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IG Metall Schweinfurt - Siemens 3. Febr. Bay. Wirtschaftsminister

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1.500 SIEMENSianer heizten dem Bayerischen Wirtschaftsminister vor dem Landratsamt ordentlich ein

Beschäftigte wollen eine Zukunft

Der daraus entstandene Fernsehbericht wird am Donnerstag um 20 Uhr 15 in der Fernsehsendung "Quer" des Bayerischen Fernsehens zu sehen sein. Der Titel: "Börsenglanz dank Job-Elend: Siemens schockt Bad Neustadt".

Beeindruckt war Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil als er am Mittwochnachmittag in Bad Neustadt eintraf. Vor den Gesprächen mit der Siemens-Werkleitung und Kommunalpolitikern erwarteten ihn auf dem Rathausplatz etwa 1500 Siemensmitarbeiter mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen.

Mit dabei hatten sie eine Resolution. Darin bezeichnet die IG Metall den Abbau von 840 Stellen bei Siemens in Bad Neustadt als Schlag ins Gesicht. Die Arbeitnehmer hätten in den vergangenen Jahren permanent ihre Bereitschaft bewiesen, an Veränderungen mitzuarbeiten, hätten ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft bewiesen – für Produkte hoher Qualität.

Bereits 140 Siemens-Leiharbeiter hätten ihre Stelle verloren. Folge des weiteren Arbeitsplatzabbaus könnte die Abwanderung junger Facharbeiter sein, ja sogar die Verarmung der Region, warnt die IG Metall. Es gehe nicht um die soziale Abmilderung des Arbeitsplatzabbaus, sondern um die Veränderung der Unternehmensentscheidung. Vom Wirtschaftsminister erwarten sie Einsatz für den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Den sagte Martin Zeil zu. Er versicherte den Siemensianern die Solidarität der Staatsregierung und des Ministerpräsidenten. Die Entscheidung von Siemens sei ein Schlag ins Kontor und nicht hinnehmbar, rief der Minister über das IG Metall-Megaphon den Arbeitnehmern zu. „Die Arbeit darf nicht aus dem Land getragen werden“, nahm er zum Plan von Siemens Stellung, Jobs nach Tschechien zu verlagern.

Siemens müsse seine Entscheidung überdenken, forderte Zeil. Wenn aber tatsächlich Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, dann muss Siemens in Bad Neustadt für Ersatz sorgen, forderte der Minister, bevor er sich mit der Siemens-Werkleitung und Kommunalpolitikern im Landratsamt traf. Dort erhielt Zeil eine weitere Resolution. Landrat Thomas Habermann überreichte sie im Namen der mainfränkischen Landkreise, kreisfreien Städte sowie der beiden Wirtschaftskammern und Hochschulen. Sie wenden sich darin an die Siemens AG und die Bayerische Staatsregierung und unterstützen die Verantwortlichen im Landkreis Rhön-Grabfeld in ihrem Eintreten für den Siemens-Standort Bad Neustadt.

In der Resolution fordern sie die Siemens AG auf, das Werk in Bad Neustadt in der derzeitigen Struktur zu erhalten oder die bestehenden Arbeitsplätze durch betriebliche Umstrukturierungen zu sichern. Die Bayerische Staatsregierung fordern sie auf, sich nachdrücklich für ein tragfähiges Konzept am Siemens-Standort Bad Neustadt einzusetzen.

Auch in Würzburg ist Bad Neustadt ein Thema. Gegenüber dieser Zeitung sagte IHK-Chef Ralf Jahn: „Die IHK hat eine unternehmerische Entscheidung nicht zu bevormunden.“ Er sehe aber auch, was ein „solcher Kahlschlag für die Region und gerade auch den Landkreis Rhön-Grabfeld bedeutet. Das ist so leicht nicht zu kompensieren“. Er appellierte an die bayerische Politik, nicht tatenlos zuzusehen. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann will Kontakt mit Siemens aufnehmen und erklären, dass man so nicht vorgehen könne. Wenn auf der einen Seite 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet würden, müsse man auch die Menschen in den Blick nehmen und könne nicht Teile der Fertigung nach Tschechien verlagern. „Wir stehen an der Seite der Menschen, die betroffen sind“, erklärte Bischof Hofmann. Werte dürften nicht nur im Dialog beschworen werden, sondern müssten auch umgesetzt werden.