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IG Metall Weilheim - Befragung 2017 - Arbeitszeit

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Ergebnis der Befragung zur Arbeitszeit

Beschäftigte wollen bei Arbeitszeit

mehr Planbarkeit und mehr Freiräume

Die Beschäftigten in Bayern wollen ihre Arbeitszeiten besser planen können und wünschen sich gleichzeitig mehr Freiräume, um ihre eigenen Arbeitszeitvorstellungen zu verwirklichen. Das ist ein zentrales Ergebnis der großen Beschäftigtenbefragung der IG Metall, an der sich allein in Bayern über 145.000 Beschäftigte beteiligt haben.

Planbarkeit ist ein wesentlicher Faktor für die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeitszeit. 78 % der Beschäftigten mit planbaren Arbeitszeiten sind zufrieden mit ihrer Arbeitszeit. Von den Beschäftigten ohne planbare Arbeitszeiten sind nur 38 % zufrieden. Großen Einfluss auf die Zufriedenheit haben auch die Möglichkeiten, die Arbeitszeit zeitweise abzusenken (70 % der Zufriedenen können das, nur 34 % der Unzufriedenen) und die Arbeit für kurze Zeit zu verlassen (92 % der Zufriedenen können das, nur 71 % der Unzufriedenen).

Für vom Arbeitgeber eingeforderte und vorbestimmte zeitliche Flexibilität erwarten die Beschäftigten Gegenleistungen. Für 97 % der Beschäftigten ist es wichtig, im Gegenzug kurzfristig freinehmen zu können. Für 86 % der Beschäftigten sind lange Ankündigungsfristen wichtig, um sich vorbereiten zu können.

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt dazu: „Die Arbeitgeber wollen die Beschäftigten bevormunden, sie wollen allein über die Zeit der Beschäftigten verfügen. Gleichzeitig lehnen sie die Flexibilisierungswünsche der Arbeitnehmer ab, zum Beispiel wenn es um die Rückkehr in Vollzeit geht. Sie möchten die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes sprengen. Die Menschen wollen aber über ihre Arbeitszeiten mehr selbst bestimmen. Sie verlangen nach Grenzen der Arbeitszeit und nach mehr Freiräumen, um Arbeit und Leben besser vereinbaren zu können.“

So fordern 96 % der Beschäftigten auch in Zukunft ein Arbeitszeit-gesetz mit einem Recht auf Abschalten, das der Arbeitszeit Grenzen setzt.

Insgesamt sind die Beschäftigten mit ihren Arbeitszeiten durchaus zufrieden, nämlich 73 %. Wo Tarifverträge gelten, ist die Zufriedenheit überdurchschnittlich.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Befragung ist, dass die Beschäftigten deutlich mehr arbeiten als vertraglich vereinbart ist und als sie sich wünschen. 77 % der Befragten arbeiten mehr als 35 Stunden, 25 % sogar mehr als 40 Stunden. Die 35 Stunden sind die Wunscharbeitszeit der Beschäftigten. 46 % der Befragten wollen wöchentlich tatsächlich 35 Stunden arbeiten, 22 % sogar weniger. Wechsler: „Es ist notwendig, dass wir das Arbeitszeitvolumen wieder auf durchschnittlich 35 Stunden reduzieren.“

Besonders problematisch stellt sich die Situation der Schichtarbeiter dar. Insgesamt arbeiten 29 % der Befragten in Schichtarbeit. Von ihnen sind nur 59 % mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. Viele Schichtarbeiter werden mit kurzfristigen Änderungen (weniger als 4 Tage) ihrer Schichten konfrontiert. So wurden bei 30 % der Schichtarbeiter im letzten halben Jahr kurzfristig Schichten gestrichen, bei 37 % verkürzt oder verlängert und bei 45 % zusätzlich angesetzt.

Die Selbstbestimmung ist bei Schichtarbeitern besonders gering. 83 % aller Schichtarbeiter würden gerne frei entscheiden, wann sie Freischichten nehmen. 36 % aller Schichtarbeiter dürfen das aber nicht. 72 % würden gerne selbstorganisiert Schichten tauschen, 28 % aller Schichtarbeiter dürfen das aber nicht.

Wechsler sagt zusammenfassend: „Wir brauchen mehr Flexibilität der Arbeitgeber, um auf die Wünsche der Arbeitnehmer einzugehen. Die Menschen wollen das Arbeitszeitvolumen und die einseitig vorgegebene Flexibilisierung begrenzen. Sie wollen einen Anspruch darauf, bei besonders belastender Arbeit und in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu verkürzen. Dafür wollen sie einen Entgeltausgleich.“