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IG Metall Magdeburg-Schönebeck - Tarif

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Tarifpolitik


16.02.2018

Einigung in Tarifverhandlung:
Pilotabschluss wird für Sachsen-Anhalt übernommen

Die heutige Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt hat zu einem Ergebnis geführt: die Übernahme des Verhandlungsergebnisses aus dem Pilotbezirk Baden-Württemberg wurde vereinbart.

Die Einigung gilt bis 31. März 2020 und umfasst unter anderem:

eine Einmalzahlung von 100 Euro für März 2018, eine Erhöhung der Tarifentgelte von 4,3 Prozent ab April 2018, ein individueller Anspruch auf befristete Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden pro Woche für bis zu zwei Jahre, inklusive eines Rückkehrrechts auf eine Vollzeitstelle von 35 Stunden, die Einführung eines tariflichen Zusatzgeldes von 27,5 Prozent des Monatsentgeltes sowie eines tarifdynamischen Festbetrages von 400 Euro, beides wird jährlich gezahlt, erstmals im Juli 2019, die Möglichkeit für Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schicht arbeiten, acht zusätzliche freie Tage anstelle des tariflichen Zusatzgeldes zu wählen. Darüber hinaus wurde vereinbart, noch im ersten Halbjahr 2018 Gespräche über die wirtschaftliche Entwicklung der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalts unter Einbeziehung des Umgangs mit den regional unterschiedlichen tariflichen Arbeitsbedingungen, aufzunehmen.

Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger begrüßt den heutigen Tarifabschluss: "In Sachsen-Anhalt ist heute ein außerordentlich umfassender Tarifabschluss gelungen: beim Entgelt und bei der Arbeitszeit. Darüber können die Beschäftigten sich sehr freuen. Der Abschluss führt zu einem deutlichen Plus beim Lohn. Die Wahloption und der Anspruch auf verkürzte Vollzeit bedeuten nicht weniger als einen tariflich verbrieften Wandel der Arbeitszeitkultur. Künftig begegnet Flexibilität den Beschäftigten nicht mehr nur als Anforderung zeitlicher Verfügbarkeit. Nun steht auch ein tarifliches Instrument zur Verfügung, den eigenen zeitlichen Bedürfnissen in der Arbeitswelt Geltung zu verschaffen."


27.01.2018

IG Metall ruft zu ganztägigen Warnstreiks auf

Die fünfte Tarifverhandlung in Baden-Württemberg endete am Samstagvormittag ergebnislos. Die Arbeitgeber waren nicht kompromissbereit: Sie boten lediglich knapp 3 Prozent mehr Lohn, trotz der sehr guten wirtschaftlichen Lage. Die IG Metall ruft nun zu ganztägigen Warnstreiks auf.

Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg endeten am Samstagvormittag nach 16 Stunden ohne Ergebnis. "Wir sind mit dem festen Willen in diese Verhandlung gegangen, einen tragbaren Kompromiss für beide Seiten zu finden", erklärt IG Metall-Verhandlungsführer Roman Zitzelsberger. "Die Arbeitgeber sind allerdings auf keinen unserer Lösungsvorschläge eingegangen."

Die Arbeitgeber boten lediglich knapp 3 Prozent mehr Lohn, trotz der sehr guten wirtschaftlichen Lage, und blockierten auch bei der Arbeitszeit Lösungen. Dabei hatte die IG Metall den Arbeitgebern Spielräume bei der Anpassung der Arbeitszeit nach oben zugestanden. Knackpunkt der Verhandlungen war zudem der von der IG Metall geforderte Zuschuss zur Reduzierung der Arbeitszeit für Beschäftigte mit Kindern, zu pflegenden Angehörigen und in Schichtarbeit.

Die IG Metall wird nun in allen Tarifgebieten in ganztägige Warnstreiks gehen. Dies hat der Vorstand der IG Metall genehmigt. Zunächst geben die Mitglieder der IG Metall in den aufgerufen Betrieben ihr Votum ab.

