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IG Metall Weilheim - 2019 HAP leitet Schließung ein

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So geht man nicht mit Menschen um!

Schon bevor der Hörmann-Konzern am Nachmittag die Belegschaft informierte, verschickte das Unter-nehmen am Vormittag eine Presse-mitteilung. Gerade das macht die vielen Mitarbeiter so wütend.

Typisch Hörmann, so kennen wir Euch", sagte Betriebsratsvor-sitzender Thomas Nachtmann über die Informationspolitik. "Die Art und Weise ist eine Sauerei" Zur Werkschließung sagt er enttäuscht: "Wir hatten die schlimmsten Befürchtungen, aber es hieß immer, dass man das Zukunftskonzept prüfen wird und möglichst viele Arbeitsplätze retten will." Dem Konzern wirft Nachtmann vor, es jahrelang versäumt zu haben, den Betrieb auf Vordermann zu bringen, während die Belegschaft durch ihren Lohnverzicht 30 Millionen Euro für Investitionen beisteuerte.

Daniela Fischer von der IG Metall Weilheim, wirft dem Konzern vor, den Mitarbeitern die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen. "Das ist eine absolute Frechheit. Viele Jahre hat die Belegschaft auf Geld verzichtet." Erst als die Gesell-schafter ihre Investitionszusagen nicht einhielten, habe man die Notbremse gezogen. "Der Konzern hat sich entschieden nicht zu investieren". Jetzt muss ganz schnell über einen Sozialplan verhandelt werde, da es einer Erpressung nahekommt, dass der Konzern den Sozialplan an die Bedingung knüpft, dass die Mitarbeiter ruhig bleiben sollen. "Man kann nicht erwarten, dass sie fleißig weiterarbeiten und dann mit leeren Händen dastehen.

"Das ist unterste Schublade", schimpft Betriebsrat Bayram Yerli. "Geht man so mit Menschen um, die seit Jahrzehnten Qualität abliefern?" Er ruft seine Kollegen dazu auf, den Betriebsrat und die IG Metall zu unterstützen: "Seid solidarisch beim Kampf um unser Recht, Abfindung zu bekommen"

 

 

 

Hörmann Automotive Penzberg

HAP-Werk in Penzberg wird dichtgemacht

Der Hörmann-Konzern hat heute mitgeteilt, dass das Werk Penzberg bis zum 30. Juni 2020 geschlossen werden soll. Ein Großteil der Verlagerung in das 2017 geöffnete Werk in Banovce in der Slowakei, erfolgt bereits bis Ende 2019. Infolge der Produktionsverlagerung werden schrittweise alle rund 630 Arbeitsplätze am Standort Penzberg entfallen.

Folgende Begründung nennt der Hörmann Konzern in seiner Stellungnahme: "Das Werk Penzberg befindet sich seit vielen Jahren unter hohem Preisdruck, der sich durch starke Wettbewerber aus Osteuropa und den erhöhten Wettbewerbsdruck in der Nutzfahrzeug-industrie in den letzten Jahren deutlich verschärft hat.

Beitrag der Belegschaft: Durch regelmäßige erneuerte Ergänzungs-tarifverträge verzichtete die HAP-Belegschaft seit 12 Jahren auf einen Teil ihres Lohns, um den Standort zu sichern. Außerdem gab es statt Weihnachts- und Urlaubsgeld nur eine Pauschale und drei Lohner-höhungen wurden in den letzten Jahren verschoben. Im Gegenzug sollte der Hörmann-Konzern in das Penzberger Werk investieren. Doch wichtige Zukunftsinvestitionen wurden nicht in ausreichendem Maße getätigt.

Hörmann-Konzern kündigt ein Sozialpaket an, zur Minderung der Folge des Arbeitsplatzverlusts. Zu dem Sozialpaket gehören laut Konzern, neben einem Sozialplan, ein Sonderfonds für soziale Härtefälle und eine konzertierte Aktion zur Vermittlung offener Stellen in enger Zusammenarbeit der Hörmann Personalabteilung, der Agentur für Arbeit und verschiedenen Institutionen der Politik. Für die Finanzierung des Sozialpakets kündigt Hörmann Automotive ein Volumen von rund 20 Mio. Euro an, das der Konzern der HAP zur Verfügung stellt.

Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall über einen Interessensausgleich und Details des Sozialplans sollen bereits in der nächsten Woche aufgenommen werden.