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IG Metall Leer-Papenburg - Aktion gegen Leiharbeit Febr 2011

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Klares Votum
gegen Leiharbeit und Billiglohn

Papenburg. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages von IG Metall und DGB gegen Leiharbeit, Werkverträge, Befristungen und Nicht-Übernahme von Auszubildenden fand vor der Meyer Werft die hiesige Kundgebung statt. Über 2.000 Teilnehmer versammelten sich gegen Mittag vor dem Werkstor und machten deutlich, dass in Deutschland endlich per Gesetz Gleichbehandlung und Gleichbezahlung bei gleicher Arbeit in den Betrieben sicherzustellen ist.

Neben den Beschäftigten der Werft nahmen auch andere Betriebe aus der Region teil. Eine Arbeit, die sicher und fair für alle sein soll, forderten auch Beschäftigte vom Leda-Werk aus Leer, von Salamander aus Papenburg und Coats Opti aus Rhauderfehn sowie Röchling aus Haren.

Die Entwicklung zum Billiglohn in unsicheren Arbeitsverhältnissen wird von allen Rednern als Belastung für die Gesellschaft, als Hemmnis der Verbesserung der Produktivität und als Missachtung der Würde des Menschen eingestuft.

Ibrahim Darweesh, Sprecher der Vertrauensleute, auf der Meyer Werft, begrüsst die zahlreichen Anwesenden aus den Betrieben. Auch in Ostfriesland und im Emsland seien Leiharbeit und Werkverträge auf dem Vormarsch. "Die Kollegen in den Betrieben erleben immer häufiger, dass neben dem eigenen Arbeitsplatz andere Beschäftigte eingesetzt werden und die gleiche Arbeit machen. Aber zu deutlich schlechteren Bedingungen. Es kommt dadurch bei allen zu großer Verunsicherung. Dabei weiß doch jeder: Angst um den Arbeitsplatz ist schlecht für Motivation und Innovation" so Darweesh.

Auch für Thomas Gelder, Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft, ist der Weg mancher Arbeitgeber, billig vor besser, langfristig nur wenig erfolgsträchtig. Nur mit stabilen und qualifizierten Belegschaften seien die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Für Clemens Bollen, Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg, ist die Entwicklung überall feststellbar: Arbeitsverhältnisse befristet oder in Arbeitnehmerüberlassung nähmen auch in der Region zu. Außerdem sei erkennbar, dass in Unternehmen zunehmend das Instrument Werkvertrag eingesetzt werde. „Wie bei der Leiharbeit arbeiten Beschäftigte mit Werkverträgen zu einem großen Teil Hand in Hand mit Stammbelegschaften. Sie werden eingesetzt wie normale Beschäftigte. Viele bleiben aber Arbeitnehmer zweiter Klasse. Sie verdienen weniger, sie haben keine Interessenvertretung“ so Bollen.

Markus Paschke, DGB Region Ostfriesland und nördliches Emsland, sieht einen gesellschaftlichen Skandal darin, dass Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können. Der Bund gäbe jährlich elf Milliarden Euro für so genante „Aufstocker“ aus. Durch gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und durch Mindestlöhne könnte die Politik hier Abhilfe schaffen. „Wir brauchen wirksame Gesetze, um Leiharbeit und prekäre Be-schäftigung einzudämmen. Der Wert der Arbeit muss wieder erhöht werden.“

Unterstützung bekamen die Teilnehmer der Kundgebung von Olaf Lies, Landesvorsitzender der SPD und Landtagsabgeordneter. Er hat sich mit den Forderungen solidarisch erklärt und sagte, dass es gerechter in der Gesellschaft zugehen müsse.

Abschließend brachte Bernhard Schmees, Betriebsratsvorsitzender Salamander, es auf den Punkt: "Leiharbeit und Niedriglohn sind nicht nur ungerecht, sondern führen auch zur Armut im Alter. Denn bei diesen niedrigen Einkommen liegen die Altersrenten entsprechend bei 500,- €. Und am Ende bezahlen wir alle zusammen für den Profit der Unternehmen."

von links: Thomas Gelder (BR-Vors. Meyer Werft), Clemens Bollen (Bevollm. IG Metall Leer-Papenburg), Bernhard Schmees (BR-Vors. Salamander), Olaf Lies (MdL und SPD Landesvorsitzender), Markus Pschke (DGB Regionsvors. Ostfriesland und nördliches Emsland), Ibrahim Darweesh (Sprecher der Vertrauensleute Meyer Werft)