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IG Metall Westmittelfranken - Willkommen

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Für alle, die mehr wollen...


Ohne Tarifvertrag ist alles doof!



Internationale Gäste in Westmittelfranken

15. Delegiertenversammlung und Vertrauensleute-Konferenz

07.10.2019 I Aufschlussreiche Beiträge zur internationalen Gewerkschaftsarbeit prägten die Delegiertenversammlung am 02.10. in Dietenhofen. Eine Delegation des weltweiten Netzwerktreffens von Faber-Castell war zu Gast und der 1. Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Westmittelfranken, K-D Winnerlein berichtete vom durchgeführten Sozial-Audit in Südamerika, bei dem die Arbeitsbedingungen von Faber-Castell in Kolumbien und Peru unter die Lupe genommen wurden. Dort sind einige Errungenschaften aufgefallen, die es bisher noch nicht alle zu den Betrieben des Unternehmens in Deutschland geschafft haben, wie unter anderem Hebehilfen und höhenverstellbare Tische im Verpackungsbereich. In Columbien allerdings traten im gleichen Zuge auch diverse Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung zum Vorschein. Speziell im Bezug auf fehlende Regelungen zur Eintarifierung und eine Tendenz, oft nur den Mindestlohn zu bezahlen. Und das unabhängig von Betriebszugehörigkeit und Qualifikation der Beschäftigten, bei denen es sich vorwiegend um Frauen handelt.

Weiterhin berichtete ein Kollege von der Gewerkschaft aus Indien vom langen und steinigen Weg, der noch vor ihnen liegt auf dem Weg zu einem besseren und faireren Umgang mit den Beschäftigten in ihrem Land. Die Gewerkschaftsarbeit ist hier enorm schwierig, da momentan von etwa 500 Beschäftigten nur rund 30 einen normalen unbefristeten Arbeitsvertrag haben. Dagegen rief Kollege Jose Moral von der Betriebsgewerkschaft von Faber Castell in Peru zur internationalen Solidarität auf und berichtete, dass sie in den letzten Jahren schon so einiges erreicht haben.
Zudem machte Kollege Jasmin Redzepovic von der internationalen Bau und Holzgewerkschaft mit Sitz in Genf die Delegierten und Vertrauensleute darauf aufmerksam, dass gerade das Erstarken Chinas im internationalen Bereich ein besseres Zusammenarbeiten der Gewerkschaften weltweit erforderlich macht und wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen dürfen.

Ein weiteres Thema der Delegiertenversammlung war außerdem der Geschäftsbericht mit einem deutlichem Augenmerk auf die Mitgliederzahlen. Für einen anhaltenden Erfolg der Geschäftsstelle in Zukunft muss das Gewinnen neuer Mitglieder verstärkt in den Fokus der Vertrauensleute rücken. Und ein ein Rückblick zur leistungspolitischen Offensive in diesem Jahr machte außerdem klar, dass es auch 2020 noch massiven Handlungsbedarf in den Betrieben geben wird, wo einzelne Bereiche in ausgewählten Betrieben auf einen illegitimen Einsatz von Zeitlohn überprüft werden müssen, da oft (versteckt) in Wirklichkeit vielerorts im Akkord gearbeitet wird. Dadurch entsteht verdeckter Leistungsdruck ohne passende und gerechte Entlohnung.
Nicht zuletzt wurde die betriebliche Tarifkommission bei Jost durch die Delegierten und den Ortsvorstand bestätigt, so dass es hier nun in die nächste Runde der Tarifauseinandersetzung gehen kann und wird. Dabei benötigen die Kolleginnen und Kollegen auch die Unterstützung und die Solidarität der anderen Betriebe unserer Geschäftsstelle.

