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IG Metall Bamberg neu - Juni

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Juni 2019

1.700 Kolleginnen und Kollegen aus der Region Bamberg demonstrieren für die Zukunft ihrer Arbeit

Mit 35 Bussen am 29. Juni zum bundesweiten Aktionstag der IG Metall nach Berlin
In Berlin fanden sich dann insgesamt 50.000 Menschen unter dem Motto "Fairwandel" zusammen, um auf die Folgen einer an den Interessen der Menschen vorbeigehenden Transformation der Industrie und ihrer Arbeitsplätze Aufmerksam zu machen.

Neben den rund 1.500 angereisten Beschäftigen von der Firma Bosch beteiligten sich aus der Region Kolleginnen und Kollegen von Schaeffler Hirschaid und Höchstadt, Wieland, Brose, FTE Valeo. Kennametal und Grupo Antolin. Unterstützung kam von Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke, der es sich zusammen mit MdB Andreas Schwarz (beide SPD) nicht nehmen ließ, bei den Demonstranten dabei zu sein.

Matthias Gebhardt, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bamberg, zeigte sich hochzufrieden: "Das ist ein riesiger Mobilisierungserfolg für uns. Wir konnten unsere Botschaft in Berlin platzieren und die Stimmung war bei unseren Leuten gut."

2019-06-29 Aktionstag Berlin #fairwandel


Gute Arbeit und faire Löhne - Tarifvertrag bei Auto Scholz

Die Delegiertenversammlung hat am 27. Juni 2019 einstimmig eine Resolution zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen bei Auto Scholz beschlossen.

(Für Download auf Bild klicken)


1.800 Gewerkschafter/innen aus der Region fahren am 29. Juni nach Berlin

Riesenandrang vor allem von Bosch Beschäftigten zur Großdemonstration der IG Metall.
Um 5.30 Uhr morgens werden am Samstag nächster Woche aus Bamberg etwa 1.600 Beschäftigte und Familienmitglieder der Fa. Bosch in die Hauptstadt nach Berlin aufbrechen, um sich in die große Demonstration der IG Metall „#FairWandel“ einreihen. Hierzu werden 60.000 bis 80.000 Menschen aus ganz Deutschland erwartet. Weitere ca. 200 bis 250 kommen von den Firmen Brose, Wieland, FTE Valeo aus Ebern, den beiden Schaeffler Werken aus Höchstadt und Hirschaid, von Grupo Antolin Bamberg und Firmen aus der fränkischen Schweiz. Insgesamt liegen Meldungen für ca. 35 Busse vor.

Unter dem Hauptmotto „Beschäftigte brauchen Sicherheit und Perspektiven in der Transformation“ versammelt sich diese riesige und absolut ungewöhnliche große Teilnehmerzahl aus der Region. Die Betroffenheit in den Automobilzulieferwerken rund um Bamberg ist enorm. Ca. 15.000 Arbeitsplätze hängen regional unmittelbar am Auto. „Dennoch ist diese tolle Teilnehmerquote ein riesiger gewerkschaftlicher Mobilisierungserfolg“ so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Matthias Gebhardt. „Wir sind von den Teilnehmern her diesmal die Nr. 1 in Bayern, vor München, Ingolstadt und Schweinfurt. Dies zeigt aber auch, wie groß die Problematik bei uns ist“ erklärt Gebhardt.

Die IG Metall und ihre Betriebsräte stellen sich dem ökologischen Wandel und der Transformation. Vor dem Hintergrund Ökologie und Arbeit miteinander im fairen Interessensausglich sozial zu gestalten und nicht gesellschaftlich gegeneinander auszuspielen. Ebenso müssen die Industrie und vor allem große Konzerne, wie z.B. Bosch und die Autohersteller ihren Anteil dazu beitragen.

Jahrzehnte wurde mit und durch die Beschäftigten hervorragend verdient. In schwierigen Zeiten, bzw. in der Phase tiefgreifender Strukturveränderungen dürfen nicht einseitig die Beschäftigten die Lasten tragen. „Wir brauchen Zukunftsperspektiven, alternativ Produkte für andere Antriebsformen und haben einen enormen Qualifizierungsbedarf hierzu bei den Beschäftigten“ so abschließend der Bamberger IG Metall Bevollmächtigte.




Büro geschlossen

Am Freitag, den 21. Juni bleibt das Büro der Geschäftsstelle Bamberg geschlossen.



Schaeffler: Standort- und Beschäftigungssicherung

Am vergangenen Freitag, 7. Juni 2019, haben an den von der Geschäftsstelle Bamberg betreuten Schaeffler Standorten in Hirschaid (ca. 500) und Höchstadt (ca. 800) gemeinsam mehr als 1.300 Kolleginnen und Kollegen gegen die Umbaupläne der Konzernspitze demonstriert.
Der Protest war Teil eines bundesweiten Aktionstages zu dem IG Metall und die Betriebsratsgremien bei Schaeffler aufgerufen hatten. An allen 26 deutschen Schaeffler-Standorten fanden Aktionen und Informationsveranstaltungen für die Belegschaften statt, bei denen über die Pläne der Unternehmensführung informiert wurden. Insgesamt summiert sich der von Schaeffler geplante Stellenabbau europaweit auf 3.500 Arbeitsplätze, vor allem in Deutschland.

