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IG Metall Olsberg - Aktuelles

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Tarifauftakt im Livestream (Metall- & Elektroindustrie)

am 1. März um 17 Uhr geht die IG Metall mit einem großen Livestream zur Tarifbewegung auf Sendung

Die IG Metall gibt Einblicke in die laufenden Verhandlungen (Beschäftigungssicherung, Zukunft gestalten, stabile Entgelte sowie die Verbesserung der Ausbildung, die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und ein tarifliches Ausgleichsgeld in den ostdeutschen Tarifgebieten)

Auch gibt es tolle Liveacts – unter anderen Silbermond!

Seid dabei, tragt Euch den Termin im Kalender ein, teilt ihn und gebt Euren Kolleginnen, Kollegen und Bekannten Bescheid!

Alle Infos: https://bit.ly/3arYoun



Tarifrunden 2021: Kreative Warnstreik- und Aktionsplanungen in den IG Metall Geschäftsstellen

Die Planungen in den IG Metall Geschäftsstellen für kreative Aktions- und Warnstreikformen in den aktuellen Tarifrunden  laufen seit Wochen auf Hochtouren. Hier ein Video aus den IG Metall Geschäftsstellen Olsberg, Gütersloh-Oelde und Ennepe-Ruhr-Wupper.


Tarifbewegung 2021 - Forderungen der M+E Industrie

Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten, Einkommen stärken - das sind die Ziele unserer Tarifbewegung 2021. Was im Detail gefordert wird, erfährst du



Es kommt Bewegung in die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie NRW

In der zweiten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber sich bereit erklärt, mit der IG Metall über einen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge zu reden.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, berichtet von einem konstruktiven Gespräch. Die Arbeitgeber stünden der Idee der IG Metall NRW von Zukunftstarifverträgen offen gegenüber: „Das ist eine gute Grundlage!“

Es geht um den Umbau der Industrie, um E-Mobilität, den digitalen Wandel, den klimafreundlichen Umbau der Produktion. Mit betrieblichen Zukunftstarifverträgen könnten die Betriebsparteien folgende Themen ganz konkret angehen: Welche neuen Produkte muss ein Unternehmen entwickeln? Welche Qualifikationen brauchen die Beschäftigten? Wie kann Beschäftigung auch langfristig gesichert werden?

Die Betriebsparteien könnten sich außerdem Beratung von Transformationsagenturen holen. In dem Projekt „Arbeit 2020“ ist es gelungen, viele Unternehmen aus NRW bereits qualifiziert zu beraten und sie fit für Zukunftsthemen zu machen.

Die IG Metall fordert des Weiteren vier Prozent mehr Entgelt. In kriselnden Betrieben soll eine Arbeitszeitverkürzung zum Beispiel auf eine Vier-Tage-Woche möglich sein. Das Entgelt-Plus soll dort verwendet werden können, um einen Teilentgeltausgleich zu finanzieren.


Was sind Zukunftstarifverträge?

Zukunftstarifverträge regeln, welche wichtigen Themen im Betrieb angepackt werden müssen, damit das Unternehmen eine Zukunft hat. (Innovationen, Qualifikation und Beschäftigung) Die Beschäftigten brauchen hier mehr Mitsprache. Zukunftstarifverträge regeln, wie Betriebsräte und IG Metall beteiligt werden.

Wie kommt eine Belegschaft zu einem Zukunftstarifvertrag?

Wo Belegschaften Handlungsbedarf sehen, wenden sie sich mithilfe ihrer Betriebsräte an ihre Gewerkschaft, die IG Metall. Die IG Metall spricht dann mit den Arbeitgebern. Am Anfang steht eine gemeinsame Analyse. Dazu kann auch Rat von Experten hinzugezogen werden. Gemeinsam bestimmen die Tarifvertragsparteien die Handlungsfelder und unterschreiben im optimalen Falle einen Zukunftstarifvertrag.


Corona & Tarifrunde

(Was beschäftigt die Mitglieder der IG Metall Olsberg)

1) Sind Forderungen in der Tarifrunde verzichtbar?

„Nein, unsere Forderungen basieren auf einem breiten Diskussionsprozess mit den Kolleg*innen in den Betrieben. Die Forderung nach einem Volumen von 4% mit Zukunftstarifverträgen zeigt doch das Verantwortungsbewusstsein der betrieblichen Akteure. Bei reduzierten Arbeitsbedarf diesen auf weniger Arbeitstage zu verteilen (4-Tage-Woche) leuchtet doch sicher auch jedem Klimaschützer ein. Die Anzahl der Fahrten zu reduzieren und Energie- und Heizkosten einzusparen, dürfte auch manchem Management entgegenkommen.“

2) Vernichtet Corona Arbeitsplätze?

„Nein, mit großen Entlassungswellen rechnen wir nicht. Die Berichte der Betriebsräte zum Jahresende sehen eher gegenteilig aus. Einige Betriebe suchen Personal und bei den Allermeisten sind die Aufträge für die ersten Quartale überraschend gut. Gerade im Altkreis Brilon mit einer Arbeitslosenquote von ca. 3% sind die Arbeitgeber, Betriebsräte und wir als IG Metall gut beraten, alles dafür zu tun, um Beschäftigte zu qualifizieren und in den Betrieben zu halten.“

3) Sollen Arbeitsplätze abgebaut werden?

