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IG Metall Bamberg neu - Mai

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Mai 2019

Büro geschlossen

Am 31. Mai bleibt das Büro der IG Metall Bamberg geschlossen.
Ab Montag, den 3. Juni sind wir wieder wie gewohnt erreichbar.


Tarifverhandlungen bei Auto Scholz stocken

Die Beschäftigen sprechen sich in Betriebsversammlungen standortübergreifend mit großer Mehrheit für die Fortführung des Tarifvertrags und für Entgelterhöhungen aus.
Seit vielen Jahren waren die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bei Auto GmbH & Co. KG (Daimler-Benz) über Haustarifverträge in Anlehnung an den Flächentarifvertrag der Kfz Branche Bayern geregelt. Seit November 2018 laufen zwischen der IG Metall und Gespräche über die Fortführung der Tarifverträge und über die Beteiligung der Beschäftigen am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens in Form von Entgelterhöhungen. Die Gespräche sind zuletzt ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Die Arbeitgeberseite um Inhaber und Geschäftsführer Michael Eidenmüller. machte im letzten Verhandlungsgespräch deutlich, dass sie nicht bereit ist ein Angebot über Entgelterhöhungen in 2019 auf den Tisch zu legen. Verschärft wurde die Situation durch arbeitgeberseitige Informationsveranstaltungen, in denen mitgeteilt wurde, zeitnah allen Kolleginnen und Kollegen neue Arbeitsverträge vorlegen zu wollen, die eine Nachwirkung der Tarifverträge beenden.

In Betriebsversammlungen am 9. Mai an den Standorten Bamberg, Bayreuth und Kulmbach wurden die Interessenslagen nochmals deutlich. Während Vertreter der Arbeitgeberseite betonten zukünftig einzelvertragliche Lösungen mit den Beschäftigten zu finden, bekräftigte die IG Metall die Forderung und die Vorzüge nach Tarifverträgen, die die Arbeitsbedingungen insgesamt für die Beschäftigten regeln. "Die Kolleginnen und Kollegen haben in den Betriebsversammlungen ein mehr als deutliches Votum für die Fortführung der Tarifverträge abgegeben. Ebenfalls deutlich war die Bereitschaft hierfür notfalls auch in Aktion zu treten. In einer Phase, in der das Unternehmen Gewinne schreibt, ist es Gebot der Stunde die Beschäftigten für ihren Einsatz an den von ihnen erwirtschafteten Gewinnen zu beteiligen. Der Unmut der Kolleginen und Kollegen über das Verhalten der Arbeitgeberseite ist voll und ganz nachvollziehbar." so Martin Feder, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Bamberg.

IG Metall Verhandlungsführer Josef Brunner von der Bezirksleitung Bayern hat Herrn Eidenmüller nun aufgefordert an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die IG Metall hat in wirtschaftlich angespannten Zeiten Lösungen mit der Arbeitgeberseite gefunden. Sich in einer guten wirtschaftlichen Lagen, aus der Tarifbindung verabschieden zu wollen, ist inakzeptabel und wird der Leistung der Beschäftigten und dem Premiumanspruch der Marke Daimler-Benz nicht gerecht."




Nur ein soziales Europa ist ein gutes Europa

An einem Themen- und Diskussionsabend zur Europawahl mit Prof. Dr. Heribert Prantl am 7. Mai 2019 nahmen 80 Kolleginnen und Kollegen, davon die Hälfte aus der IG Metall, teil.
Prof. Dr. Heribert Prantl, Kolumnist, Autor und jahrelang Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, war im Bistumshaus St. Otto in Bamberg zu Gast, um im Vorfeld der Europawahl über die Vorteile Europas für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu referieren.

Die Vorzüge Europas seien auf einer Litfaßsäule eindrucksvoll nachzulesen - nämlich auf Europäischen Säule der sozialen Rechte, welche im Jahr 2017 auf dem EU-Gipfel in Göteborg proklamiert wurde. Der Nachteil daran: Diese Rechte sind noch gar keine Rechte, sondern nur unverbindliche Absichtserklärungen. Die Säule diene jedoch als Wegweiser, wo der europäische Weg hinführen soll.

Europa müsse ein soziales Projekt werden, wenn es Zukunft haben soll. Es brauche guten sozialen Schutz in Europa, Schutz, Fürsorge und Förderung wie ihn die Nationalstaaten Europas ihren Bürgerinnen und Bürgern in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg geben konnten. Wenn die sozialstaatlichen Ordnungen in den Staaten bröckeln, müsse die Europäische Union versuchen, die Gesellschaften wieder zu stärken und zu stabilisieren. Es reiche nicht, den Bürgern zu sagen, dass in einer globalisierten Welt der Nationalstaat nicht gut bestehen kann; die Menschen müssten erfahren, erleben und erspüren, dass Europa ihr Leben leichter, nicht schwerer macht. Sie müssten erfahren, erleben und erspüren, dass Europa die Probleme anpackt, die ein einzelner Staat nicht mehr lösen kann. Und die Menschen müssten vor allem erfahren, erleben und erspüren, dass Europa nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch und vor allem eine soziale Angelegenheit ist.

