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IG Metall Paderborn - Demonstration bei Fujitsu

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Große Beteiligung an Demonstration bei Fujitsu

Am Montag, den 16. November, demonstrierten 380 Kolleginnen und Kollegen von Fujitsu auf dem Firmengelände am Heinz-Nixdorf-Ring gegen die geplante Schließung ihres Betriebes. Der Betriebsrat hatte zu dieser Kundgebung eingeladen.

Die Kundgebung und Demonstration begann um 11:00 und endete um 12:00 Uhr mit einer Schweigeminute für die Terroropfer in Paris.

Die Firmenleitung hatte kürzliche bekannt gegeben, dass bisherigen Paderborner Standbeine der High-End-Server- und Storage-Entwicklung allein in Asien fortgesetzt werden sollen. Auch auf die anderen Tätigkeiten am Standort scheint man nicht mehr viel Wert zu legen, denn zum 30.9.2016 soll der Standort komplett geschlossen werden. Einzig für den Bereich der "Wiedervermarktung", des Recyclingcenters sähe man die kleine Chance, diesen fortzusetzen, wenn sich ein Käufer findet.

Ca. 600 Beschäftigte in Paderborn wären von dieser Schließung betroffen.

Der Betriebsrat hat bereits versucht, über die Politik auf der Kommunal-, Landes- und Bundes-Ebene Unterstützung zu organisieren, um die Pläne des Arbeitgebers zu der geplanten Maßnahme noch zu beeinflussen. Das passierte weitgehend im Verborgenen. Mit der Kundgebung wurde jetzt die Öffentlichkeitsarbeit begonnen, um den Druck auf den Arbeitgeber weiter zu erhöhen. Die hohe Beteiligung an der Kundgebung wurde an vielen Standorten des Unternehmens und auch vom Arbeitgeber mit großem Interesse und Anerkennung aufgenommen.

In der Einladung zu der Kundgebung heißt es mit einer nicht zu überhörenden Ironie: "Nachdem sich der Arbeitgeber einseitig entschieden hat, in knapp einem Jahr auf uns alle verzichten zu können, möchten wir ihm die Möglichkeit geben, dies (wie in unpersönlich und überstürzt abgeschlossenen Online-Geschäften üblich) wieder zurückzunehmen." Ob sich wirklich noch etwas an der Entscheidung drehen lassen wird? Die Chancen sind sicherlich nicht hoch, aber wer es gar nicht erst versucht, hat ohnehin verloren.

Und dies haben ganz offensichtlich auch die Beschäftigten bei Fujitsu verstanden. "Dass so viele Kolleginnen und Kollegen mit nach draußen gekommen sind, ist großartig," sagte Andreas Ziebarth, der Betriebsratsvorsitzende von Fujitsu in Paderborn. "Wenn man bedenkt, dass viele Kollegen in dieser Woche (zum letzten Mal) auf unserer Hausmesse in München im Einsatz sind und sowieso nicht immer alle anwesend sind, bedeutet dies, dass wir ein eindeutiges Mandat von unserer Belegschaft bekommen haben."

"In den kommenden Verhandlungen über die Betriebsschließung wollen wir versuchen, so viele Arbeitsplätze wie möglich und so lange wie möglich zu retten. In jedem Fall wir werden wir uns so teuer wie möglich verkaufen!" so Andreas Ziebarth weiter.

An den kommenden Montagen sind weitere Aktionen geplant.

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