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Runder-Tisch-Kiel - Sinti und Roma in Deutschland

Sinti und Roma in Deutschland
Informations- und Diskussionsveranstaltung

Informations- und Diskussionsveranstaltung
Freitag, den 13. Dezember 2013 um 19 Uhr
Bürgertreff Räucherei, Preetzer Straße

Matthäus Weiß, Landesvorsitzender Schleswig-Holstein vom Verband deutscher Sinti und Roma e.V. und
Hauke Bruhns, stellvertr. Landesvorsitzender
Nicht neu und immer wiederkehrend werden mit den Schlagworten "Flüchtlingsströme" und "zunehmender Asylmissbrauch" von Politiker_innen verschiedener Parteien Flüchtlinge diffamiert.
Seit dem Jahr 2012 sind insbesondere Menschen aus Mazedonien und Serbien diesen verbalen Angriffen ausgesetzt.
Die so auch über Medien geschaffene Stimmung in der Bevölkerung, wird von rechten Parteien und Politikern genutzt, um für ihre rassistische und menschenverachtende Politik zu werben.
So geschehen im Bundestagswahlkampf, in dem die faschistische NPD mit der Losung: „Geld für die Oma – statt für Sinti und Roma“ auf Stimmenfang ging.
Die NPD hat dafür einige Strafanzeigen wegen Volksverhetzung erhalten. Doch auch eine Antwort des Landesverbandes der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein hat es gegeben. Dieser reagierte mit einer Plakataktion „100% Made in Germany“ und begründete dies in seiner Pressemitteilung u.a. „weil es das ist, was deutsche Sinti und Roma, unter Wahrung ihrer Identität, empfinden“.
Der Runde Tisch hat u.a. festgestellt:
„Die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus ist eine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft. Um ihr gerecht zu werden, ist eine ständige Aufklärung über die Umtriebe und die Ideologie der Nazis sowie ihre gesellschaftlichen Wurzeln erforderlich. Daran wollen wir arbeiten. (....)
Offener und organisierter Neofaschismus ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Rassistische Erklärungsmuster und Orientierungen entstehen in der Mitte der Gesellschaft. Sie sind kein andproblem, nicht jugendspezifisch und nicht regional inzugrenzen. Sie werden gefördert durch gesellschaftliche Verhältnisse, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit bis zur Vernichtung des Konkurrenten erfordern,
Ungleichheit und Abbau sozialer Errungenschaften als Fortschrittsmotor rechtfertigen und damit Entsolidarisierung und Ausgrenzungsbereitschaft notwendig hervorbringen.“ (aus der Kieler Erklärung gegen Rassismus und Faschismus)
Sinti und Roma in Europa und in diesem Land werden seit Jahrhunderten verfolgt, geächtet und ausgegrenzt.
Was muss getan werden, um dies zu verändern?
Wir wollen mit dieser Veranstaltung einen Beitrag zur Information über das Leben der Sinti und Roma in Europa, in Deutschland und bei uns in Kiel leisten und einen Anstoß geben, gemeinsam für ein solidarisches Miteinander zu kämpfen. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, bzw. der rechtsextremen Szene zuzurechnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen aufgefallen sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.