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IG Metall Weilheim - Jubilarehrung 2017

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Festredner

Andreas Kohl

 Betriebsseelsorger Weilheim

 70jährige Mitgliedschaft

Rudolf Müller

Johann Schmid

Erwin Ohnesorg

Walter Auhorn

Horst Seidel

Herbert Kasper

 

Im Jahre 1947

Damals, vor 70 Jahren, wurde gerade der Marshallplan ins Leben gerufen, es gab zudem die ersten Streiks in der Nachkriegsgeschichte, weil in der britischen und amerkanischen Besatzungszone 900 industrielle Betriebe demontiert werden sollten. Der durchschnittliche Monatslohn betrug 132 Reichsmark, dafür bekam man umgerechnet 330 Kilo Brot oder 236 Liter Benzin.

 

 

Jubilar-Ehrung der IG Metall Weilheim

Langjährige Mitglieder wurden geehrt!

Am Samstag, den 21. Oktober 2017, ehrte die IG Metall Weilheim langjährige Mitglieder in einer Festveranstaltung in Oberhausen. Insgesamt wurden 223 Jubilare mit ihren Lebenspartnern eingeladen, an der Veranstaltung haben 67 Kolleginnen und Kollegen teilgenommen. Die IG Metall Weilheim bedankt sich bei den anwesenden Jubilaren für die jahrelange Treue in guten wie in schwierigen Zeiten.

Unter den Kolleginnen und Kollegen, die der IG Metall schon seit Jahrzehnten die Treue halten, sind auch viele aktive und ehemalige Betriebsräte, die aktiv das Nachkriegsdeutschland mit aufgebaut und für den sozialen Ausgleich und die Teilhabe in ihren Betrieben gesorgt haben. Sechs Kollegen, die schon seit 70 Jahre der Gewerkschaft angehören, nahmen an der Feierlichkeit teil.

"Wir wissen, was wir diesen Kolleginnen und Kollegen und ihrem Engagement zu verdanken haben." sagt Daniela Fischer, erste Bevollmächtigte der IG Metall Weilheim. "Man muss sich nur vor Augen halten, wie sich die Arbeitsbedingungen seit Gründung der Bundesrepublik verbessert haben. Bei aller menschlicher Güte: Das haben die Arbeitgeber nicht freiwillig hergegeben. Damals wie heute braucht es dazu aktive Gewerkschaftsmitglieder."

Die Festrede hielt der Weilheimer Betriebsseelsorger Andreas Kohl. Kohl würdigte in seiner Rede das Engagement der treuen Gewerkschaftsjubilare: "Ohne euren Einsatz für mehr Gerechtigkeit sähe diese Gesellschaft ganz anders aus. Ihr habt nicht nur die Geschichte der Gewerkschaft, sondern auch die Geschichte des Sozialstaats mitgeprägt." Doch diese historische Leistung werde unter dem "Diktat der Marktideologen" wieder in Frage gestellt: "Was tun, wenn neoliberale Marktverfechter den Sozialstaat angreifen und die Politik aus Angst vor der Ökonomie den Schwanz einzieht?" fragte Kohl - und gab die passende Antwort: "Empört euch!" Empören sei etwas völlig anderes, als bloß zu jammern und im Tal der Tränen zu versinken: "Wer sich empört, der ist aktiv", erklärt Kohl. Und Gründe, sich zu empören, gibt es nach Meinung des KAB-Seelsorgers trotz Wirtschaftsboom und sprudelnder Steuereinnehmen mehr als genug: Kohl beklagte unter anderem einen "Wertezerfall der Arbeit" infolge von "menschenunwürdigen prekären Arbeitsverhältnissen", er geißelte Vermögensverteilung und warnte vor zunehmender Altersarmut: "Es kann doch nicht sein, dass ein reiches Land wie Deutschland keine anständigen Renten finanzieren kann". Doch wie gesagt: Jammern und Resignieren ist für Kohl keine Alternative. "Ohne-Mich-Typen gibt es überall, aber mit denen gibt es auch keine menschliche Arbeitswelt".

Die Idee der Gewerkschaft sei deshalb nach wie vor aktuell. "Ja, es stimmt immer noch: Solidarität ist das Stärkste, was die Schwachen haben"