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IG Metall Bamberg neu - April

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April 2019

Bosch-Beschäftigte in Bamberg demonstrieren für sichere Arbeitsplätze und Klimaschutz

IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn: „Wir erwarten, dass Bosch gemeinsam mit der IG Metall und den Beschäftigten ein Zukunftskonzept für Bamberg entwickelt.“
Die Bosch-Beschäftigten in Bamberg haben ein Zeichen für einen sozialen und ökologischen Wandel der Autoindustrie gesetzt. Am Rande einer Betriebsversammlung demonstrierten am heutigen Donnerstag rund 3.000 Beschäftigte für sichere Arbeitsplätze im ökologischen Wandel. In allen Werkteilen strömten die Beschäftigten zu den Werkstoren. Während am Werkteil 1/2 IG Metall Bezirksleiter Johann Horn zu den Beschäftigten sprach, legten am Werkteil 4 Matthias Gebhardt (1. Bevollmächtigter, IGM Bamberg) und am Werkteil 3 Martin Feder (2. Bevollmächtigter, IGM Bamberg) die Gewerkschaftspositionen dar.

Johann Horn rief den Beschäftigten zu: „Klimaschutz und sichere Arbeitsplätze gehören zusammen. Die Unternehmen und die Politik müssen dafür sorgen, dass die Beschäftigten nicht unter die Räder kommen.“

Direkt an die Adresse der Bosch-Unternehmensführung sagte Horn: „Der Bamberger Bosch-Standort hat 80 Jahre Tradition. Die Konzernspitze ist in der Pflicht, diesem geschichtsträchtigen Standort und seinen Beschäftigten Perspektiven zu geben – mit Investitionen in Zukunftsprodukte und Beschäftigungssicherung. Wir erwarten, dass Bosch gemeinsam mit der IG Metall und den Beschäftigten ein Zukunftskonzept für Bamberg entwickelt.“

Für Bosch und die gesamte Branche fordert die IG Metall massive Investitionen in neue Produkte und Arbeitsplätze. So soll die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität in Deutschland produziert werden. Die Politik muss die Unternehmen dafür in die Pflicht nehmen und finanzielle Unterstützung für Weiterbildung und Investitionen bereitstellen. Für besonders stark vom Wandel betroffene Regionen regt die IG Metall Strukturhilfen an.

Horn stellt klar: „Wir wollen weiterhin die modernste Autoindustrie der Welt haben, die die umweltfreundlichen Autos der Zukunft baut – das kann ein sauberer Diesel, ein Elektro- oder Wasserstoffauto sein. Wer das Ökologische und das Soziale gegeneinander ausspielt, der verschärft die Spaltung im Land. Der Schlüssel zu einem gelingenden Wandel ist, beides zusammenzubringen: eine saubere Umwelt und Sicherheit für die Beschäftigten.“

Mario Gutmann, Betriebsratsvorsitzender von Bosch Bamberg, sagt: „Zu einem sozialen und ökologischen Wandel gehört auch der saubere Diesel. Solange ein Großteil des Stroms für E-Autos aus Kohle und Atomkraft gewonnen wird, ist der saubere Diesel die bessere Option für Klima und Umwelt.“

Der Bamberger Bosch-Standort ist von der Mobilitätswende vom Verbrennungsmotor in Richtung E-Mobilität besonders stark betroffen. Die 7.300 Beschäftigten produzieren dort fast ausschließlich Teile für den Diesel- und Verbrennungsmotor.

2019-04-04 Toraktion Bosch Bamberg


Nur ein soziales Europa ist ein gutes Europa

Die IG Metall lädt zusammen mit dem DGB zur Veranstaltung mit Prof. Dr. Heribert Prantl.

(Für Download auf Bild klicken)


Raus zum 1. Mai!

Europa. Jetzt aber richtig!
Wenn es die Europäische Union nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Die EU hat dafür gesorgt, dass wir in Europa seit Jahrzehnten in Frieden leben. Und sie hat für die Menschen in Deutschland und europaweit erhebliche Vorteile gebracht: Wir können frei in Europa reisen und arbeiten. Bei Arbeitszeiten, Urlaub, Mutterschutz und in vielen anderen Bereichen der Arbeitswelt schützt und erweitert die EU die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und auch wirtschaftlich profitiert Deutschland enorm von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

Trotzdem erleben immer mehr Menschen, dass in der EU die Interessen der Märkte oft Vorrang haben vor sozialen Belangen. Und das, obwohl heute mehr denn je gilt: Nur eine gemeinsame und solidarische Politik für ganz Europa bringt uns weiter.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb: Europa. Jetzt aber richtig! Für uns heißt das: Dem Bekenntnis, Europa sozialer zu machen, müssen jetzt auch Taten folgen.

