Bildungsstreik am 17. November
Herbst ist die Zeit der Bildungsproteste
Auszubildende, Studierende und SchülerInnen demonstrierten deutschlandweit für bessere Bedingungen. Auch in Köln sind junge Menschen auf die Straße gegangen.
Keine Übernahme nach der Ausbildung, baufällige Schulgebäude, veraltete Lernmittel, überfüllte Hörsäle, Bildungsgebühren, Ausgrenzung es gibt genug Gründe, die Schüler, Auszubildende und Studierende hierzulande auf die Straße trieben. In über 40 Städten bundesweit wurde unter dem Motto "Bildungsstreik 2011 - Für Solidarität und freie Bildung" zum Protest aufgerufen.
Auch in Köln demonstrierten bei eisigen Temperaturen rund 1000 Auszubildende, Schüler und Studierende auf der Straße für die unbefristete Übernahme, für mehr Ausbildungsplätze und die Abschaffung des Turboabiturs. Leider wurde einigen Schülern die Teilnahme am Bildungsstreik von Lehrkörpern und Schulleitung verwehrt, obwohl sie nach dem Schulgesetz die Möglichkeit zur Teilnahme haben. Hier gilt es für die nächsten Proteste, die Schüler besser zu informieren und die Schulleitungen im Vorfeld auf die Zusammenhänge hin zu weisen.
Schon nach den Bildungsstreiks von 2009/2010 waren einige Erfolge erzielt worden. Die Kopfnoten sowie die Studiengebühren wurden in NRW abgeschafft. Trotzdem gibt es immer noch offene Baustellen in Köln, wie beispielsweise das Thema der Ausbildungsplätze. Wir erinnern uns, dass die Spitzenverbände der Wirtschaft und die Bundesregierung einen »Ausbildungspakt« unter Ausschluss der Gewerkschaften vereinbart haben. Hier wollten die Arbeitgeber eine zweijährige Schmalspurausbildung sowie Verschlechterungen im Jugendarbeitsschutzgesetz erwirken.
Die Agentur für Arbeit Köln sieht auch im Jahr 2011 mehrere tausend Jugendliche in Köln schon als versorgt an, auch wenn sie in berufsvorbereitenden Maßnahmen, Praktika oder sogenannten Warteschleifenmaßnahmen stecken. Tendenziell hat sich der Ausbildungsmarkt in Köln ein wenig verbessert. Aber, dass alle Menschen, wenn sie nur hart genug arbeiten, einen Ausbildungsplatz bekommen ist eine glatte Lüge. Die Zahl der Ausbildungsplatz suchenden Jugendlichen ist weit aus höher als die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze.
Liebe Arbeitgeber: Die Jugend ist sauer! Die Jugend fordert eine Perspektive!
Jetzt heißt es den Druck weiter zu erhöhen, gerade beim Thema Ausbildungsplätze, unbefristete Übernahme und Abschaffung von G8 .
Liebe Arbeitgeber: Die Jugend ist sauer! Die Jugend fordert eine Perspektive! Jetzt heißt es den Druck weiter zu erhöhen, gerade bei den Themen - Ausbildungsplätze,
- unbefristete Übernahme und
- Abschaffung von G8.
Immer noch gibt es zu wenige Bildungsinvestitionen in allen Bildungsbereichen. Es ist ein Skandal, dass der Zugang zur Bildung abhängig ist von der sozialen Herkunft der Eltern. Zudem ist es immer noch der Fall, dass Jugendlichen, die von der Schule abgehen, keinen Ausbildungsplatz im gewünschten Berufsbild finden. Nur jede/r sechste Hauptschüler/-in hat nach dem Ende der Schule einen Ausbildungsvertrag in der Tasche.
Die Mehrheit der SchülerInnen kennt gerade einmal zehn traditionelle Ausbildungsberufe und weiß fast nichts über die moderne Arbeitswelt.
Das muss sich ändern, indem die Berufswahlorientierung verstärkt an Schulen durchgeführt wird! Fest steht aber auch: Wenn nicht genug Ausbildungsplätze angeboten werden, nützt auch der beste berufsvorbereitende Unterricht nichts. Die Wirtschaft muss endlich für ein auswahlfähiges Ausbildungsplatz-angebot sorgen.
Sinnlose Warteschleifen abschaffen! Jugendliche, die nach dem Abgang von der Schule keinen Ausbildungsplatz erhalten, rutschen in Warteschleifen. Die Jugendlichen gelten in der Statistik der Agentur für Arbeit als "vermittelt" und verzerren somit die realen Zahlen.
Die IG Metall-Jugend fordert für Jede/n, die/der an einer berufsvorbereitenden Maßnahme erfolgreich teilnimmt, einen Ausbildungsplatz.
Die Jugend hat ein Recht auf PERSPEKTIVE!
Nach der Ausbildung landen die jungen Erwachsenen oft in der Zeit- und Leiharbeit oder sind arbeitslos. Die Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung in ein Regelarbeitsverhältnis, sichert jungen Menschen ihre Zukunftsperspektiven und die dringend notwendige Berufserfahrung. Wer die Übernahme verweigert, nimmt der Jungen Generation die Chancen auf einen guten Start ins Berufsleben. Das darf nicht sein!