Hamburger Werften
Blohm + Voss verkauft
Welche Folgen hat das für die Arbeitsplätze?
Die Entscheidung ist gefallen. Der größte Teil von Blohm + Voss wird an den britischen Finanzinvestor STAR Capital Partners verkauft. Betroffen sind B+V Repair, B+V Industries, B + V Shipyards. Einzig B+VNaval verbleibt beim bisherigen Eigner ThyssenKruppMarine Systems (TKMS).
TKMS hat lange nach einem Käufer gesucht. Bereits 2009 wurde der Verkaufsprozess eingeleitet. Nachdem die Verhandlungen mit Abu Dhabi Mar gescheitert waren, entschied sich der Konzern für STAR Capital Partners. »Der neue Inhaber hat sich verpflichtet, die Arbeit der Blohm+ Voss-Betriebe fortzuführen wie bisher und die vorhandenen Verträge und Vereinbarungen sowie die Tarifbindung beizubehalten«, sagt Manfred Csambal, Betriebsratsvorsitzender von Blohm + Voss Repair. Auch betriebsbedingte Kündigungen wurden im Zusammenhang mit dem Kauf ausgeschlossen. Für die Beschäftigten bedeutet dieser Verkauf eine Perspektive für die Zukunft.
Insolvenz bei Sietas
»Sietas darf nicht sterben, wir hoffen auf eine Zukunft!«

Beschäftigte der Sietas-Werft
Nach schwierigen Jahren mit fehlenden Schiffsbestellungen, Stornierungen von Aufträgen und der Bankenkrise hat die Geschäftsführung der Werft im November einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Durch die derzeitige Situation bei der Sietas-Werft und die weitere Entwicklung können Auswirkungen auf die Tochterbetriebe Norderwerft und Neuenfelder Maschinenfabrik nicht ausgeschlossen werden.
Voraussichtlich werden zwei Schiffe aus dem bestehenden Auftragsbestand trotz laufendem Insolvenzverfahren weitergebaut. Verhandlungen überweitere Aufträge werden geführt. Das würde Beschäftigung bis August bedeuten. Was danach passiert, ist ungewiss. »Insolvenzverwalter, Unternehmen und Senat müssen alles dafür tun, um die Zukunft der Werft und damit die Arbeitsplätze zu sichern«, erklärte Eckard Scholz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Region Hamburg. »Sietas hat das Know-how für eine Neuausrichtung auf den Spezialschiffbau. Jetzt kommt es darauf an, dass die Banken mitziehen und das Unternehmen Zeit bekommt, weitere Aufträge einzuwerben.
«Peter Bökler, Betriebsratsvorsitzender der Sietas-Werft, betonte: »Es geht um die Zukunft der Werft und vor allem um das Schicksal der Kolleginnen und Kollegen. Wir sind mit Leib und Seele Schiffbauer. Wir werden weiter für unsere Werft und unsere Arbeitsplätze kämpfen.«
Lust auf Gewerkschaftsarbeit?
Die Vielfalt macht´s!
Studium und Gewerkschaft wie passt das denn zusammen? Gut, finden die Mitglieder des neu gegründeten Arbeitskreises für Studierende in der IG Metall Region Hamburg.
»Viele von uns müssen einfach nebenbei arbeiten, um sich ihr Leben finanzieren zu können «, sagt Felix Hartmann, Vorsitzender des Arbeitskreises. »Und gute Lebens- und Lernbedingungen sind Gewerkschaftsthemen, die auch uns etwas angehen.
«Die Studierenden treffen sich jeden 2. Mittwoch im Monat im DGB-Jugendraum im Gewerkschaftshaus Hamburg. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit der Hochschulfinanzierung oder dem Kampf gegen Rassimus. »Wir freuen uns, wenn Kommilitoninnen oder Kommilitonen dazukommen und ihre eigenen Themen bei uns einbringen«, meint Felix. »Die Studienrichtung ist dabei egal. Gerade die Vielfalt von verschiedenen Fachbereichen und unterschiedlichen Personen macht uns als Arbeitskreis aus.«