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IG Metall Weilheim - 2019 Weihnachtsgeld

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Alle sind gleich

Weihnachtsgeld gehört wie das Urlaubsgeld zu den Sonderzahlungen. Für alle gilt: Der Arbeitgeber darf nicht ohne sachlichen Grund einzelne Arbeitnehmer oder Gruppen ausschließen oder schlechter stellen, Arbeiter nicht schlechter behandeln als Angestellte. Teilzeitbeschäftigten steht der Anteil zu, der ihrer Arbeitszeit entspricht.

 

 

Weihnachtsgeld 2019

Mit Tarif fällt die Bescherung größer aus!

Mit dem Novemberentgelt kommt das Weihnachtsgeld. Allerdings können sich nicht alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf das zusätzliche Entgeltplus freuen. Denn es gibt keinen gesetzlichen Anspruch darauf.

Gewerkschaftsmitglieder liegen vorne

Die Chancen auf Weihnachtsgeld sind unterschiedlich. Am besten sind Beschäftigte dran, für die Tarifverträge gelten. Von ihnen bekommen in diesem Jahr 76 Prozent Weihnachtsgeld, von denen ohne Tarifverträge nur 42 Prozent. Ebenfalls von Bedeutung ist, ob ein Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft ist. 65 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder erhalten ein Weihnachtsgeld. Bei den Nichtmitgliedern sind es dagegen nur 50 Prozent.

Wer bekommt wie viel?

Grundsätzlich steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Weihnachts-geld zu, wenn es im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag festgeschrieben ist. Im letzteren Fall gehört die Firma einem Arbeitgeberverband an und muss sich an die vereinbarten Tarifverträge halten. Das gilt auch für Betriebe, die zwar nicht Mitglied im Verband sind, sich aber am Branchentarif orientieren. Dann steht im Arbeitsvertrag, dass sich das Weihnachtsgeld nach demTarif richtet.

Besteht nur ein individueller Arbeitsvertrag, in dem ein Weihnachtsgeld in Aussicht gestellt wird, kann der Chef jährlich neu entscheiden, ob er Weihnachtsgeld zahlt. Hat er es jedoch drei Jahre nacheinander vorbehaltlos gewährt, kann er es nicht plötzlich verweigern. Die Beleg-schaft kann sich dann auf das Gewohnheitsrecht berufen, was Juristen betriebliche Übung nennen.

Ausnahmen von der Regel

Selbst wenn all diese Kriterien zutreffen, können Mitarbeiter leer ausgehen oder weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen bekommen – etwa bei längerer Krankheit, Elternzeit oder Kündigung. Der Arbeitgeber kann aber nicht eigenmächtig das Weihnachtsgeld kürzen, sondern nur dann, wenn es im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung vereinbart ist.

In der Metall- und Elektroindustrie haben auch Beschäftigte mit Lang-zeiterkrankung einen ungekürzten Anspruch auf tariflich abgesichertes Weihnachtsgeld. Das ist regional und in den einzelnen Branchen unterschiedlich.

Tarifliches Weihnachtsgeld

Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie erhalten 55 Prozent ihres durchschnittlichen Monatsentgelts. In der Stahlindustrie ist das Weihnachtsgeld mit dem Urlaubsgeld zu einer Sonderzahlung von 110 Prozent zusammengefasst. Auf das tarifliche Weihnachtsgeld haben in der Regel nur diejenigen Anspruch, die schon sechs Monate im Betrieb beschäftigt sind. Auch die Höhe des Weihnachtsgelds ist oft an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt – der volle Anspruch besteht meist nach 36 Monaten.

Falls das Arbeitsverhältnis nach dem Auszahlungsstichtag endet, sind Beschäftigte nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie nicht verpflichtet, das Weihnachtsgeld zurückzuzahlen. Häufig gibt es aber einzelvertragliche Rückzahlungsklauseln. Auch in Betriebsverein-barungen können solche Regelungen festgeschrieben sein. Es gilt also: Rückzahlungsklauseln müssen vereinbart sein.