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IG Metall Magdeburg-Schönebeck - Tarif

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Zukunft sichern, 4 Prozent Volumen
– IG Metall-Vorstand bestätigt Tarifforderungen

4 Prozent, um Beschäftigung zu sichern und Einkommen zu stärken. Der Vorstand der IG Metall hat die Forderungen der Tarifkommissionen für die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie und der Textil- und Bekleidungsindustrie bestätigt. Die Verhandlungen starten in knapp zwei Wochen.

Die IG Metall fordert ein Volumen von 4 Prozent, um Zukunft und Beschäftigung zu sichern – und um die Einkommen zu stärken. Der Vorstand der IG Metall hat die Forderungen der gewählten Tarifkommissionen bestätigt. In den Wochen zuvor haben die Mitglieder der IG Metall in den Betrieben und auf Versammlungen über mögliche Forderungen diskutiert. Die IG Metall hat zudem die Beschäftigten online befragt.

Forderungen Metall- und Elektroindustrie

Die regionalen Tarifkommissionen in der Metall- und Elektroindustrie haben am 17. November ihre Forderungen beschlossen. Der IG Metall-Vorstand hat die Forderungen nun genehmigt:

• Verbesserung der gekündigten Tarifregelungen zur Beschäftigungssicherung durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich.

• Tariflicher Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge. Dort sollen in den einzelnen Betrieben Regelungen zur Sicherung von Standort und Arbeitsplätzen festgelegt werden.

• Ein Volumen von 4 Prozent zur Stärkung der Einkommen – also der Entgelte und Ausbildungsvergütungen – bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Dieses Volumen steht auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung, wie etwa einen Teilentgeltausgleich bei Arbeitszeitabsenkungen zur Verfügung.

„Die IG Metall strebt einen tariflichen Rahmen an, der ein Entgeltvolumen umfasst, das zur Erhöhung der Einkommen und in Betrieben mit Beschäftigungsproblemen zum Ausgleich von Einkommensverlusten beiträgt, wenn dort Arbeitszeit reduziert wird, etwa in Form der 4-Tage-Woche“, erklärt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall.

„Mit Zukunftstarifverträgen sollen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten. Die Vorschläge zur 4-Tage-Woche und zu Zukunftstarifverträgen sind Antworten auf die digitale und ökologische Transformation.“

Zudem fordert die IG Metall Schritte zur Angleichung der Arbeitsbedingungen in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie.

Außerdem will die IG Metall tarifliche Regelungen zur Verbesserung der Ausbildung und zur unbefristeten Übernahme erreichen, für alle Auszubildende – auch für dual Studierende.

Die Tarifverhandlungen in den einzelnen Tarifgebieten der Metall- und Elektroindustrie starten Mitte Dezember.



Ein Tarifvertrag der Solidarität!


Die IG Metall hat für die 12.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt am 25. März einen Solidartarifvertrag abgeschlossen. Grundlage war der Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen vom 19. März. Wichtigstes Ziel: Beschäftigung zu sichern, Entlassungen zu vermeiden, finanzielle Einbußen bei Kurzarbeit zu minimieren und schnelle Lösungen zur Kinderbetreuung.

»Der Tarifvertrag sorgt für ein Stück mehr Sicherheit,« sagte Bezirksleiter Thorsten Gröger. »Kurzarbeit ist ein gutes Mittel zum Schutz vor Entlassungen. Dieses Instrument der Beschäftigungssicherung haben wir verbessert und dafür den Tarifvertrag Beschäftigungssicherung in der Krise (Zukunft in Arbeit) aus dem Krisenjahr 2010 reaktiviert.«

Die wichtigsten Regelungen: Um den Lebensstandard zu erhalten, soll ein möglichst hohes Kurzarbeitergeld erreicht werden. Dafür kann das Urlaubsund Weihnachtsgeld auf die monatlichen Einkommen aufgeteilt werden. Und die Beschäftigten erhalten in diesem Fall einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

