8. Urlaub und Freistellung von der Arbeit
8.1 Urlaub

Rechtliche Grundlagen Urlaub?
Urlaubsregelungen finden sich in verschiedenen Rechtsquellen. Neben den individuellen Regelungen im Arbeitsvertrag sind vor allem die tarifvertraglichen und gesetzlichen Regelungen zu beachten. Sowohl das Gesetz als auch der Tarifvertrag gehen den arbeitsvertraglichen Regelungen vor. Dennoch sollte man als allererstes einen Blick in den Arbeitsvertrag werfen, da eventuell günstigere Regelungen als im Tarifvertrag oder im Gesetz getroffen wurden, die dann Vorrang haben.

Tarifverträge
Regelungen zu Urlaub sind in der Regel in den Manteltarifverträgen enthalten. Diese Regelungen gehen den gesetzlichen Regelungen im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) vor, dürfen den Mindesturlaub aber nicht unterschreiten (§13 Abs.1 BUrlG). Für den Tarifbereich der IG Metall sind in den meisten Tarifverträgen 30 Tage Urlaub vereinbart. Nach den Tarifverträgen erhält der/die Arbeitnehmer/in neben der Fortzahlung der Bezüge während des Urlaubs (Urlaubsentgelt) ein zusätzliches Entgelt, das so genannte Urlaubsgeld. In der Regel beträgt das Urlaubsgeld 50% des Urlaubsentgeltes.

Bundesurlaubsgesetz
Die grundsätzlichen Regelungen zu Urlaub sind im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) enthalten. Das Bundesurlaubsgesetz gilt für alle Arbeitnehmer/innen und enthält auch Regelungen für Heimarbeiter/innen. Nach dem BUrlG beträgt der Urlaub für Arbeitnehmer/innen mindestens 24 Werktage (§3 BUrlG). Dabei werden auch Samstage als Werktage gezählt. Das ergibt einen Urlaubsanspruch von 4 Wochen. Ist ein/e Arbeitnehmer/in an fünf Tagen in der Woche beschäftigt, so entspricht ein Urlaubsanspruch von 20 Tagen dem Gesetz. Während des Urlaubes ist den Arbeitnehmer/innen der durchschnittliche Arbeitsverdienst (ohne Überstunden) zu bezahlen (Urlaubsentgelt, §11 BUrlG).

Weitere gesetzliche Urlaubsregelungen
Neben dem BUrlG gibt es noch in anderen Gesetzen Regelungen zu Urlaub. So enthält das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) im §19 Urlaubsregelungen für Arbeitnehmer/innen unter 18 Jahren.
Das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) regelt im §125 den Zusatzurlaub für Schwerbehinderte. Demnach haben schwerbehinderte Arbeitnehmer/innen Anspruch auf einen zusätzlichen bezahlten Urlaub von fünf Tagen.