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IG Metall Leer-Papenburg - Warnstreik MuE 2016

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Erste Warnstreikwelle in der Region

Der Druck wächst: Geschlossene Reihen bei Warnstreiks auf der Meyer Werft und bei Kolbenschmidt in Papenburg und beim Fahrzeugwerk Krone in Werlte

Papenburg/Werlte. Nach der dritten ohne Ergebnis beendeten Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie haben in Norddeutschland die ersten Warnstreiks begonnen. Auch im Emsland legten über 2.800 Beschäftigte ihre Arbeit für kurze Zeit nieder, um ihren Unmut über das bisherige Angebot der Arbeitgeberverbände auszudrücken. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn für 1 Jahr. Die Arbeitgeber haben bisher nur 2,1 Prozent für 2 Jahre angeboten.

Bei Kolbenschmidt in Papenburg beendeten bereits am Freitagmittag 200 Beschäftigte zwei Stunden früher ihre Arbeit. Der Betriebsratsvorsitzende, Frank Sonntag, sieht auch bei den späteren Schichten die Reihen geschlossen. "Die Kolleginnen und Kollegen sind vom bisherigen Angebot sehr enttäuscht. Deshalb werden bis Samstag über 350 Beschäftigte an unserem Warnstreik mitmachen".

Auf der Meyer Werft zogen die Vertrauensleute gemeinsam mit 2.000 Kollegen zum Tor, um sich zwei Stunden früher abzumelden. "Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Recht auf gute Löhne, schließlich machen wir auch gute Arbeit" so Nico Bloem, stellvertretender Sprecher der gewerkschaftlichen Vertrauensleute auf der Werft.

Auch beim Fahrzeughersteller Krone in Werlte beendeten 450 Arbeitnehmer ihre Arbeit über alle Schichten zwei Stunden früher. "Die Beschäftigten erwarten ein deutliches Nachlegen der Arbeitgeber. Die wirtschaftliche Lage in unserer Branche ist stabil. Wer gute Mitarbeiter gewinnen will, muss das auch beim Einkommen zeigen", davon ist der Betriebsratsvorsitzende Thomas Abeln überzeugt.

Thomas Gelder, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg und Mitglied der Verhandlungskommission sieht weitere Arbeitsniederlegungen, wenn die Arbeitgeber nicht ein besseres Angebot vorlegen. Die Umsatzrenditen in der Metall- und Elektroindustrie seien gut. Die Beschäftigten seien zu Recht sauer über das Mauern der Arbeitgeber.