Aktionsstand "Gleiche Arbeit - gleiches Geld"
gegen Leiharbeit am 25. September 2010 in Leer
Nach der Krise: Verdrängen von Stammbelegschaften durch Leiharbeit
In den letzten Monaten hat die Auftragslage in vielen Betrieben deutlich angezogen. Arbeitskräfte werden wieder gesucht. Aber ein großer Teil der neuen Jobs sind Leiharbeitsstellen oder im Niedriglohnsektor angesiedelt.
Die Unternehmen scheinen verstärkt auf Leiharbeit zu setzen, mit der Tendenz, dass Leiharbeit Stammarbeitsplätze verdrängt. Deshalb sind wir alle von Leiharbeit betroffen, auch die Kolleginnen und Kollegen, die einen festen Arbeitsplatz haben.
Obwohl Leiharbeitnehmer die gleiche Arbeit machen, verdienen sie weniger Geld und haben oftmals viel schlechtere Arbeitsbedingungen.
Wir haben aktuell in Deutschland schon wieder rund 850.000 Leiharbeiter im Einsatz. Die Branche rechnet mit bis zu 2,5 Millionen Leiharbeitsverhältnissen in 2012.

Info- Tour in Leer
Wir fordern eine Veränderung der Politik!
Wir brauchen dringend eine Gesetzesregelung, die die Zeitarbeit begrenzt, damit gleiche Löhne für gleiche Arbeit gezahlt und Auszubildende von ihren Betrieben übernommen werden.
Im Rahmen der Info- Tour der IG Metall in ganz Deutschland haben wir am Samstag auch in Leer über die Probleme durch Leiharbeit informiert. Im Gespräch mit den Bürgern wurde von den Arbeitnehmern gefordert, auch über gesetzliche Regelungen, die Leiharbeit in den Betrieben einzudämmen und über Mindestlohn vor Dumpinglöhnen zu schützen.
"Die zahlreiche Beteiligung und die vielen Gespräche zeigen, wie weit die Spaltung in Stammbelegschaft und Leiharbeit in den Betrieben schon ist. Es muss dringend die Arbeitnehmerüberlassung begrenzt und fair gestaltet werden" so die Schlussfolgerung von Clemens Bollen am Ende des Aktionstages. Das Team der IG Metall hat mit Unterstützung der Betriebsräte rund 500 Unterschriften gegen Lohndumping und Leiharbeit an diesem Tag in Leer gesammelt.

Zu der Aktion "Gleiche Arbeit - gleiches Geld" hat die IG Metall eine deutschlandweite Initiative gestartet, mit der sie durch verschiedene Städte tourt. Ziel der bundesweiten Kampagne ist es, ein Bündnis zu schmieden, das sich für faire Bedingungen in der Leiharbeit einsetzt. Weitere Informationen gibt es unter: