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IG Metall Leer-Papenburg - Warnstreik Coatsopti 2019

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Die Beschäftigten von Coats Opti unterstreichen mit ihrer Warnstreikaktion vor dem Werkstor ihre Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn und eine bessere Altersteilzeitregelung

Arbeitsniederlegung bei Coats Opti

Für die rund 100.000 Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie fordert die IG Metall eine Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent. Außerdem soll der Tarifvertrag zur Altersteilzeit verlängert, finanziell verbessert und der Kreis der Anspruchsberechtigten (Quote) erweitert werden. Zudem sollen Beschäftigte die Wahloption erhalten, statt Einkommenserhöhungen zusätzliche freie Tage nehmen zu können.

Rhauderfehn/06.02.2019. Die Beschäftigten in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie setzen ihre Warnstreiks fort. Auch bei Coats Opti in Rhauderfehn kam es am Mittwoch zu einer vorübergehenden Arbeitsunterbrechung zum Schichtwechsel. Rund 120 Beschäftigte des Reißverschlussherstellers gingen für eine knappe Stunde vor das Werkstor, um die Tarifforderungen von 5,5, Prozent mehr Lohn, einer besseren Altersteilzeit und mehr Zeitsouveränität zu unterstützen.

Für Thomas Gelder, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg ist die Botschaft klar: „Der Warnstreik zeigt, dass die Beschäftigten das bisherige Angebot der Arbeitgeber nicht akzeptieren. Da müssen die Arbeitgeber nochmal deutlich nachlegen.“ Auch vermisst er ein Angebot der Arbeitgeber ähnlich dem Abschluss in der Metallindustrie zwischen der Auszahlung von Lohnerhöhungen und zusätzlichen freien Tagen wählen zu können.

Mit vorm Werkstor, Marcus Wente, von der IG Metall Bezirksleitung in Hannover. Er beschreibt die Stimmung bei den Beschäftigten im Lande. „Seit einer Woche finden überall in den Textilbetrieben Warnstreiks statt. Die Arbeitnehmer stehen geschlossen hinter ihren Forderungen. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von zweimal 1,7 Prozent in fast drei Jahren empfinden die Beschäftigten als Hohn“. Das Angebot der Arbeitgeber reiche noch nicht einmal, die Inflation auszugleichen, so Wente. Auch bei der Gestaltung der Arbeitszeit mauerten die Arbeitgeber. Wenn aber eine Umwandlung von Tariferhöhungen in zusätzliche freie Tage für die Beschäftigten nicht umsetzbar sei, warum sollten die Arbeitnehmer dann so flexibel sein und Mehrarbeit an Samstagen leisten?

Manfred Bußmann, Mitglied der Tarifkommission und Betriebsratsvorsitzender bei Coats Opti, kennt den Druck in der Belegschaft: „Wir haben viele ältere Kolleginnen und Kollegen bei Coats Opti, die lang genug geschuftet haben; bisher können zu wenig Arbeitnehmer Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Deshalb brauchen wir eine höhere Quote. Und Altersteilzeit muss finanziell besser ausgestattet werden, damit die Kollegen davon leben können“.

Solidarische Grüße überbrachten gewerkschaftliche Vertrauensleute von KS Gleitlager und der Meyer Werft. Nico Bloem, Vorsitzender des Betriebsrats Meyer Werft, erinnert an die eigene Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Ohne Streit gäbe es nicht das Wahlrecht auf zusätzliche freie Tage. Es lohne sich immer zu kämpfen.

Die dritte Tarifverhandlung in der Textil- und Bekleidungsindustrie findet am 12. Februar in Bielefeld statt.