Seite druckenFenster schließen

Runder-Tisch-Kiel - Aufruf 13.03.2010

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Schüsse auf ein antifaschistisches Kultur- und Wohnprojekt in Kiel
Steinwürfe auf den Buchladen Zapata

Unterstützt die Demonstration gegen faschistische Gewalt in Kiel
Sonnabend, den 13. März 2010
14 Uhr, Hauptbahnhof - Vorplatz

Erneut haben in Kiel zum Beginn des Jahres faschistische Übergriffe stattgefunden.
  • In der Nacht zum 20. Januar 2010 durchschlugen zwei 9mm-Geschosse ein Fenster in der „Alten Meierei“, dem antifaschistischen Wohn- und Kulturprojekt am Hornheimer Weg in Kiel.
  • In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 2010 wurden zwei Schaufensterscheiben des Buchladen Zapata im Jungfernstieg eingeworfen.
Drohungen und Übergriffe gegen die Alte Meierei, den Buchladen Zapata und andere antifaschistische und alternative Einrichtungen in Kiel hat es in der Vergangenheit zur Genüge gegeben.
Vor ziemlich genau einem Jahr, am 3. und 4. Februar 2009, zerstörten Kieler Nazis Scheiben im Buchladen „Zapata“ und in der Hansastraße 48. Sie begannen damit ihren öffentlich angekündigten Versuch, im „Wahljahr“ 2009 „die Landeshauptstadt wieder zur Frontstadt“ zu machen. Um ihr Ziel zu erreichen, hatten sie ihre Anhänger aufgerufen, frei agierende „Werwolfeinheiten“ zu bilden. Neben etlichen Versuchen, die Einwohner Kiel mit rassistischen, volksverhetzenden Flugblättern zu beeinflussen, verübten sie immer wieder Provokationen und Gewalttaten. Bei ihrem Versuch einen Informationsstand und eine Kundgebung des Runden Tisches gegen Rassismus und Faschismus am 18. April 2009 anzugreifen, wurde ein Balletttänzer der Kieler Bühnen so schwer verletzt, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Am gleichen Tag wurden AntifaschistInnen an diesem Infostand von der Kieler Polizei unter dem Einsatz bissiger Hunde angegriffen.
Trotz ihrer Brutalität haben die Nazis ihre Ziele nicht erreicht. Doch ihre gewalttätigen Aktionen setzen sie fort.
  • Wir sind nicht gewillt, angesichts der erneuten Gewalt durch Nazis zur Tagesordnung überzugehen.
  • Wir nehmen nicht hin, dass diese Vorfälle wie irgendeine beliebige kriminelle Tat mit ein paar Zeilen in der Presse abgetan wird.
Wir rufen alle Nazi-GegnerInnen in unserer Stadt zu erhöhter Wachsamkeit und tätiger Solidarität auf. Und wir fragen erneut die politisch Verantwortlichen und die Strafverfolgungsbehörden unserer Stadt: Wie lange darf sich die faschistische "Aktionsgruppe Kiel" noch öffentlich betätigen?
Wir fordern die Umsetzung unserer Forderungen aus der `Kieler Erklärung gegen Rassismus und Faschismus´, u.a. :
  • Das Verbot und die vollständige Auflösung der NPD und aller anderen faschistischen Organisationen gemäß Artikel 139 Grundgesetz
  • Die Unterbindung jeglicher Nazi-Aktivitäten auf Straßen und öffentlichen Einrichtungen
Den Betreibern des Buchladen Zapata und den BewohnerInnen der Alten Meierei gehört wie allen anderen Menschen, die wegen ihrer antifaschistischen Gesinnung oder mit anderen Begründungen von Nazis bedroht und angegriffen werden, unsere Solidarität.

Was können Sie tun?

Sprechen Sie mit Nachbarinnen und Nachbarn! Schauen Sie nicht weg, wenn Sie rechte Übergriffe beobachten - schreiten Sie ein, holen Sie Unterstützung! Mitunter lohnt es sich, Aufkleber genauer anzuschauen: entfernen sie Nazi-Propaganda aus dem Straßenbild! Informieren sie den „Runden Tisch gegen Faschismus und Rassismus Kiel“ von ihren Beobachtungen und Erlebnissen!
  • Beteiligen sie sich an Kundgebungen und Veranstaltungen gegen die Neonazis.
  • Sie sind nicht alleine, die meisten Menschen teilen ihre Ablehnung von Rassismus, Neonazis und faschistischer Gewalt!

Macht mit beim Runden Tisch gegen Rassismus und Faschismus!

„Am Runden Tisch gegen Rassismus und Faschismus in Kiel ist Platz für alle, die fremdenfeindliche, rechtsextremistische und rassistische Äußerungen und Gewalttaten, antisemitische Anschläge und menschenverachtende Hetze, Terror und Mordtaten der Faschisten nicht länger dulden wollen. Wir laden alle demokratisch gesinnten Menschen - gleich welcher Herkunft, Religion, Weltanschauung und Parteizugehörigkeit - ein, mit uns am Runden Tisch Platz zu nehmen. Der Runde Tisch soll eine dauerhafte Einrichtung werden!
Die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus ist eine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft. Um ihr gerecht zu werden, ist eine ständige Aufklärung über die Umtriebe und die Ideologie der Nazis sowie ihre gesellschaftlichen Wurzeln erforderlich. Daran wollen wir arbeiten.
Offener und organisierter Neofaschismus ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Rassistische Erklärungsmuster und Orientierungen entstehen in der Mitte der Gesellschaft. Sie sind kein Randproblem, nicht jugendspezifisch und nicht regional einzugrenzen. Sie werden gefördert durch gesellschaftliche Verhältnisse, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit bis zur Vernichtung des Konkurrenten erfordern, Ungleichheit und Abbau sozialer Errungenschaften als Fortschrittsmotor rechtfertigen und damit Entsolidarisierung und Ausgrenzungsbereitschaft notwendig hervorbringen.“

(Auszug aus der „Kieler Erklärung gegen Rassismus und Faschismus “ aus dem Jahr 2001)
Nach wie vor ist der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus in Kiel ein Ort, an dem sich Nazi-GegnerInnen unterschiedlicher Weltanschauung und Organisationszugehörigkeit zusammenfinden, um Maßnahmen gegen das Auftreten der Nazis zu ergreifen. Wir treffen uns jeden 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr im Kieler Gewerkschaftshaus, Legienstr. 22, das nächste Mal also am 23. März