„Hier ist momentan keiner bekannt. Wenn es doch geplant sein sollte, sollte Qualifizierung vor Abbau die Devise sein!“

4) Gibt es einen Trend zur Tarifflucht? 

„Wer möchte, dass Arbeitskräfte im Hochsauerland verbleiben oder zurückkehren, der hat mit einer Tarifflucht den falschen Gaul unter dem Hintern. Trefflich um die richtigen Entscheidungen zu ringen und das insgesamt als Arbeitgeberschaft der Branche, ist das Gebot der Stunde. Einer kann´s immer billiger, besser können es nur die Guten.“

5) Gibt es noch Menschen die in die IG Metall eintreten?

„Ja, nach einem weiteren Zuwachs im Jahre 2020 liegt die Mitgliederzahl zum Jahresende bei 4240 Mitgliedern.“

6) Wo haben Mitarbeiter Chancen in der Metallindustrie?

„In ihren bisherigen Betrieben. Allerdings müssen wir gemeinsam enorme Anstrengungen unternehmen um auf neue, zukünftige Arbeiten und Aufgaben zu qualifizieren.

Ich sehe nicht den massenhaften Zustrom von Arbeitskräften in unsere Region. Also ist die Aufgabe das was da ist und gebraucht wird, fit zu machen.

7) Werden durch die Digitalisierung Jobs wegfallen?

„Nein. Aber die Jobs werden andere Anforderungen stellen. Um diese Anforderungen zu erlernen braucht es Qualifizierungszeit, Verständnis sowie finanzielle und berufliche Perspektiven.“



Corona - Minijob

Ein Minijob ist ein Arbeitsverhältnis, wie jedes andere auch. Es ist Urlaub zu gewähren, bei Arbeitsunfähigkeit ist das Entgelt weiter zu zahlen und es gelten die normalen Kündigungsfristen. Also, alles wie bei jedem anderen Beschäftigungsverhältnis auch. Vor allem aber ist auch das vereinbarte Arbeitsentgelt weiterzuzahlen. Ein Verweis auf Corona-bedingten Arbeitsmangel steht nicht dem Annahmeverzug nach § 615 BGB entgegen. Bedeutet der Arbeitnehmer hat seine Arbeitskraft gemäß dem Arbeitsvertrag oder der Absprachen bereitzuhalten und der Arbeitgeber hat das versprochene Arbeitsentgelt zu zahlen.

Beschäftigte, die ein bestehendes Arbeitsverhältnis (Minijob) haben, aber seit längerem kein Entgelt bekommen haben, können hierauf dennoch einen Anspruch haben. Diesen sollten sie umgehend geltend machen. Dies gilt im Übrigen auch für Minijobs neben dem Hauptberuf.  Auch Kündigungen des Minijobs sollten nicht klaglos hingenommen werden. Stimmt die Kündigungsfrist, habe ich noch Ansprüche? Zu diesen Fragen sollten sich die Menschen beraten lassen. Dass ich keinen Anspruch auf Arbeitslosengelt habe, ist schon mehr als eine Schande und sollte dringend geändert werden. Trotz gültigem Arbeitsvertrag, der nicht immer schriftlich sein muss, kein Entgelt überwiesen bekommen, das geht nicht.

Es reicht nicht, auf die Anderen zu schimpfen und selbst nicht aktiv zu sein/werden. Vor allem reicht es nicht, höflich zu sein und zu allem „Danke sehr“ zu sagen oder gegen alles zu sein. Uns liegt, um in der Sprache von Erich Kästner zu bleiben, der Rohrstock nicht im Blut, obwohl ich mir sicher bin, dass der 2021 – spätestens nach der Wahl – wieder ausgegraben wird, um den Beschäftigten und den Gewerkschaften damit zu drohen. „Wenn wir zusammenhalten, werden wir vieles ermöglichen können“, ist sich die IG Metall Olsberg sicher.      


Trittbrettfahrer aufgepasst!

„Was bringt mir schon eine Mitgliedschaft in der IG Metall, wenn ich auch so alles bekomme?“, so ein Mitarbeiter eines sauerländischen Unternehmens. Im Windschatten einer starken Gewerkschaft, die kontinuierlich gute Tarifergebnisse erzielt, kommen auch Nichtmitglieder in den Genuss der Entgelterhöhungen und Nebenleistungen. Die IG Metall in Olsberg ist verärgert über diese so genannten „Trittbrettfahrer“.

Wenn Tarifverträge ausgehandelt werden, profitieren davon i. d. R. alle Mitarbeiter, die nach Tarif bezahlt werden, und nicht nur diejenigen, die bereit sind, jeden Monat 1 % ihres Bruttoeinkommens aufzubringen um diese Tarifverträge erst zu ermöglichen sozusagen die Gewerkschaft erst zu ermöglichen.  Diese Trittbrettfahrerei schwächt jedoch die Position der IG Metall-Mitglieder ungemein z. B. bei Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden, den Arbeitgebern oder der Politik.