"Die Arbeitgeber haben es offensichtlich gezielt auf eine Eskalation angelegt und hatten nie die Absicht zur Einigung. Das zeigte sich daran, dass sie sich heute weder beim Geld noch bei der Arbeitszeit ausreichend bewegt haben, um einen Kompromiss möglich zu machen", kritisiert der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann. "Es ist unverantwortlich, die überfällige Modernisierung der Arbeitswelt zu blockieren und den Beschäftigten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg zu verweigern. Das werden sich die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie nicht gefallen lassen. Jetzt gilt: Wer sich nicht bewegt, der muss geschoben werden."



Tarifbewegungen in der IG Metall Magdeburg-Schönebeck

Die IG Metall Magdeburg-Schönebeck geht entschlossen in die aktuellen Tarifauseinandersetzungen. Mit Warnstreiks in mehreren Betrieben der Metall- und Elektroindustrie unterstützten die Beschäftigten die Forderung nach 6 Prozent mehr Entgelt und einer Wahloption für kürzere Arbeitszeiten.

Burger Küchenmöbel GmbH
6. Febraur 2018

160 Kolleginnen und Kollegen bei Burger Küchenmöbel GmbH sind zum Warnstreik rausgegangen! Neben 6% mehr Entgelt geht es im Haustarif auch im eine überproportionale Ausbildungsvergütung, sowie die Heranführung an den Flächentarifvertrag Holz und Kunststoff Sachsen-Anhalt.


ARD Beitrag zum Warnstreik bei "Burger Küchenmöbel"
Dauer: 2 Min. | Verfügbar bis 13.02.2018 | Quelle: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

> zum Beitrag in der ARD Mediathek!



Graepel GmbH & Co. KG in Seehausen
9. Januar 2018

Bei der Graepel Seehausen GmbH & Co. KG legten die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit nieder. Sie fordern einen Anerkennungstarifvertrag für die Metall und Elektroindustrie.




thyssenkrupp Presta GmbH in Schönebeck
10. Januar 2018






Schiess GmbH Aschersleben
11. Januar 2018





19.01.2018

3. Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt in Magdeburg

Die dritte Verhandlungsrunde der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt ist heute in Magdeburg ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Verhandlungen wurden von einer lautstarken Kundgebung vor dem Hotel Ratswaage begleitet, an der sich rund 600 Beschäftigte beteiligten.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und den Anspruch für alle Beschäftigten, ihre Arbeitszeit vorübergehend für bis zu 24 Monate auf bis zu 28 Stunden reduzieren zu können, verbunden mit einem Rückkehrrecht zur Vollzeit, einem Entgeltzuschuss für Beschäftigte mit zu pflegenden Angehörigen und Kindern unter 14 Jahren sowie für Beschäftigte in Schichtarbeit und anderen belasteten Arbeitszeitmodellen.

Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger kommentiert die heutige Verhandlung: „Die Arbeitgeber sind uns weder beim Entgelt noch beim Entgeltzuschuss entgegen gekommen. Einzig beim Anspruch auf kurze Vollzeit gab es leichte Signale der Gesprächsbereitschaft, aber es wurden Bedingungen gestellt. Unterm Strich ist das zu wenig, die Chance auf Einigung haben die Arbeitgeber heute erneut vertan. Nun dürfen sie sich nicht wundern, wenn ihr Verhalten eine weitere Verschärfung des Arbeitskampfes provoziert.“

Die Verhandlungen werden am kommenden Montag, den 22. Januar, für das Tarifgebiet Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim in Osnabrück fortgesetzt. Am 26. Januar tritt der Vorstand der IG Metall in Frankfurt am Main zusammen, um auf Grundlage des Verhandlungsstandes eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu treffen. Anfang Februar soll es einen weiteren Gesprächstermin in Sachsen-Anhalt geben.