•„Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Die Menschen müssen im Mittelpunkt der europäischen Politik stehen. Die sozialen Interessen der Bürgerinnen und Bürger, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen Vorrang haben vor den Interessen der Unternehmen.
•„Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Europaweite Standards für gute Arbeitsbedingungen statt Dumping-Wettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten mit prekärer Arbeit und niedrigen Löhnen. Wir brauchen mehr Tarifbindung in ganz Europa und armutsfeste Mindestlöhne in jedem EU-Mitgliedsstaat.
•„Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Gleiche Chancen für Frauen und Männer. Wir brauchen eine EU-Gleichstellungsstrategie – und zwar mit ganz konkreten Maßnahmen.
•„Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Wir brauchen ein ambitioniertes Programm für Zukunftsinvestitionen für Europa, das Wachstum, Arbeitsplätze, Bildung, Infrastruktur und Wohlstand für alle sichert und fördert. Die Menschen müssen erleben, dass die EU ihr Leben nachhaltig und konkret verbessert.
•„Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Die EU muss zum Vorbild für eine faire Globalisierung werden – internationale Standards für Arbeitnehmerrechte, Soziales, Umwelt- und Verbraucherschutz müssen das Geschehen auf den Märkten bestimmen, nicht umgekehrt.



All das lässt sich in Europa nur gemeinsam erreichen. Die Rechtspopulisten und Nationalisten in Europa bieten keine Lösungen – im Gegenteil: Die Brexit-Abstimmung in Großbritannien und ihre Folgen haben gezeigt, wohin es führt, wenn diejenigen die Oberhand gewinnen, die Ängste schüren, aber keinerlei Konzepte für die Zukunft haben. Am 1. Mai zeigen wir klare Kante gegen Rechts und alle, die unser Land und Europa spalten wollen. Wir sagen Nein zu Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus.

Deswegen gehen wir am 1. Mai gemeinsam auf die Straße: Wir machen den Tag der Arbeit zum Tag der europäischen Solidarität. Und wir kämpfen gemeinsam für gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Fortschritt in Deutschland: für Gute Arbeit, gute Einkommen und Arbeitsbedingungen, mehr Tarifbindung und eine Rente, die für ein gutes Leben reicht. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, am 26. Mai 2019 an der Europawahl teilzunehmen: für ein solidarisches und gerechtes Europa.

Hier der Aufruf zur Maidemonstration und -Kundgebung in Bamberg:


(Für Download auf Bild klicken)


Bosch Belegschaft will ein Zeichen setzen

An den am Donnerstag, den 4. April stattfindenden Betriebsversammlungen werden öffentlichkeitswirksame Aktionen erwartet.
Am Ende der Frühschichtversammlungen, voraussichtlich gegen 11.30 Uhr, werden sich die Beschäftigten als Erstes Zeichens eines öffentlichen Protests an die jeweiligen Werktore begeben. Hierzu werden bis zu 3.000 Teilnehmer erwartet. Im Einzelnen ca. 300 Beschäftigte in Werk III und ca. 1.500 Beschäftigte in Werk IV. Weitere bis zu 1.200 Beschäftigte werden in Werk I u. II in der Robert-Bosch-Str. 40 erwartet.

Der Betriebsratsvorsitzender Mario Gutmann und der IG Metall Bezirksleiter Johann Horn werden dort zu den Beschäftigten sprechen. Der Protest der Beschäftigten richtet sich vorrangig gegen die aktuelle Politik.

Unter dem Motto „Der ökologisch saubere Verbrennungsmotor wird noch gebraucht“ wollen die Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaft ein Zeichen für den Klimaschutz aus ihrer Sicht setzen. Ökologie und Existenz- und Wohlstandsichernde Arbeit dürfen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden. Teile der Politik treiben jedoch genau dies voran.


Metallzeitung

Ausgabe - April 2019
Hier die aktuelle Ausgabe der Lokalseite der IG Metall Bamberg.


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