Die Berichte der Arbeitskreise und die Diskussionen der Teilnehmenden rundeten wie immer die Delegiertenversammlung ab. Im Schlusswort befasste sich die 2. Bevollmächtigte der Geschäftsstelle, Bianka Möller damit, wieso eigentlich die Menschen heute so desinteressiert sind. Und wieso wir den „Kuschelkurs“ mit dem Arbeitgeber bei der Umsetzung IHRER Maßnahmen in den Betrieben nicht fraglos mitgehen sollten. Wir sollten auch wieder lernen wütend zu sein über die vielen Ungerechtigkeiten und Missstände, die uns im Berufsalltag (und auch im Leben allgemein) immer wieder begegnen. Es geht nicht darum, stets zu meckern, sondern uns einzumischen und die Zukunft mitzugestalten!

Impressionen von der Delegiertenkonferenz

Protestaktion

Rauswurf trotz Rekord-Rendite - Kennametal wehrt sich!

28.08.2019 I Heute haben über 400 Beschäftigte von Kennametal aus 10 deutschen Standorten des Unternehmens vor der Kennametal-Deutschlandzentrale in Fürth demonstriert. Die IG Metall kündigte an, sich mit allen Mitteln der angekündigten Schließung und der Demontage profitabler Standorte zu widersetzen. Der Werkzeughersteller Kennametal mit Sitz in Pittsburgh hatte nach einem Rekord-Ergebnis von 18 % (EBIT) im Jahr einen umfangreichen Personalabbau von 20 Prozent der 2900 Stellen in Deutschland angekündigt. Erklärtes Ziel ist, noch höhere Rendite zu erwirtschaften. Dazu will Kennametal Teile seiner Produktion in die USA sowie nach China verlagern.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit erst für die großen Gewinne bei Kennametal gesorgt haben. Wer meint, gute Arbeit weltweit einfach verschieben zu können, irrt. Wir wollen dafür sorgen, dass sich dieser Raubtierkapitalismus die Zähne ausbeißt!"
Der US-Konzern stehe dem IG Metall-Bezirksleiter zufolge in der Pflicht, in Deutschland mit tragfähigen Konzepten und Zukunftstechnologien Beschäftigung zu sichern. Betriebsrat und IG Metall haben erste Versuche, Werkzeuge und Maschinen Richtung China abzutransportieren, bereits verhindert. "Wir sind entschlossen, uns einer Demontage bei Kennametal zu widersetzen. Und wir sind gleichsam bereit zu produktiven Gesprächen mit der Konzernführung", kündigte Horn an.

Die Kundgebung in Fürth fand im Vorfeld einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung statt. Dazu reisten Vertreter von Kennametal-Werken aus ganz Deutschland an. Unterstützt wurden die Kolleginnen und Kollegen von Kennametal heute von vielen Aktiven aus der Geschäftsstelle Westmittelfranken wie etwa Atos, NBHX, Jost, Magna, RUAG, Siemens, Staedler, BSH, Brandstätter sowie von der katholischen und evangelischen Betriebsseelsorge. Neben dem Bezirksleiter der IG Metall Bayern sprachen zudem Udo Fechtner vom GBR, Wolfgang Frey vom Aufsichtsrat sowie Matthias Preis vom Betriebsrat Lichtenau.

Impressionen vom Kennametal-Aktionstag

Gemeinsam unterwegs

Metaller bei 30. BR-Radltour

21.08.2019 I Wie im letzten Jahr waren wieder Metaller aus Westmittelfranken bei der BR-Radltour dabei, die vom 27.07. bis 03.08. bereits zum 30. Mal durch den Freistaat rollte. Gerhard Treuheit berichtet:

Wir sind mit den IG Metall-T-Shirts am Samstag, den 03.08.2019 bei der zusätzlichen Tour von Bad Füssing über Bad Birnbach nach Bad Griesbach und wieder zurück nach Bad Füssing gefahren ("Bädertour").

Wir wurden sehr oft und sehr positiv durch die auffallende Farbe und Aufschrift angesprochen und wir konnten unsere Kollegen auch sehr gut aus der Radlgruppe herausfinden. Außerdem waren einige von uns bei der Abendsendung des BR am Samstag den 03.08.2019 zu erkennen.

