IG Metall Siegen ehrt in festlichem Rahmen über 300 Jubilare
Alles andere als eine Pflichtveranstaltung ist für Hartwig Durt, Erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle der IG Metall Siegen, die Jubilarfeier der Gewerkschaft. Denn, so Durt: Vor allem die Ehrenamtler machen die Arbeit. Sie sind die wahren Kümmerer. Der wichtige Termin für das Miteinander der Gewerkschafter und die Würdigung der Arbeit gerade vieler älterer Mitglieder und Ehrenamtlicher ist zu einer guten Tradition der IG Metall Siegen geworden.

In festlichem Rahmen feierten die IG-Metall-Jubilare. Nur ein kleiner Teil passte aufs Foto.
Dass die Veranstaltung in der vollbesetzten Bismarckhalle in Weidenau nicht nur bei den Gastgebern beliebt ist, zeigt die große Resonanz: Hartwig Durt konnte viele der über 300 Jubilare, die für ihre 60-, 50-, 40- oder 25-jährige Treue zur IG Metall geehrt wurden, begrüßen. Insgesamt rund 400 Jubilare und Angehörige erlebten statt stundenlanger Ehrungsreigen ein abwechslungsreiches, kulturelles und auch ein wenig politisches Programm in festlichem Rahmen mit dem in der Region bekannten Ensemble Tonart und dem Varietee Sterne des Südens.

Ein Teil von der Show des Varietees "Sterne des Südens"
Hartwig Durt berichtete von der seit 13 Jahren positiven Entwicklung der IG Metall Siegen: Zurzeit gehören ihr 25.300 Mitglieder an. 60 Prozent aller im Kreis Siegen-Wittgenstein sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Metallbetrieben sind Gewerkschaftsmitglied, zwölf Prozent von ihnen sind jünger als 27 Jahre damit sei Siegen eine der jüngsten Verwaltungsstellen in Deutschland, sagte der Siegener IG-Metall-Chef. Sowohl er als auch Festredner Erwin Vitt, der früher Betriebsrat der Deutschen Edelstahlwerke und geschäftsführendes Bundesvorstandsmitglied der IG Metall war, betonten die Bedeutung der jungen Generation. Die nimmt zurzeit in der Gewerkschaft einen besonderen Stellenwert ein, und das müsse auch für die Älteren ein Thema sein: 247.000 Jugendliche sind ohne Arbeit wenn das kein Problem ist, sagte Erwin Vitt, der sich als Gewerkschafter besonders für Jugend und Berufsbildung eingesetzt hatte.

Erwin Vitt betonte die Bedeutung des Themas junge Generation.
Vitt erinnerte mit einem Zitat des Bundespräsidenten Christian Wulff an die Bedeutung der IG Metall für die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland: Die Gewerkschaften haben einen wesentlichen Anteil an der Stabilität unserer Demokratie, am wirtschaftlichen Erfolg und am Gelingen unserer sozialen Marktwirtschaft. Auch hätten sie dazu beigetragen, dass Deutschland nach der Krise gut dastehe. Trotzdem gebe es noch viel zu tun, um die Chancen gerade der jungen Generation zu erhöhen. Schließlich befänden sich 320.000 junge Menschen in Deutschland in Warteschleifen und Ersatzmaßnahmen.
Erwin Vitt kritisierte auch den Missbrauch der Leiharbeit in Deutschland: Durch die Hintertür soll selbst in tarifgebundenen Unternehmen ein Schatten-Arbeitsmarkt eingeführt werden. Hunderttausenden, vor allem Jüngeren, werde so der Anspruch auf angemessene Bezahlung verweigert. Der Redner appellierte, weiterhin gegen das grundsätzliche Problem des verantwortungslosen ökonomischen Handelns zu kämpfen, denn, so Vitt: Gewerkschaften sind das Stärkste, was die Schwachen haben.