Aus einem Europa, das noch immer wie ein Banken- und Konzerneuropa aussieht, müsse ein Arbeitnehmer- und Bürgereuropa werden. Und Europa brauche eine Verfassung, die die Verfassung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärkt. Dies sei die Aufgabe der europäischen Politik in den nächsten Jahren. Dies müsse im Mittelpunkt des Europawahlkampfs stehen.

Prof. Dr. Heribert Prantl spricht zu den Veranstaltungsteilnehmern

v.l.n.r.: Petr Arnican (DGB Regionssekretär Oberfranken), Prof. Dr. Heribert Prantl, Mathias Eckardt
(DGB Regionsvorsitzender Oberfranken), Doris Stadelmeyer (Geschäftsführerin, ver.di Bamberg),
Matthias Gebhardt (1. Bevollmächtigter IG Metall Bamberg)


Kraftvolle Demonstration und Kundgebung am Tag der Arbeit in Bamberg.

Mehr als 2.000 Menschen folgen dem Aufruf der Gewerkschaften.
Viele Menschen haben sich an der vom DGB aufgerufenen Demonstration und der Kundgebung am Tag der Arbeit in Bamberg beteiligt. 1.500 bildeten den stimmungsvollen Demonstrationszug vom Bahnhof ausgehend zum Bamberger "Gabelmann". Dort folgten schließlich mehr als 2.000 Teilnehmende der Kundgebung, an der unter anderem Hauptredner Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, sowie der Betriebsratsvorsitzender von Bosch Bamberg, Mario Gutmann, sprachen. Alle zeigten sich von der Beteiligung hochzufrieden.

Nach der Begrüßung durch den DGB Regionsvorsitzenden Mathias Eckardt und einem Grußwort von Oberbürgermeister Andreas Starke, ging Hans-Jürgen Urban auf soziale Fragen von der Rentenpolitik bis prekäre Beschäftigung ein. "Schauen Sie nicht nur auf die statistischen Zahlen, sondern auf die Lebenswirklichkeit der Menschen, dann sehen Sie die Gerechtigkeitslücke" so Urban an die Politik gewandt. Beschäftigungsformen wie Werkverträge und Leiharbeit seien keine guten Merkmale eines modernen Arbeitsmarkt.

Mario Gutmann machte zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen von Bosch Bamberg auf die drohenden Auswirkungen der Transformation und der Abkehr von einer modernen Dieseltechnologie Aufmerksam "Wenn nur einer von zehn Arbeitsplätzen mit Elektromobilität übrig bleibt, ist uns das zu wenig" so Gutmann. Mit verschiedenfarbigen Westen wurde auf das Verhältnis von Beschäftigungsverhältnis in den Sparten Diesel (rot), Benzin (blau) und Elektromobilität (weiß) von einer enormen Anzahl Bosch-Beschäftigter aufmerksam gemacht. "Wir wollen die Ökologie und sichere Arbeitsplätze verbinden, aber mit einer Offenheit für Technologien. Diese Transformation braucht Zeit." so Gutmann weiter und warb bei den Antriebstechnologien für einen Mix und warnte vor der einseitigen Festlegung auf Elektromobilität.

Zum Schluss der Kundgebung hatte die IG Metall Jugend noch ihren Auftritt. Mit einem Theaterstück stellten sie anhand einer Zeitreise, in Anlehnung an den Filmklassiker "Zurück in die Zukunft", die Meilensteine der deutschen Demokratie dar. Mit viel Witz und unter Einbezug aktueller politscher Ereignisse, stellten sie klar, dass ein demokratisches Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Unter großem Applaus ruften sie die Kolleginnen und Kollegen zur Teilnahme an der Europawahl auf und positionierten sich mit dem Schlusswort "Kein Fußbreit den Faschisten!" entschieden gegen einen Rechtsruck in Europa.

"Das war die allergrößte 1. Mai - Demonstration seit Jahrzehnten! Große Klasse und herzlicher Dank an alle, die zum diesem wunderbaren Erfolg beigetragen haben." so der 1. Bevollmächtigte Matthias Gebhardt.

Der Demonstrationszug angeführt von Hans-Jürgen Urban (4.v.l.).

Weitere Eindrücke in der Bildergalerie:

2019-05-01 Tag der Arbeit in Bamberg


Büro geschlossen

Am Donnerstag den 2. Mai ist das Büro ab 14 Uhr geschlossen. Am Montag den 6. Mai ist das Büro wegen einer internen Büroklausur ganztägig geschlossen.



Metallzeitung

Ausgabe - Mai 2019
Hier die aktuelle Ausgabe der Lokalseite der IG Metall Bamberg.


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