Metaller aus Westmittelfranken bei der 30. BR-Radltour

Tarifverhandlung

Ergebnis bei Atos erzielt

14.08.2019 I Ein gutes Paket als Fundament für eine erfolgreiche Transformation konnte nach über 20 Stunden in der letzten Verhandlungsrunde am 26. Juli erreicht werden. Eine großangelegte Qualifizierungsoffensive ohne Restrukturierung und betriebsbedingten Personalabbau ist der Kern der Einigung zum Umbau des Unternehmens, der nun durch ein sogenanntes Transformationsbüro überwacht und mitgestaltet wird.

Außerdem gelten zukünftig ein "Tarifvertrag Qualifizierung" mit grundlegenden Ansprüchen zur Qualifizierung und Laufzeit bis mindestens 2024, sowie ein "Tarifvertrag für Dual Studierende" mit vielfältigen Leistungen für die "Dualis" und Tariferhöhungen analog zu den Auszubildenden im Unternehmen. Eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2022 wurde ebenso vereinbart, wie ein Verzicht auf Einspruch gegen die Übernahme der Tariferhöhung aus Metall/Elektro, sowie eine Verhandlungsverpflichtung über eine Beteiligung der Beschäftigten an Innovationsförderung.

In Anerkennung der hohen Belastung der zugesagten Investition in Höhe von 140 Mio. Euro sowie den Arbeitsausfall und die (teilweise monatelange) Qualifizierung von etwa eintausend Beschäftigten in den nächsten zweieinhalb Jahren bringen die Beschäftigten einen Beitrag von einmalig durchschnittlich 22,5 Stunden in die Transformation ein und es werden drei der fünf jährlichen "Arbeitszeitverkürzungstage" aus dem Jahr 2020 verschoben (jedoch nach 2021 wieder vollständig gewährt). Die Tariferhöhung 2020 ist zusätzlich auf 0,7 % fixiert, wohingegen alle IG Metall-Mitglieder bei Atos 1,2 % erhalten werden.
Derzeit befinden sich die Tarifvertragstexte noch in der Umsetzung und anschließend wird Ende August das Verhandlungsergebnis der Tarifkommission zur Annahme vorgelegt.

Die Mitglieder der Verhandlungskommission bedanken sich bei allen, die an den Aktionen teilgenommen haben, ohne die dieser Abschluss nicht möglich gewesen wäre:


Aktion

Protest gegen Betriebsschließung Kennametal Widia

26.07.2019 I Über 100 Menschen marschierten am 25. Juli gegen die Betriebsschließung von Kennametal Widia in Lichtenau zum Rathaus.

Mit den Beschäftigten solidarisierten sich zahlreiche Aktive aus den Betrieben NBHX, Atos, Metz Consumer, Diehl Metering, Bosch, Sielaff und Faber Castell. Natürlich war auch die katholische und evangelische Betriebsseelsorge wieder mit dabei. Der Lichtenauer Bürgermeister Reißmann hielt am Rathaus ein Grußwort und sagte den Betroffenen Unterstützung zu.

Kennametal Widia Protest 26.07.2019

Tarifverhandlung

Tarifergebnis für Tarifvertrag der Deutschen Bleistiftindustrie

03.07.2019 I Die Tarifkommission stimmte heute dem Verhandlungsergebnis vom 2. Juli zu.

Nach diesmal längeren und heftigeren Diskussionen in der 2. Verhandlung am 02.07. in Nürnberg wurden folgende Punkte als Verhandlungsergebnis vereinbart:
  • Entgelterhöhung ab 01.06.2019 um 3%, mindestens aber 75 Euro
  • Einmalzahlung für Mai 2019 100 Euro, Auszubildende 50 Euro
  • Erhöhung ab 01.05.2020 um 2%, mindestens aber um 50 Euro
  • Bezahlte Freistellung der Tarifkommissionsmitglieder zu den Sitzungen
  • Laufzeit 24 Monate bis 30.04.2021
Die ersten Warnstreiks in der Branche haben zu einem deutlich verbesserten Angebot und - nach zwei weiteren Nachbesserungen – unserer Meinung nach gutem Ergebnis geführt!