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08.12.2017

2. Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen


Der zweite Verhandlungstermin im Hotel Sachsen-Anhalt in Barleben wurde begleitet von einer lautstarken Kundgebung mit zahlreichen Teilnehmern. Vor dem Verhandlungshotel verliehen die Metallerinnen und Metaller ihren berechtigten Forderungen nach sechs Prozent mehr Entgelt und kurzer Vollzeit Ausdruck, die von den Arbeitgebern nach wie vor vehement abgelehnt werden.

Stattdessen unterbreiteten die Arbeitgeber ein Angebot nur unter der Bedingung, dass die IG Metall umfangreichen Ausweitungsmöglichkeiten der Arbeitszeiten zugunsten der Unternehmen zustimmt. In diesem Fall stellten sie eine Einmalzahlung von 200 Euro und eine Entgelterhöhung um 2 Prozent ab 1. April 2018 mit einer Gesamtlaufzeit von 15 Monaten in Aussicht.

Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für die Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kritisiert das Verhalten der Arbeitgeber und kündigt Warnstreiks an: „Das sogenannte Angebot der Arbeitgeber ist eine Mogelpackung. Unser Forderungspaket wurde zurückgewiesen. Mehr Geld soll es nur geben, wenn wir die Bedingungen der Arbeitgeber erfüllen. Das ist unverschämt. Zudem ist das Niveau angesichts der glänzenden wirtschaftlichen Situation inakzeptabel mickrig. Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sind Flexibilitätsweltmeister. Familie und Gesundheit bleiben dabei häufig auf der Strecke. Die Arbeitgeber verweigern sich ihrer Verantwortung und verweisen auf den Sozialstaat. Wer die Bedürfnisse der Beschäftigten nicht zur Kenntnis nimmt und auf unsere Argumente nicht hören will, der wird die Antwort aus den Betrieben zu spüren bekommen. Ab Januar 2018 werden wir zu Warnstreiks aufrufen.“

Die Arbeitgeber sperren sich ebenfalls gegen eine Gesprächsverpflichtung über die Angleichung der Arbeitsbedingungen an die westdeutschen Tarifgebiete. „Sich im 28. Jahr der deutschen Einheit zu weigern, über so eine wichtige Gerechtigkeitsfrage wie der Angleichung der Arbeitsbedingungen überhaupt nur zu reden, ist schon ein starkes Stück“, so Thorsten Gröger weiter.

Im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim finden die Verhandlungen am 11. Dezember 2017 in Osnabrück statt. Die Friedenspflicht läuft zum 31. Dezember 2017 aus, ab 1. Januar 2018 sind Warnstreiks möglich. In Sachsen-Anhalt werden die Verhandlungen am 19. Januar 2018 fortgesetzt.



05.12.2017

Tarifvertrag für das Metallhandwerk in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gelang es der IG Metall erstmals seit 1999 wieder ein neues Tarifpaket für die Beschäftigten des Metallhandwerkes zu schnüren. Ab dem 1. Januar 2018 gelten für die circa 300 Mitgliedsbetriebe des Landesinnungsverbandes Sachsen-Anhalt wieder Tarifverträge der IG Metall. Damit profitieren die Beschäftigten erstmals wieder von regelmäßigen Entgeltsteigerungen und gesicherten Arbeitsbedingungen.

Die wichtigsten Eckpunkte des Tarifvertrages sind:

• Entgelt: Das Eckentgelt beträgt mindestens 11,33 Euro die Stunde. Bereits heute höhere Einkommen bleiben bestehen.