Neu ist ein Solidartopf für Härtefälle in jedem Betrieb. Für jeden Beschäftigten zahlt das Unternehmen einmalig 350 Euro in diesen Topf. Damit kann das Kurzarbeitergeld aufgestockt werden. Ab sofort können Eltern, die bislang die 8 freien Tage (T-ZUG) wählen konnten, diese 8 Tage jetzt auch für Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres beanspruchen. Für 2020 gibt es zudem 5 zusätzliche freie Tage, wenn der Resturlaub 2019, die Zeitkonten und die gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Die Tarifkommission nahm das Ergebnis einstimmig an. »In dieser schwierigen Situation sind schnelle und solidarische Lösungen gefragt«, sagte Thorsten Gröger. »Das haben wir mit diesem Solidartarifvertrag bewiesen.« Der Solidartarifvertrag läuft bis 31. Dezember 2020. Nach dem Abklingen der Pandemie werden die Tarifgespräche über die Zukunftsthemen der Tarifrunde 2020 fortgesetzt.

Der Solidartarifvertrag greift auf bewährte Regelungen zurück

Die regulären Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie werden bis zum Jahresende 2020 ausgesetzt. Nach dem Abklingen der Pandemie werden die Gespräche zu den weiterhin drängenden Themen der Transformation wieder aufgenommen. Für den Abschluss des Solidartarifvertrags haben die Tarifparteien auf den Tarifvertrag »Beschäftigungssicherung in der Krise« (Zukunft in Arbeit) aus dem Krisenjahr 2010 zurückgegriffen, der damals schon betriebsbedingte Kündigungen verhindert hat.

ABFEDERUNG VON ENTGELTVERLUST BEI KURZARBEITERGELD
Zum Schutz der Arbeitsplätze können Entlassungen verhindert werden. Der Betrieb meldet Kurzarbeit an und die Beschäftigten erhalten Kurzarbeitergeld von der Arbeitsagentur – bis 60 Prozent vom letzten Netto oder 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern. Um die Verluste beim Kurzarbeitergeld zu vermindern, können das Weihnachts- und Urlaubsgeld durch zwölf geteilt und auf das Monatsentgelt verteilt werden. Damit steigt das monatliche Einkommen – und entsprechend das Kurzarbeitergeld. Die Beschäftigten sind dann vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

VERMINDERUNG VON SOZIALEN HÄRTEN
In den Betrieben wird ein Solidartopf eingerichtet, in den die Arbeitgeber 350 Euro für jeden Beschäftigten einzahlen (Basis ist die 38-Stunden-Woche) – Teilzeitbeschäftigte anteilig und Azubis 50 Prozent. Das Geld soll zur Aufzahlung von Kurzarbeitergeld im Betrieb eingesetzt werden. Wie genau das Geld verteilt wird, darüber entscheiden die Betriebsparteien. Wo Kurzarbeitergeld ohnehin aufgestockt wird, kann der Arbeitgeber die neuen Regelungen zur Aufzahlung des Kurzarbeitergeldes mit verrechnen. Ist am 1. Dezember 2020 noch Geld im Topf, wird dieses zu gleichen Teilen an alle Beschäftigten ausgezahlt. Auf Antrag kann über eine Abweichung hiervon verhandelt werden.

REGELUNGEN ZUR FREISTELLUNG FÜR DIE KINDERBETREUUNG Beschäftigte mit Kindern bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres statt wie bislang bis zur Vollendung des achten Lebensjahres können das tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln. Außerdem können ab sofort zusätzlich fünf bezahlte freie Tage für die Kinderbetreuung verwendet werden, wenn Kitas und Schulen geschlossen werden, ohne dass der Urlaub 2020 angerechnet wird – sofern andere Möglichkeiten wie Resturlaub von 2019, Zeitkonten oder gesetzliche Freistellungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Eine kollektive Nutzung des »T-ZUG« zur Vermeidung von Kurzarbeit ist möglich.

metallnachrichten Nr. 4/25.3.2020
Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt