wurde noch vor kurzem in einer Betriebsversammlung eindeutig von den Herrschaften verneint. Nun dieses Desaster- das haben die Beschäftigten nicht geräuschlos hingenommen.
In der sechsstündigen Versammlung wurde lautstark eine Stellungnahme vom Geschäftsführer Beuse eingefordert. Dieser hielt es aber nicht für nötig in der schwierigen Situation einer bevorstehenden Betriebsschließung, seiner Belegschaft Rede und Antwort zu stehen. Er ließ sich am Freitag gar nicht sehen.
Die Beschäftigten haben, das wurde in der Versammlung deutlich, Manfred Beuse im Verdacht seit Mai diesen Jahres, dem Datum seines Eintritts bei Torwegge, die Schließung vorbereitet zu haben, und insofern die Belegschaft belogen zu haben.
Die Betriebsräte von Torwegge und Weeke unterbrachen denn auch zum Wochenende hin die Betriebsversammlung und kündigten eine Fortführung am Montag, den 10.10.2011 um 7.00 Uhr an.
Am Montagmorgen wird die Konzernbetriebsratsvorsitzende in der Homag AG Hannelore Knowles erwartet.
Knowles hat angekündigt aus der Konzernbetriebsrat - Sitzung vom vergangenen Freitag zu berichten und wird insofern in der Lage sein die Forderungen auf Arbeitnehmerseite zu formulieren.
Zudem erwartet die Belegschaft eine Stellungnahme vom Geschäftsführer Beuse,der sich am Montag, so war in Erfahrung zu bringen,im Betrieb aufhalten wird.
Peter Kleint: Wir wollen mal sehen, wie Beuse sich nun wieder 'raus redet. Für mich ist er übrigens kein Unbekannter. Vor ca. 10 Jahren hatte ich schon mal mit ihm bei Kruse und Meinert zu tun.
Und ebenso wie in Kirchlengern leitete er einige Jahre später verantwortlich den Arbeitsplatzabbau bei MAW / Nottmeyer in Herford ein und durch. Insofern hat Manfred Beuse hunderte von Arbeitplätze plattgemacht. Da kommt natürlich der Verdacht auf, daß er auf solche Konzernprojekte spezialisiert ist.
Kleint ist sich mit den betroffenen Betriebsräten einig: Wir lassen uns nicht vorführen und auch nicht plattmachen. Entsprechend werden wir unterschiedliche Aktionen durchführen und setzen da natürlich auf die Solidarität des Konzernbetriebsrat und der heimischen Kommunalpolitik.