• Wöchentliche Arbeitszeit: 39 Stunden

• Mehrarbeitszuschläge: ab der 40. Stunde 25 % für jede Mehrstunde

• Weihnachtsgeld: abhängig von der Betriebszugehörigkeit: zwischen 20% ab Eintritt in den Betrieb bis 50% nach 32 Monaten Betriebszugehörigkeit

• Urlaub: abhängig von der Betriebszugehörigkeit: 28 Arbeitstage bei bis zu 5 Jahren Betriebszugehörigkeit, 29 Arbeitstage bei 5 bis 10 Jahren Betriebszugehörigkeit und 30 Arbeitstage ab 10 Jahren Betriebszugehörigkeit

• Urlaubsgeld: 50% eines durchschnittlichen Bruttomonatsverdienstes

• Betriebliche Altersvorsorge: Arbeitgeberzuschuss in Höhe von jährlich 16% der Entgeltgruppe 5

Auf die vereinbarten Tarifregelungen haben ausschließlich Mitglieder der IG Metall einen verbrieften Rechtsanspruch. Noch kein Mitglied? Dann schnell eintreten und Ansprüche sichern: Jetzt Mitglied werden!

Mitglieder der IG Metall können die Tarifverträge bei der Geschäftsstelle erhalten.

Flyer: Neues IG Metall-Tarifpaket für das Metallhandwerk in Sachsen-Anhalt [pdf]


21.11.2017

Erste Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt

IG Metall-Verhandlungskommission (Foto: Freimut Hengst)

Nach über drei Stunden endete die erste Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt heute in Magdeburg ergebnislos. Die Arbeitgeber quittierten das Forderungspaket der IG Metall mit brüsker Zurückweisung. Für die Arbeitgeber seien die Forderungen nicht nachvollziehbar und angesichts des Fachkräftemangels nicht umzusetzen.

Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für die Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zeigt für dieses Verhalten kein Verständnis: „Die Arbeitgeber schalten auf stur und verschließen sich“. Dies betrifft sowohl die Entgeltforderung von sechs Prozent als auch die Forderung nach Möglichkeiten für alle Beschäftigten, ihre Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, um beispielsweise mehr Zeit mit den Kindern oder der Pflege von Familienangehörigen verbringen zu können.

„Angesichts der hervorragenden Lage, über die sich die Wirtschaft im Allgemeinen und die Metall- und Elektroindustrie im Besonderen freuen kann, finden wir dieses Verhalten grotesk und vermessen“, fährt Gröger fort. „Die Arbeitszeitflexibilität, von der die Arbeitgeber immer reden, ist bisher immer nur in eine Richtung gegangen – nach oben. Wer sich angesichts von 1,8 Milliarden Überstunden, die von den Beschäftigten geleistet wurden, weigert, ihrem berechtigten Wunsch nach selbstbestimmter Arbeitszeit auch nur ansatzweise entgegenzukommen, der scheint nicht nur vergessen zu haben, wem er diesen Erfolg zu verdanken hat, sondern auch, in welcher Zeit wir leben. Doch keine Angst: wir werden die Arbeitgeber schon noch daran erinnern, mit einem lauten Weckruf.“

Die Verhandlungen werden am 8. Dezember fortgesetzt.


29.08.2017

2,9 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der
Schrott- und Recyclingwirtschaft

Die Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband der Schrott-Recycling-Wirtschaft führten Ende August 2017 zu einem Ergebnis. Die bundesweit rund 20.000 Beschäftigten können sich über eine Steigerung ihrer Löhne und Gehälter und die Auszubildenden über eine höhere Ausbildungsvergütung freuen.

Die Einigung wird zum 1. September 2017 wirksam und hat eine Laufzeit bis Ende Juni 2018. Der Abschluss beinhaltet die Steigerung der Löhne und Gehälter um 2,9 Prozent und eine Einmalzahlung in Höhe von 180 Euro, für Teilzeitbeschäftigte entsprechend ihrer Arbeitszeit. Die Vergütung für alle Ausbildungsjahre wird um 30 Euro, rückwirkend zum 1. Juli 2017, angehoben.

Wilfried Hartmann, Verhandlungsführer des IG Metall Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kommentiert diesen jüngsten Tariferfolg: „Wir haben hier ein ganz tolles bundesweites Ergebnis erzielt. Den Kolleginnen und Kollegen bringt das ein spürbares Plus im Portemonnaie und das haben sie sich auch verdient!“