„In einigen gut organisierten Firmen unserer Region ist es uns in diesem Jahr gelungen, in Verhandlungen mit den Arbeitgebern einen Mitgliederbonus/Nachteilsausgleich auszuhandeln“, so Helmut Kreutzmann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Olsberg. „Das wird der Leistung der Mitglieder nur gerecht und es freut mich für unsere Mitglieder. Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 03.08.2016 besagt ebenfalls, dass Tarifverträge solche Regelungen beinhalten dürfen und wie ich finde zukünftig müssen.“

In zwei der Firmen sieht der Nachteilsausgleich so aus, dass die Mitarbeiter, die zum Stichtag Mitglied der IG Metall sind, Anspruch auf eine zusätzliche Zahlung von bis zu 1100 € haben. In anderen Unternehmen bezieht sich der Mitgliederbonus nicht auf eine Zusatzvergütung, sondern auf eine bezahlte Freistellung, zwischen ein und vier Monaten, je nach Mitgliedschaftsdauer. Die Freistellung kann z. B. vor Rentenbeginn in Anspruch genommen werden, auch aber bei anderen Gründen, wie z. B. der Pflege von Angehörigen oder der Kindererziehung.

Die Delegierten des letzten Gewerkschaftstages waren sich ebenfalls einig, dass in zukünftigen Tarifabschlüssen – sowohl in der Fläche als auch in betrieblichen Tarifverhandlungen – sich die Leistung der Mitglieder lohnen muss.

So wie Nichtmitglieder von der Beitragsersparnis profitieren, müssen Mitglieder durch Besserstellung in Tarifverträgen entlastet werden, so die Sicht der Delegiertenversammlung und des Ortsvorstandes der IG Metall Olsberg.


IG Metall Olsberg ehrt Jubilare auf anderen Wegen

Corona hat die Ehrung im üblichen Rahmen verhindert

Die jährliche Jubilarehrung ist immer der Ort, um den treusten Mitgliedern Respekt zu zeigen und Danke zu sagen. Denn sie sind es, die die IG Metall über viele Jahre tragen und den Erfolg der IG Metall ausmachen. Sie sorgen durch ihren Einsatz und Ihr Engagement dafür, dass sich die IG Metall als starke und schlagkräftige Organisation für die Rechte der Arbeitnehmer/innen und Rentner/innen nicht nur ein- sondern auch durchsetzen kann.

Aufgrund der aktuell schwierigen Situation muss auf die diesjährige Jubilarfeier verbunden mit der persönlichen Begrüßung und Ehrung der Jubilare verzichtet werden. „Wir bitten und hoffen hierfür um Verständnis,“ so Helmut Kreutzmann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Olsberg, „die Gesundheit unserer Jubilare, ihrer Familien und unserer Kolleginnen und Kollegen hat absoluten Vorrang. Viele der Jubilare haben sich ihr Jubiläum sicher anders vorgestellt, wir auch, aber über 400 Menschen in einer Halle zusammenzubringen um gebührend zu feiern ist momentan nicht möglich. Unsere Besten und treuesten diesem Coronarisiko auszusetzen, werden wir nicht tun. Wir brauchen sie nach wie vor“, so Helmut Kreutzmann weiter.

Über 170 Jubilare – eine stolze Anzahl an Mitgliedern der IG Metall Geschäftsstelle Olsberg erreichten in diesem Jahr ihr 25. 40. 50. 60. 65. oder 70. Jubiläum. Das sind stolze 7225 Jahre Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Eigeninitiative und gerechte Tarif-, Einkommens- und Arbeitsbedingungen.  

Viele von ihnen haben ihre Urkunde bereits zusammen mit einem persönlichen Brief auf postalischen Wege erhalten. Den Jubilaren, die für 65 und 70 Jahre geehrt werden, konnten die Urkunden zusammen mit einem Präsent, unter Berücksichtigung der Corona-Hygienevorschriften, leider nur an der Haustür überreicht werden.

„Auch, wenn in diesem Jahr keine persönliche Ehrung in Form einer Jubilarfeier stattfinden kann, möchten wir unseren Jubilaren unseren herzlichen Dank aussprechen, dass sie uns jahrelang aktiv bei der Verwirklichung unserer gemeinsamen Ziele unterstützen. Ein Dank gilt aber auch den fast 200 Neumitgliedern, die sich in 2020 entschlossen haben, sich um ihre Rechte zu kümmern. Dank dieser Kolleginnen und Kollegen, die scheinbar auch ahnen, dass nach Corona vor der Krise für die Beschäftigten ist, ist die Mitgliederzahl der IG Metall Olsberg auf über 4230 Mitglieder gestiegen. Die wirklich harten Jahre kommen noch auf uns zu. Da ist es gut, dass auch die Neumitglieder sich auf den Weg zu ihrem Jubiläum gemacht haben“, so Helmut Kreutzmann, 1. Bevollmächtigter der IG Olsberg abschließend.