Die Betriebsratsvorsitzenden von Schaeffler in Hirschaid und Höchstadt, Andreas Sänger und Roland Holler erklärten: „Die zeitgleiche Durchführung von Veranstaltungen in ganz Deutschland belegt, dass die Betriebsräte akuten Informations- und Handlungsbedarf sehen. Die Belegschaften, vom Auszubildenden bis zur Führungskraft, müssen wissen, was auf sie zukommt. Zugleich ist es ein starkes Signal gegenüber dem Management: wir werden als gewählte Belegschaftsvertreter zusammen für die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen einstehen. Die Zukunftsvereinbarung von Schaeffler bietet eine Grundlage, um den Wandel gemeinsam zu bewältigen.“ Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg, Matthias Gebhardt, forderte im Rahmen der Kundgebung in Hirschaid: „Wir fordern das Unternehmen auf, die Verunsicherung der Beschäftigten zu beenden und allen eine klare Perspektive zu bieten. Es ist richtig, dass Schaeffler den Wandel in Richtung Elektrifizierung mit neuen Produkten aktiv gestalten will. Dabei ist das Unternehmen aber in der Pflicht, den Beschäftigten Sicherheit zu geben.“

Martin Feder, der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg sagte im Rahmen der Kundgebung in Höchstadt: „Die Kolleginnen und Kollegen bei Schaeffler haben in den vergangenen Jahre Milliarden Gewinne für den Konzern erwirtschaftet. Wir erwarten, dass die Konzernspitze die Beschäftigten jetzt nicht einfach im Regen stehen lässt, sondern ihrer sozialen Verantwortung nachkommt und Alternativen anbietet. Betriebsbedingte Kündigungen wären eine Kampfansage an die IG Metall!“

Kolleginnen und Kollegen des Standorts Höchstadt während der Aktion


Beschäftigte bei Auto-Scholz streiken für einen Tarifvertrag

Am 3. Juni 2019 haben 120 Beschäftigte von Auto Scholz GmbH & Co. KG (Mercedes-Benz/Daimler) in Bamberg für über eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt.
Mit der Warnstreikaktion wollen die Beschäftigten ihrer Forderung nach einem neuen Tarifvertrag Nachdruck verleihen.
Zur Aktion aufgerufen hatte die IG Metall Bamberg. Der zuständige Gewerkschaftssekretär Benjamin Oster erklärt: „Wir hatten bei Auto-Scholz in den vergangenen Jahren immer Haustarifverträge abgeschlossen. Der Letzte lief im März 2019 aus. Es gab bislang drei Verhandlungsrunden mit der Geschäftsführung für einen neuen Tarifvertrag. Uns wurde dabei schnell klar, dass die Geschäftsführung nicht ernsthaft mit uns verhandelt. Das hat sich dann bestätigt, als der Arbeitgeber die Tarifverhandlungen am 23. Mai beendete und uns erklärte, keinen neuen Tarifvertrag mehr abschließen zu wollen. Stattdessen sollen jetzt den Beschäftigten individuelle Einzelvereinbarungen vorgelegt werden, wie es weitergeht.“

Der Betriebsrat, die Beschäftigten und die IG Metall befürchten dadurch mittelfristig eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei Auto-Scholz und wollen auch in Zukunft die Arbeitsbedingungen über einen Tarifvertrag geregelt wissen. Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der gewerkschaftlichen Tarifkommission, Rainer Merkel:
„Bei den vorgelegten individuellen Verträgen ändert sich erstmal nicht viel. Urlaub und Entgelt bleiben gleich – aber in Zukunft, müsste dann jeder Beschäftigte selbst wegen einer Entgelterhöhung vorsprechen. Oder der Arbeitgeber legt beispielsweise irgendwann wieder neue Arbeitsverträge vor, die dann aber schlechtere Bedingungen haben. Wir möchten keinen wilden Westen im Betrieb, sondern Arbeitsbedingungen, die gemeinsam und für alle nachvollziehbar in einem Tarifvertrag geregelt sind.“

Die IG Metall hat die Beschäftigten bei Auto-Scholz aufgerufen, sich gegen die Pläne des Arbeitgebers zu wehren. Dabei hat die Gewerkschaft in den vergangenen Wochen viel Zuspruch erfahren.

Im Rahmen einer Betriebsversammlung hat die Belegschaft ein sehr klares Votum abgegeben: Sie will geregelte Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und einen neuen Tarifvertrag, der sie alle am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt.

Zeitgleich zur Aktion in Bamberg fanden auch an den Auto-Scholz Standorten in Bayreuth und Kulmbach Warnstreiks statt. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg, Matthias Gebhardt gibt sich kämpferisch: „Die Belegschaft hat hier heute zum ersten Mal in der langen Geschichte dieses Autohauses gestreikt. Der Zuspruch hat uns alle überrascht. Die Beschäftigten haben damit ein sehr starkes Signal an ihre Geschäftsführung gesendet. Ich kann den Arbeitgeber nur dazu auffordern seine Blockadehaltung aufzugeben und wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, damit wir gemeinsam eine für alle Seiten tragbare Lösung finden können.“

2019-06-03 Warnstreik Auto Scholz Bamberg


Metallzeitung

Ausgabe - Juni 2019
Hier die aktuelle Ausgabe der Lokalseite der IG Metall Bamberg.


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