Zu einem Mitgliederbonus hatten sich die Arbeitgeber allerdings noch nicht durchringen können. Da gilt es zukünftig in der Beteiligung noch etwas zuzulegen, um eine Wertschätzung gegenüber unseren Mitgliedern, welche den Tarifvertrag erhalten und weiterentwickeln, durchsetzen zu können.

Danke nochmal an alle, die sich bereits diesmal aktiv beteiligt hatten!

Hier findet ihr das Flugblatt zum Download (PDF, 449 kB)


Warnstreik

Warnstreik im KFZ-Handwerk

07.06.2019 I Über 100 Kolleginnen und Kollegen von Daimler LC beteiligen sich an der Warnstreikaktion in Nürnberg.

Auch das KFZ-Handwerk befindet sich in einer Tarifauseinandersetzung. Ca. 500 Beschäftigte beteiligten sich am 06.06.2019 in Nürnberg an einer Warnstreik-Aktion. Allein aus Fürth waren von Daimler LC über 100 Kolleginnen und Kollegen gekommen, denn es geht um mehr: Um 5% mehr Geld für 12 Monate, mindestens 140 € mehr im Monat, 100 € mehr für die Auszubildenden und eine bessere Freistellung für Auszubildende.

Der Arbeitgeber bietet 2,3 bzw. 2% für 2 Jahre. Mit Wertschätzung für die Arbeit, die die Beschäftigten täglich leisten, hat das nichts zu tun. Da kann man nur hoffen, dass die Arbeitgeber schnell zur Vernunft kommen. Denn die Beschäftigten sind bereit für ihre berechtigten Forderungen zu kämpfen.


Warnstreik

1. Warnstreik mit der IG Metall in der Geschichte von Faber Castell

04.06.2019 I Die Beschäftigten kämpfen für einen neuen Tarifvertrag in der Bleistiftindustrie und das ist mehr als nötig.

Das Angebot der Arbeitgeber ist ein Witz, nur ist niemandem zum Lachen zu Mute. 1,8% wird den Beschäftigten angeboten und das für zwei Jahre. Von Wertschätzung kann überhaupt keine Rede sein.
Denn auch, wenn die Boom-Jahre vorbei sind, so sind die Umsätze der Unternehmen immer noch ordentlich - und daran sollen auch die Kolleginnen und Kollegen teilhaben!

Die IG Metall fordert 5% mehr Geld, mindestens 150 € mehr im Monat (das wertet die Entgelte der unteren Lohngruppen und die der Berufseinsteiger wieder auf), einen Bonus für IG Metall-Mitglieder und eine 12-monatige Laufzeit.

Dass die Arbeitgeber mit ihrem nicht ernstzunehmendem Angebot Unruhe schaffen und Streit provozieren, scheint ihnen egal zu sein. Aber die Belegschaften in Stein und Frauenaurach laufen sich warm:
Beim ersten Warnstreik waren in Stein 190 und in Frauenaurach über 50 Beschäftigte dabei. Die Stimmung war sehr gut und sie sind mehr als bereit, für ihre berechtigten Ansprüche zu kämpfen!


Haustarif

Haustarifvertrag bei Staedtler: Verhandlungsergebnis steht

28.05.2019 I Mehr Geld, Gerechtigkeit und ein Bonus für IG Metall-Mitglieder. Jetzt muss in Mitgliederversammlungen über die Annahme entschieden werden.

Das Verhandlungsergebnis findet ihr hier zum Download (PDF) oder auf der Seite des IG Metall Bezirks Bayern.


WIR für mehr
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Argumente zur Mitgliederwerbung gibt es genug in unserer Tarifhistorie: