Regionalkonferenz 30.01.2012
800 Vertrauensleute und Betriebsräte aus der Metall- und Elektroindustrie im Rheinland und der Aachener Region haben lebhaft in der Stadthalle Köln-Mülheim ihre Erwartungen an die Tarifbewegung diskutiert.
Oliver Burkhard, Bezirksleiter der IG Metall NRW, forderte in seiner Rede für die begonnene Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie
3 x mehr.
- Mehr Geld, weil es die Beschäftigten verdienen,
- mehr Fairness in der Leiharbeit, weil es keine zwei Klassen von Be-schäftigten geben darf und
- mehr Perspektive für die junge Generation, weil die nur befristete Übernahme nach der Ausbildung zur leidigen Regel geworden ist.
Prof. Dr. Rudolf Hickel von der Universität Bremen hielt einen Vortrag unter der Überschrift: Jetzt ist die Lohnpolitik dran und bekräftigte und begründete die zu Recht bestehende Tarifforderungen der IG Metall in anschaulicher Art und Weise.
Weiterhingab es eine lebhafte Diskussionsrunde der teilnehmenden Betriebsräte und Vertrauensleute. Sie stärkten der Verhandlungskommission argumentativ den Rücken mit Vorschlägen für die kommenden Tarifverhand-lungen mit dem Arbeitgeberverband.
Eine Gruppe jugendlicher Kolleginnen und Kollegen schwor die Versammlung zum Abschluss der Veranstaltung nochmals in einer Aktion eindringlich auf die Notwendigkeit ein, sich für die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung stark zu machen. Nur durch diese Sicherheit sei eine eigene verlässliche Lebensplanung möglich. Die junge Generation braucht echte Perspektiven, statt in Befristung und Leiharbeit abgedrängt zu werden.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Forderung sollte erst am Ende der Diskussion in den Belegschaften stehen, wie es auch im Bezirk NRW festgelegt wurde. Endgültig entscheidet die Tarifkommission für NRW am 23. Februar 2012 und der IG Metall Vorstand am 24. Februar 2012 über die Lohnforderung.
Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Köln-Leverkusen, Witich Roßmann erklärte: "Lohnforderungen sind keine quantitativen Forderungen. Geld und Einkommen entscheiden in unserer Gesellschaft wesentlich mit über die Qualität des Lebens:
- Können wir uns gesundes Essen leisten,
- können wir unseren Kindern Sport, Musik, eine gute Ausbildung finanzieren,
- können wir uns eine gute medizinische Versorgung leisten?
Aber wir dürfen nicht nur darüber diskutieren, was wir wollen. Wir müssen vor allem darüber diskutieren, wie wir es durchsetzen!"
Nächster Verhandlungstermin mit den Metall-Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen ist der 14. März 2012.