Seite druckenFenster schließen

IG Metall Verwaltungsstelle Berlin VST Berlin - News 26.01.12

AktuellesKontaktImpressumSitemap

Richterinnen- und Richterfeier mitten im Kunstprojekt Transformation

Abenteuerlich begann das Treffen der rund 90 Berufsrichter/-innen und ehrenamtlichen Richter/-innen am 25. Januar 2012 im Haus am Lützowplatz. Elegant balancierten die Gäste über Stapel von Holzpaletten, kleine Wasserstellen, Erdhügel mit Gras und Zeitungsstapel mit Austernpilzen. Eingeladen hatte die IG Metall Berlin. Klaus Abel, 2. Bevollmächtigter, begrüßte u.a. den Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg Dr. Gerhard Binkert, die Vertreterin der Senatsverwaltung Katrin Hohman, den Bezirksleiter der IG Metall, Olivier Höbel und den Berliner Büroleiter der DGB Rechtsschutz GmbH Manfred Frauenhoffer. In seinem Ausblick auf das Jahr 2012 erwähnte er den guten bundesweiten Mitgliederzuwachs für die IG Metall. An die Tarifrunde in diesem Jahr in der Metall- und Elektroindustrie gebe es hohe Erwartungen. „Die hohen Gewinne der Unternehmen einerseits und harte Rahmenbedingungen andererseits schaffen eine große Spannung. In der zweiten Februarhälfte werden die Forderungen für die Tarifrunde bundesweit abgestimmt“, berichtete Klaus Abel. Die prekäre Beschäftigung sei ein weiterer Schwerpunkt in der Gewerkschaftsarbeit. Leiharbeit und Werkverträge seien weit verbreitet. Deutschland dürfe nicht das Musterland für prekäre Beschäftigung werden. Die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten in der Metall- und Elektroindustrie bleibe weiterhin eine Forderung. Berlin solle, so Klaus Abel, Industriestadt werden. Leuchtturmprojekte wie das Siemens Gasturbinenwerk lieferten weltweit Spitzenprodukte. Abschließend bedankte er sich beim Bezirksleiter Olivier Höbel und allen Mitstreitern/-innen für die erfolgreiche Unterstützung, die Arbeitsgerichtsbarkeit im Ressort Arbeit zu belassen.

Der neue Präsident des Landesarbeitsgerichtes Berlin-Brandenburg Dr. Gerhard Binkert, bedankte sich im Namen aller Berufsrichter/-innen für die freundliche Einladung. Der informelle Austausch sei wichtig, um den Kontakt mit den ehrenamtlichen Kollegen/-innen zu pflegen. Er bedankte sich bei seiner Vorgängerin Karin Aust-Dodenhoff und betonte den Respekt vor ihren großen Leistungen. „Die Leitung eines so großen Hauses ist nicht einfach. Die Richter-Persönlichkeit ist eine eigene und besondere“, betonte Binkert. Den Verbleib der Arbeitsgerichtsbarkeit im Ressort Arbeit im Senat in Berlin begrüßten er und seine Kollegen/-innen sehr. „Das Mitwirken von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ist unverzichtbar und daher ist das Ressort Arbeit auch sinnvoll“. Stolz betonte Binkert, dass das Landesarbeitsgericht mehr als 90 Prozent der Fälle in einem Jahr behandle. Mit diesen Zeitschienen seien die Berliner Kollegen/-innen vorbildlich.

Die künstlerische Leiterin des Hauses am Lützowplatz, Karin Pott, erläuterte die Geschichte des Fördervereins, der 1963 von Persönlichkeiten aus der SPD und der IG Metall gegründet wurde. Das Haus am Lützowplatz wolle mit seiner Kunst die Begegnung von Künstlern und Künstlerinnen mit Politik, Justiz, Gewerkschaften ermöglichen. Um diesen Austausch, die Berührung gehe es. Vier Künstler des Kollektivs „Das Numen“ (www.dasnumen.com) waren gekommen, um ihr Kunstprojekt Transformation zu erklären. Das dreiteilige Ausstellungskonzept umfasst eine Landschaft im Garten, einen Brunnen mit Wasser, das in den Studioräumen aufbereitet und durch die Holzpaletten und Zeitungsstapeln mit Austernpilzen im Ausstellungsraum geleitet werde. „Wir züchten Erfahrungsräume und Pilze“.

Mit einem herzlichen Beifall wurden die Künstler und die Klezmerband Forszpil (www.forszpil.de) belohnt.

Am Samstag, dem 28. Januar 2012, ist das Kunstprojekt eine letzte Nacht mit Videoinstallationen und einer Lesung im Rahmen der Langen Nacht der Museen zu sehen. (www.hausamluetzowplatz-berlin.de). Die Gruppe Forspil tritt am Sonntag, dem 5. Februar 2012, 19 Uhr, im Spiegelsaal von Clärchens Ballhaus auf.

Hintergrund

Ehrenamtliche Richterinnen und Richter in Berlin

Derzeit kommen 151 ehrenamtliche ehrenamtliche Richterinnen und Richter in der Berliner Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit aus den Reihen der IG Metall. Oft sind es aktive Betriebsräte, die gut mit dem Arbeits- und Sozialrecht vertraut sind. Es ist eine spannende Tätigkeit. Die ehrenamtlichen Richterinnen und Richter vertreten vor Gericht die Arbeitnehmerseite und können dort einiges bewegen.

Auf den Seiten des Landesarbeitsgerichtes findet sich eine gute Beschreibung.

Fotos: Christian v. Polentz/transitfoto.de