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IG Metall Köln-Leverkusen - Forum Gute Arbeit

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Gute Arbeit im Büro

  

  

Die Arbeitsbedingungen haben sich in vielen Bürobereichen in den vergangenen Jahren stetig verschlechtert. Das zeigen viele Studien und Befragungen von Beschäftigten. Allerdings ist das nicht sofort passiert, sondern schleichend eingetreten.

Die IG Metall startete mit ihrem Projekt "Gute Arbeit" 2010 und setzt sich für Verbesserungen ein.

Die im Rahmen dieses Projektes erfolgten Beschäftigtenbefragungen brachten es an den Tag: Mit diesem Thema treffen wir den Nerv der Beschäftigten.

  

Projekt Gute Arbeit

Informationen und Hinweise zum Projekt
Frühere Veröffentlichungen

Explodierende Gesundheitsrisiken und -kosten im Betrieb
Gefährdungen wachsen überproportional in Bürojobs

Nach Angaben des wissenschaftlichen Instituts der AOK haben die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen zwischen 1995 und 2008 um 80 % zugenommen. Andere Krankenkassen haben in den letzten Wochen diesen Trend bestätigt. Die DAK macht Doping bei der Arbeit sogar zum Schwerpunktthema ihres Gesundheitsreports 2009. Alarmierende Zahlen. Gegen diese Trends helfen individuelle Stresstrainings und Wellness Wochenende allein nicht. Die IG Metall will kollektive Hilfe bieten, Hilfen für gesunde Arbeitsplätze aufzeigen.
In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich sich die Büroarbeit erheblich gewandelt. Neue Medien haben die Kommunikation vereinfacht, aber auch beschleunigt. Die Arbeitsorganisation hat sich in den meisten Betrieben ebenfalls verändert. Weg von festen Arbeitsaufgaben und Zuständigkeiten, hin zu projektbezogenem Arbeiten. Dies hatte für die Beschäftigten vielerorts zur Konsequenz, dass die klassischen Einzelbüros verschwanden und stattdessen in Großraumbüros umgewandelt wurden. Die Anforderungen seitens der Arbeitsaufgaben an die Beschäftigten sind komplexer geworden, und "Alrounder" sind gefragt.

Ebenso hat das Shareholder-Value-Management der letzten Jahrzehnte zu einer veränderten Arbeitswelt im Büro beigetragen. Denn um die meist utopischen Planzahlen zu erreichen, mussten in den Betrieben Kosten eingespart werden. Dies geschah zumeist indem Personal abgebaut wurde. Die bestehenden Aufgaben wurden auf immer weniger Köpfe verteilt, die Arbeits- und Leistungsverdichtung nahm zu.

Auch die Problematiken der Leiharbeit finden sich in Büros wieder. Immer neue Gesichter, die angelernt werden müssen. Immer im Hinterkopf, dass diese KollegInnen eine noch ungewissere Zukunft haben als man selbst und zu "Dumpingentgelten" arbeiten müssen. Dies übt Druck auf die Festangestellten aus, denen somit Tag für Tag vor Augen geführt wird, wo auch sie einmal landen könnten. In der jetzigen Zeit der Wirtschaftskrise verschärft sich dieser Druck noch einmal und steigert sich oftmals zur regelrechten Existenzangst.

Während sich der Arbeits- und Gesundheitsschutz sich in der Vergangenheit mehr um die Produktions- und Logistikbereiche kümmern musste, und dort vor allem um die physischen Belastungen und Gefahrstoffe, so nehmen in den letzten Jahren die Erkrankungen aufgrund psychischer Belastungen stetig zu. Dies bestätigen u.a. die Reports der Krankenkassen. Somit werden Büroarbeitsplätze zunehmend zu einer Quelle von Erkrankungen. Da mittlerweile die meisten Arbeitnehmer in Büros arbeiten, entsteht an dieser Stelle ein gewaltiges gesellschaftliches Problem. Denn viele der Erkrankten, können nicht mehr ins Berufsleben zurückkehren. Sie müssen langfristig unterstützt werden. Auch auf unsere Krankenkassenbeiträge wird dies Auswirkungen haben, denn die wenigsten Erkrankungen werden ursächlich mit der Arbeit in Verbindung gebracht und die Kosten somit nicht von den Unternehmen, bzw. deren Berufsgenossenschaften getragen, sondern auf die Allgemeinheit abgewälzt. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen auch auf Büroarbeitsplätzen zu verbessern. Welche präventiven Mittel und Wege es dazu gibt, wo man sich Hilfe und Beratung holen kann, das alles war Thema einer Fachtagung der IG Metall Köln- Leverkusen am 27.02.2010. Hier haben Arbeitswissenschaftler mit den Teilnehmern über „Gute Arbeit im Büro“ diskutiert.

  

Burn-Out: Ein brennendes Thema

Zwischenzeitlich schafft es das Thema Burn-Out immer wieder auf die Titelseiten. Die Ausgabe 10/10 vom 08.03.2010 des FOCUS hatte "Burn-Out" zum Titelthema.
Kerstin Klein schrieb hierzu einen interessanten Leserbrief.

  

Downloads

Zusammenfassung der Forumsveranstaltung vom 27.02.2010